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Call for Papers: Musik & Krisen / Music & Crises (GER/ENG)

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Call for Papers: Musik & Krisen

Für das sechste Jahrbuch Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung 2021

Herausgeber*innen: Lorenz Grünewald-Schukalla M.A., Prof. Dr. Barbara Hornberger, Dr. Anita Jóri, Dr. Steffen Lepa, Dr. Holger Schwetter und Prof. Dr. Carsten Winter

Musik und Krisen geraten immer wieder in dynamische Zusammenhänge. Das war auch 2020 so, das global ein Krisenjahr war, mit einer Krise, deren Ausmaße, Folgen und Herausforderungen erst absehbar werden. Maßnahmen gegen Covid-19 griffen und greifen global in den Alltag der Menschen ein und drängten z.B. die globale Klimakrise in den Hintergrund, während überall auf der Welt Demokratien und Diktaturen Stresstests mit möglicherweise nachhaltigen Folgen unterzogen wurden und werden.

Covid-19 trifft die Musikwirtschaft- und die Musikkultur hart. Mit dem Live-Sektor kommt ausgerechnet jener Bereich komplett zum Erliegen, der in den letzten Jahren Wachstum schuf und im Tonträgermarkt wegbrechende Einnahmen kompensierte. Für viele Akteur*innen, wie etwa für Solo-Selbständige, aber auch für Veranstalter*innen und Kulturorte brechen Existenzgrundlagen weg. Es wird deutlich: Strukturen und Organisationen, die auch unter Krisenbedingungen von allen für alle Zukunft ermöglichen, sind nur teilweise entwickelt.

Diese Situation bietet der Wissenschaft die Gelegenheit, Musik und Krisen grundlegend zu betrachten. Musik spielt auch und gerade in Krisen vielfältige Rollen: Mit ihr ist es möglich, Kritik zu üben, Stellung zu beziehen, Trends zu verstärken oder Emotionen Ausdruck zu verleihen. Während des Vietnamkriegs wurde mit ihr Widerstand geübt; im 2. Weltkrieg wurden Durchhalteparolen mit Schlagern verstärkt. In jeder Krise steckt immer auch transformatorisches Potential: Krisen beschleunigen Entwicklungen und können dabei z.B. also auch Ungleichheiten verstärken. Nicht zuletzt sind Musikmarkt und Musikkultur ständig von technologischen Transformationskrisen geprägt, als die einige aktuell z.B. die Digitalisierung wahrnehmen, weil hier einige Akteur*innen sich überfordert fühlen und gleichzeitig neue Akteur*innen sichtbar werden.

So stellen sich erneut 2020 Frage nach dem Zusammenhang von Musik und Krise mit Dringlichkeit: Wie ändern sich Zusammenhänge, wie die zwischen Musikkultur und Musikwirtschaft? Welche Rolle spielt (und spielte) Musik in Transformationsprozessen, die durch Krisen ausgelöst werden? Welche Rollen spielt Musik in den vielfältigen aktuellen Krisen: Klimawandel, Covid-19, Europäische Union, Populismus und neue Autokratien, um einige zu nennen? Welchen neuen Schub für die Digitalisierung, für neue Formate und Strategien der Publikumsbindung, aber auch für die Interessenvertretung verschiedenster Akteure treiben die aktuellen Maßnahmen gegen die Pandemie? Wie reagierten Musikkünstler*innen auf die Pandemie-Situation? Verändern Covid-19 und Folgen vielleicht die Produktion und Verteilung oder auch Nutzung von Musik oder gar die Musikkulturpolitik?

Mögliche Themen für das Jahrbuch können sein:

  • Neue Herausforderungen für die Interessenvertretung und Musikkulturpolitik
  • Musikkulturen als Akteure in Krisen
  • Musikmärkte und ökonomische und politische Krisen
  • Musiker*innen in der Krise: Fallstudien oder Genre-bezogene Analysen
  • Veranstalter*innen in der Krise: Beispiele für Reaktionen, Initiativen, Umgangsweisen, neue (ggf. auch private oder illegale) Formate
  • Musikhören in der Krise: Neue individuelle oder kollektive Rezeptionsmuster?
  • Covid-19 und neue digitale Streaming-Events: Perspektiven von Kommunikator*innen  oder Rezipienten*innen auf ein neues Medienformat
  • Krise als Thema in Lyrics und Musikproduktion: Wie werden aktuelle und vergangene Krisen thematisiert?
  • Auswirkungen von Corona auf Musikmärkte: Analysen der ökonomischen und kulturellen Folgen

Der Call richtet sich an Wissenschaftler*innen aller Disziplinen, die zu “Musik und Krisen” arbeiten, sowie auch an Künstler*innen oder Akteur*innen der Musikwirtschaft. Erbeten sind Beitragsskizzen (max. 1.500 Worte, Word-Datei) bis zum 30.04.2021 an jahrbuch@musikwirtschaftsforschung.de. Über die Annahme wird bis zum 20.05.2021 entschieden. Die Abgabe der Beiträge wird bis zum 31.07.2021 erwartet. Ausgewählte Beiträge sollen in einem thematischen Konferenzpanel im Spätsommer 2021 in Vortragsform vorgestellt werden. Der Band wird im dritten Quartal 2022 publiziert. Über Hinweise zur Manuskriptgestaltung wird in einer separaten Mail informiert. Bei Rückfragen wenden Sie sich an jahrbuch@musikwirtschaftsforschung.de.

Call for Papers: Music & Crises

For the sixth yearbook of the German Association for Music Business and Music Culture Research, published in 2022 and edited by Lorenz Grünewald-Schukalla M.A., Prof. Dr. Barbara Hornberger, Dr. Anita Jóri, Dr. Steffen Lepa, Dr. Holger Schwetter and Prof. Dr. Carsten Winter

The interrelationship between music and crises has always been dynamic. This is also true for 2020, which turned out to be a year of global crisis, with resulting consequences and challenges to be seen in the near future. Measures against COVID-19 intervened in people’s everyday lives and pushed the global climate crisis into the background, while democracies and dictatorships all over the world were deeply challenged with long-lasting structural consequences.

COVID-19 has hit the music industry and music culture especially hard. The concert business has come to a complete standstill; the very sector that created growth in recent years and compensated for the loss of income in the recording market. For many protagonists, such as solo self-employed artists, but also for organizers and cultural venues, the basis of their existence has been lost. It is becoming clear that structures and organizations that would guarantee a future for all actors even under crisis conditions, have only been partially developed.

This situation offers scholars the opportunity to take a deeper look at the relationship between music and crises. Music can play a variety of roles in crises: It can be used to criticize something, to take a stand on different themes, to reinforce trends, or to express emotions. During the Vietnam War, music was used for resistance; during World War II, folk songs were employed to popularize perseverance slogans. However, there is always a transformational potential in every crisis: Crises can accelerate sustainable developments and reinforce inequalities. And last but not least, music markets and cultures are also characterized by crises in the wake of technological transformation crises, such as digitization, which can overstrain established actors and make new ones visible.

During the unusual circumstances of 2020, the question of the relationship between music and crisis arises more than ever: How do established relationships change, such as those between music cultures and the music industry? What role does (and did) music play in transformation processes triggered by crises? Which roles does music play in the different current crises (climate change, COVID-19, European Union, populism, and new autocracies, to name a few)? What new drivers for digitization, new formats and audience engagement strategies are created in the current pandemic? How did musicians respond to the pandemic situation? Does COVID-19 change the way music culture is treated politically? And how about its production and distribution and its use?

Possible topics for the yearbook could be:

  • New challenges for the standing of music in cultural policy
  • Music cultures as actors in crises
  • Music markets in financial and political crises
  • Musicians in crises: case studies or genre-related analyses of how musicians deal with crises
  • Event industry in crises: examples of responses, initiatives, ways of dealing, new event formats (including private or illegal)
  • Listening to music in crises: analyses of new individual or collective patterns of reception
  • Streaming events: organizers’ or recipients’ perspectives on a new media format
  • Crisis as a theme in lyrics and music production: How to make current and past crises a subject of discussion?
  • Impact of COVID-19 on music markets: analyses of financial and cultural consequences

The call is addressed to scholars of all disciplines, artists or actors in the music industry who work on the topic of „Music and Crises“. Please submit your abstract (max. 1,500 words, Word file) to jahrbuch@musikwirtschaftsforschung.de until 30.04.2021. The authors of the selected abstracts will be informed by 20.05.2021. Then the submission deadline is 31.07.2021. (The style guide will be provided in a separate email.) Selected contributions are planned to be presented at a conference panel in autumn 2021. The volume will be published in the second half of 2022. If you have any questions, please contact us via jahrbuch@musikwirtschaftsforschung.de

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CfP: GMM Summer Institute: Selbstreflexivität und Positionierung im eigenen Forschungsprojekt

6. GMMSI: 7. Oktober – 14. Oktober 2021, Porto, Portugal

Die Gesellschaft für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung lädt zum 6. GMM Summer Institute ein.

Download des vollen Programms [PDF]

ZIELE // Das GMM SI versammelt seit 2015 Interessierte, um Fragen zu Musikkultur- und Musikwirtschaftsforschung mit unterschiedlichen Schwerpunkten zu diskutieren. 2021 soll es vor allem um konzeptionelle und methodische Fragen gehen, die sich um die eigene Positionierung im Forschungsvorhaben drehen. Es bietet insbesondere jüngeren Forscher*innen Möglichkeiten der Kooperation und individuelle Hilfestellungen bei ihrer Arbeit. GMM SI-Formate erlauben Interaktionen mit etablierten Forscher*innen und Musikwirtschaftsakteur*innen und den Aufbau von Kontakten in der Regel sowohl zu Wissenschaft als auch der Musikpraxis.

OFFENHEIT // Das GMM SI ist nach Rücksprache mit den wiss. Verantwortlichen offen für weitere thematische Beiträge.

FORM & INHALT // Das GMM SI ermöglicht Teilnehmer*innen auf wiss. Qualifikationsstufen (MA, PhD, Post-doc) Feedback auf die eigene Arbeit (1) und fördert Diskussionen mit Wissenschaftler*innen und Musikwirtschaftsakteur*innen. 2021 stehen Epistemologie, Wissenschaftstheorie, Situationsanalyse und die Entwicklung neuer Musiknetzwerke als Schnitt­stellen von Musikwirtschaft und Musikkultur im Fokus (2). Die konkreten Veranstaltungsformate werden vor Ort mit den Teilnehmer*innen entwickelt. Erstmals sind 2021 auch Formate für die dritte Qualifikationsphase (Bewerbung, Projekte, Habilitation) sowie ein internationales Musikwirtschaftspanel mit Branchenakteuren geplant (3).

NUTZEN FÜR DIE TEILNEHMERINNEN // Das GMM SI vernetzt Akteur*innen und erlaubt Einblicke in aktuelle Forschungs-, Publikations-, Lehr- und Unternehmensprojekte. Teilnehmer*innen erhalten qualifiziertes wiss. Feedback auf der Basis ihrer Präsentationen. Diese sollen ihr Vorhaben mit Blick auf Theorie, Methode, praktische Implikationen und den eigenen Beitrag zur Forschung reflektieren. Von allen Teilnehmer*innen wird eine Projekt-Präsentation und aktive Mitarbeit, z.B. in Form von Feedback oder Mitarbeit an einem interaktiven Format erwartet.

Veranstaltungsort // Übernachtung: Buchen Sie Ihre Unterkunft, nachdem Sie Ihre Teilnahmebestätigung erhalten haben, bitte selbst. Die Veranstaltungen des GMMSI 2021 werden im CASA DIOSCESANA SEMINÁRIO DE VILAR (rua arcediago von zeller, 50, 4050-621 Porto – www.seminarodevilar.pt) stattfinden. Dort können individuell, je nach Reisedaten, Zimmer gebucht werden (EZ/DZ inkl. Frühstück ab 55€/Nacht + 2€ Tax). Bitte reservieren Sie Ihr Zimmer beim Seminário: reservas@seminariodevilar.pt. Die Übernachtungskosten tragen die Teilnehmer*innen selbst.

ANMELDUNG & GEBÜHR // Die Bewerbung zum Kolloquium erfolgt mit Abstract (400 – 500 Wörter) und Kurz-Lebenslauf bis zum 30. April per Mail an Christian Rhein und Svenja Reiner (mail@christianrhein.de; s.reiner@hs-osnabrueck.de). Die Abstracts sollten Auskunft geben über die Forschungsfrage, den Stand der Arbeit und das Format, in dem vor Ort gearbeitet werden soll – denkbar sind neben Vorträgen auch Textwerkstatt, Fishbowl, World Café, u.a. Über die Teilnahme wird umgehend entschieden, damit günstig Porto-Flüge (z.B. fliegen Ryanair und Eurowings Porto aus mehreren deutschen Städten an) gebucht werden können. Die Teilnahme kostet 100 € (GMM-Mitglieder 50€). Nach Bestätigung der Teilnahme und Überweisung des Teilnahme-Beitrags auf das unten angeführte Konto teilen Sie Christian Rhein bitte per Mail (mail@christianrhein.de) Ihre Reisedaten (Ankunftstag und -uhrzeit sowie Abreisetag und -uhrzeit) mit.

Gesellschaft für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung, VR-Bank Altenburger Land eG, Skatbank, IBAN: DE35 8306 5408 0004 8682 34

WISSENSCHAFTLICHE LEITUNG // 

  • Prof. Dr. Barbara HORNBERGER (Hochschule Osnabrück)
  • Prof. Dr. Carsten WINTER (Hochschule für Musik, Theater und Medien, Hannover)
  • Prof. Dr. Rainer WINTER (Alpen Adria Universität Klagenfurt)

VERANSTALTER: GMM e.V. – verantwortlich für das GMMSI: Prof. Dr. Barbara Hornberger & Prof. Dr. Carsten Winter

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6. GMM Best Paper Award 2020 für junge Forscher*innen verliehen

Trotz der widrigen Umstände der Covid-19-Pandemie fand am 05.11.2018 erneut der GMM Best Paper Award (BPA) statt. In einer Zoom-Konferenz stellten junge Wissenschaftler*innen eigene Studien vor und diskutierten mit einer interdisziplinären Jury aus erfahrenen Wissenschaftler*innen.

In der Vorauswahl des BPA reichen Studierende ihre Bachelor-, Master- oder Projektarbeiten ein. Eine Jury der GMM prüft die Arbeit auf wissenschaftliche Qualität und entscheidet über die Teilnahme beim Finale. Sechs Forscher*innen schafften es in den Live-Workshop und präsentierten ihre Arbeiten. Ihre Studien deckten dabei eine ganze Bandbreite von Themen und Disziplinen ab. Neben Fragen nach Entschleunigungswahrnehmungen und Klang, zu Musikveranstaltungen oder dem Wandel des Musiklizenzmanagements beschäftigten auch Forschungen zu neuen Karrieremöglichkeiten von Musiker*innen die Workshopteilnehmer*innen.

Die Jury bestand aus Dr. Anita Jóri (Universität der Künste, GMM), Dr. Holger Schwetter (Universität Kassel), Prof. Michael Ahlers (Leuphana Universität) und Lorenz Grünewald-Schukalla (GMM). Sie bewerteten die Arbeiten hinsichtlich ihrer wissenschaftlichen Qualität und Relevanz. Zu gewinnen gab es Preise, die die jungen Wissenschafter*innen in Ihrer Karrierentwicklung unterstützen sollen.

Prämiert wurden:

Anastasia Tserea (HMTMH Hannover) mit einer Master-Arbeit zu “Artist-Self-Development: Eine qualitative Untersuchung neuer Karriere- bzw. Wertschöpfungsmöglichkeiten und erforderlicher Kompetenzen von Pop-Musikschaffenden in der digital transformierten Musikwirtschaft”. Sie erhält die Möglichkeit zur Publkation ihrer Studie im Jahrbuch der GMM.

sowie 

eine Projektgruppe der Hochschule Macromedia, Hamburg, die verschiedene Studien zu Perspektiven des Musikveranstaltungsmanagements in der Corona-Krise durchgeführt hat. VertreterInnen der Gruppe werden zur GMM Spring School eingeladen und erhalten so die Möglichkeit den wissenschafltichen Austausch zur Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung zu vertiefen.

Ein Sonderpreis für eine herausragende Präsentation wurde vergeben an Valentin Kellein (Universität der Künste Berlin) mit einer Arbeit zu Entschleunigung und Kontemplation durch Klang.

Wir wünschen allen Gewinner*innen viel Erfolg für ihre weitere Laufbahn!

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Call for Participation & Papers: 6. GMM SUMMER INSTITUTE Music, Media, Culture and Economy: Selbstreflexivität und Positionierung im eigenen Forschungsprojekt, 25. September – 2. Oktober 2020, Porto, Portugal

Die Gesellschaft für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung e.V. (GMM) lädt gemeinsam mit der AG Populärkultur und Medien der GfM e.V. zum 6. GMM SI ein. Das GMMSI versammelt seit 2015 Interessierte, um Fragen zu Musikkultur- und Musikwirtschaftsforschung mit unterschiedlichen Schwerpunkten zu diskutieren. 2020 soll es vor allem um konzeptionelle und methodische Fragen gehen, die sich um die eigene Positionierung im Forschungsvorhaben drehen. Es bietet insbesondere jüngeren Forscherinnen Möglichkeiten der Kooperation und individuelle Hilfestellungen bei ihrer Arbeit. GMM SI Formate erlauben Interaktionen mit etablierten Forscherinnen und Musikwirtschaftsakteur*innen und den Aufbau von Kontakten in der Regel sowohl zu Wissenschaft als auch der Musikpraxis, die in der Regel in Porto auch vertreten sind.

Weitere Infos können dem Call entnommen werden: Wir bitten um Weiterverteilung des Calls und freuen uns über zahlreiche Einreichungen!

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Musik und Straße

Das  Jahrbuch für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung  dokumentiert aktuelle Forschung, Diskussionen, Publikationen und Veranstaltungen insbesondere zu Entwicklungen der Musikwirtschaft und Musikkultur und ist als thematisches und zugleich offenes Forum konzipiert. Als begutachtete und bewusst inter- und transdisziplinäre Fachpublikation lädt das JMMF sowohl zu thematischen Forschungsbeiträgen, zu aktuellen Forschungsbeiträgen sowie auch zu Rezensionen und Veranstaltungsbesprechungen ein. Vorgesehen sind für jedes Jahrbuch neben Beiträgen zu Titel und Thema jedes Jahrbuchs weiter Beiträge, die rechtliche, politische, ästhetische o.ä. Aspekte aktueller Entwicklungen in Musikwirtschaft und Musikkultur thematisieren.

Der Band Musik und Straße versteht Straßen als Phänomene, Orte oder Dispositive: Durch praxeologische, inter- und transdisziplinäre Zugriffe finden sich sowohl Themen wie die Straßenmusik, berühmte Straßennamen selbst, sowie Marketingmaßnahmen, welche auf Straßen und urbanen Plätzen ihre Wirkung entfalten. Die Beispiele der Artikel reichen dabei von Zentral- und Ost-Europa bis nach Asien und Nordamerika.

Download und weitere Informationen: https://doi.org/10.1007/978-3-658-26101-6

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

  • Musik & Straße. Inszenierungen, Verortungen und Narrative – Michael Ahlers, Martin Lücke und Matthias Rauch

Musik & Straße

  • Die Neuversammlung des Sinnlichen. Straßenmusik als urbane Praxis und die Aufteilung der Klänge – Daniel Felscher
  • In to the Music. Escaping From the Streets – Marek Jeziński
  • Mobility in the Outlaw Narratives of Gangsta Rap and Punk – Matthias Rauch
  • „Die Gosse im Herzen“. Musikalische Inszenierungen eines Milieus der Straße – Sandra Danielczyk
  • Von der Straße in den Konzertsaal. Damenkapellen und Damenorchester im 19. Jahrhundert – Annkatrin Babbe
  • Die 42nd Street als Mikrokosmos der amerikanischen Gesellschaft. Das Filmmusical (1933) und das Broadway-Musical (1980)
    im Vergleich – Patrick Mertens
  • „Die Métro und das Kleingeld“. Straßenmusik in der U-Bahn
    am Beispiel der französischen Gruppe Les Casse Pieds – André Rottgeri
  • Hongdae, die Musikstraße der koreanischen Indie-Bands und ihre Bedeutung für die koreanische Indie-Musikszene – Jieun Kim
  • Flashmobs mit Symphonieorchestern im öffentlichen Raum. Eine theoretische Annäherung und aktuelle Berichterstattung Clara Maria Bauer

Freie Beiträge

  • Musikszenenforschung im peripheren Raum: Network Hopping im Rhein-Erft-Kreis – Ina Heinrich, Liv C. Korth und Maryam Momen Pour Tafreshi
  • “Hear Me Talkin’ To Ya”: Branding in Music, Music in Branding – Marc Ernesti

GMM Best Paper Award

  • Eine Bewertung gegenwärtiger Innovationsprojekte großer Tonträgerunternehmen am Beispiel Universal Music Deutschland undSonyMusicDeutschland – Markus Schwarzer

Rezensionen

  • Leslie M. Meier: Popular Music as Promotion. Music and Branding in the Digital Age – Lorenz Grünewald-Schukalla
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Call for Participations: 6. GMM Spring Institute

Music, Media, Culture and Economy: Selbstreflexivität und Positionierung im eigenen Forschungsprojekt

15./17.-21. März 2020, Porto, Portugal

Die Gesellschaft für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung e.V. (GMM) lädt gemeinsam mit der AG Populärkultur und Medien der GfM e.V. zum 6. GMM Spring Institute ein.

ZIELE // Das 6. GMM SI versammelt seit 2015 Interessierte, um Fragen zu Musikkultur- und Musikwirtschaftsforschung mit unterschiedlichen Schwerpunkten zu diskutieren. 2020 soll es vor allem um konzeptionelle oder methodische Fragen gehen, die sich um die eigene Positionierung im Forschungsvorhaben drehen. Das GMM SI bietet insbesondere jüngeren Forscher*innen Möglichkeiten der Kooperation und individuelle Hilfestellungen bei ihrer Arbeit. GMM SI-Formate erlauben Interaktionen mit etablierten Forscher*innen und Musikwirtschaftsakteur*innen und den Aufbau von Kontakten in der Regel sowohl zu Wissenschaft als auch der Musikpraxis, die in der Regel in Porto auch vertreten sind.

OFFENHEIT // Das GMM SI ist nach Rücksprache mit den wiss. Verantwortlichen offen für weitere thematische Beiträge.

FORM & INHALT // Das GMM SI ermöglicht Teilnehmer*innen auf drei wiss. Qualifikationsstufen (MA, PhD, Post-doc) Feedback auf die eigene Arbeit (1) und fördert Diskussionen mit Wissenschaftler*innen und Musikwirtschaftsakteur*innen. 2020 stehen Epistemologie, Wissenschaftstheorie, Situationsanalyse und die Entwicklung neuer Musiknetzwerke als neue Schnittstellen von Musikwirtschaft und Musikkultur im Fokus (2). Die konkreten Veranstaltungsformate werden kurzfristig mit Blick auf die Teilnehmer*innen entwickelt. Erstmalig sind 2020 Formate für die dritte Qualifikationsphase (Bewerbung, Projekte, Habilitation) sowie ein internationales Musikwirtschaftspanel mit Branchenakteuren geplant (3).

DER NUTZEN FÜR DIE TEILNEHMERINNEN // Das GMM SI vernetzt Akteur*innen und erlaubt Einblicke in aktuelle Forschungs-, Publikations-, Lehr- und Unternehmensprojekte. Teilnehmer*innen erhalten qualifiziertes wiss. Feedback auf der Basis ihrer Präsentationen. Diese sollen ihr Vorhaben mit Blick auf Theorie, Methode, praktische Implikationen und den eigenen Beitrag zur Forschung reflektieren. Von allen Teilnehmer*innen wird eine Projekt-Präsentation und aktive Mitarbeit, z.B. in Form von Feedback oder Mitarbeit an einem interaktiven Format erwartet.

WISSENSCHAFTLICHE LEITUNG // 

  • Prof. Dr. Thomas DÜLLO (Universität der Künste Berlin)
  • Prof. Dr. Barbara HORNBERGER (Hochschule Osnabrück)
  • Prof. Dr. Carsten WINTER (Hochschule für Musik, Theater und Medien, Hannover)
  • Prof. Dr. Rainer WINTER (Alpen Adria Universität Klagenfurt)

VERANSTALTER: GMM e.V. – verantwortlich für das GMMSI 2020: Univ.-Prof. Dr. phil. habil. Carsten Winter; AG Populärkultur und Medien – verantwortlich: Prof. Dr. Barbara Hornberger

PROGRAMM GMM SI 2020 //

VORTRAG m. Diskussion (V) / KOLLOQUIUM (K) / PROJEKT/PANEL (P)

  • 15.03.     Individuelle Anreise / Check in im Seminario de Vilar (siehe Veranstaltungsort)
  • 16.03.     Individuelle Projekt- und Präsentationsvorbereitungen; abends: erstes Kennenlernen
  • 17.03.:   Entwicklung der GMMSI Formate für die kommenden Tage mit den Teilnehmer*innen, nachmittags: Präsentation der Formate und des Ablaufs des GMMSI 2020 – anschließend Abendspaziergang zum Atlantik                                         

Vorläufiger Arbeits-Ablaufplan, der am 17.03.202 mit den Teilnehmer*innen präzisiert und konkretisiert wird:

18.03.2020

  • 09:00 – 11:30Thematische Vorträge mit Diskussion (2)
    • V 1: B. Hornberger: Haltungsfragen in der Kulturforschung 
    • V 2: C. Winter: Epistemologie und Theorie transdisziplinärer Kultur- und Strategieforschung
  • 11:30 – 13:00 K 1: Fortgeschrittene Forschungsprojekte (Vorträge und Kolloquium)
  • 13:00 – 14:00 Mittagspause
  • 14:00 – 16:30 P 1: Forschungs-Projekte (Formatideen: Fishbowl, World Café, Textwerkstatt)
  • ab 20:30 Abendessen in der Tapas Bar (Calçada de Sobre-O-Douro 4-6)

19.03.2020

  • 09:00 – 11:30Thematische Vorträge mit Diskussion (2)
    • V 3: R. Winter: Cultural Studies und Gütekriterien qualitativer Forschung
    • V 4: T. Düllo: Das Runde und das Rollende in der Pop-Forschung Teil 2 (Arbeitstitel)
  •  11:30 – 13:30 K 2 Fortgeschrittene Forschungsprojekte (Vorträge und Kolloquium)
  • 13:00 – 14:00 Mittagspause
  • 14:00 – 15:00 P 2: Forschungs-Projekte (Formatideen: Fishbowl, World Café, Textwerkstatt)
  • 15:30 „PORTO: THE WORST TOUR“ (bitte festes Schuhwerk mitnehmen!) bis in den Abend

20.03.2020    

  • 09:00 – 11:00 Workshop 1: Situations-Analyse – Neue Erkenntnisse und neue Fragen (D. Suer & Chr. Rhein)
  • 11:30 – 13:30 K 3 / P 3: Vorträge oder andere Formate
  • 13:30 – 14:30 Mittagspause
  • 14:30 – 16.00 Master-Projekte (fakultativ)                
  • 16:30 Kulturprogramm oder Zeit zur eigenen Verfügung

21.03.2020

  • 09:00 – 11:00 Workshop 2: Präkonzepte und Forschungstagebuch (S. Reiner)
  • 11:00 – 12:30 K 4 / P 4: Vorträge oder andere Formate12:30 – 13:30    Mittagspause
  • 13:00 – 16:30 Pre Crossroads 2020 Cultural Studies Colloquium (R. Winter)
  • ab 17 Uhr Abschluss-Kolloquium mit Feedback, Fazit und Ausblick auf 2021

22.03.2020

  • 09:15 – 12:30     Individuelles Dissertations- und Projektplanungszeitfenster
  • 12:30 – 13:30    Farewell Porto Lunch

Veranstaltungsort // Übernachtung:

Buchen Sie Ihre Unterkunft, nachdem Sie Ihre Teilnahmebestätigung erhalten haben, bitte selbst. Die Veranstaltungen des GMMSI 2020 werden im CASA DIOSCESANA SEMINÁRIO DE VILAR (rua arcediago von zeller, 50, 4050-621 Porto – www.seminarodevilar.pt) stattfinden. Dort können individuell, je nach Reisedaten, Zimmer gebucht werden (EZ/DZ inkl. Frühstück ab 55€/Nacht + 2€ Tax). Bitte reservieren Sie Ihr Zimmer beim Seminário: reservas@seminariodevilar.pt. Die Übernachtungskosten tragen die Teilnehmer*innen selbst.

ANMELDUNG & GEBÜHR // Die Bewerbung zum Kolloquium erfolgt mit Abstract (400 – 500 Wörter) und Kurz-Lebenslauf bis zum 30. November 2019 per Mail an Christian Rhein und Svenja Reiner (mail@christianrhein.de; s.reiner@hs-osnabrueck.de). Die Abstracts sollten Auskunft geben über die zentralen Forschungsfragen, den Stand der Arbeit sowie das Format, in dem vor Ort gearbeitet werden soll – denkbar sind neben Vorträgen auch Textwerkstatt, Fishbowl, World Café, u.a. Über die Teilnahme wird umgehend entschieden, damit günstig Porto-Flüge (z.B. fliegen Ryanair und Eurowings Porto aus mehreren deutschen Städten an) gebucht werden können.

Die Teilnahme kostet 100 € (GMM- oder AG-Pop-Mitglieder 50€). Kosten für An- und Abreise sowie die Übernachtung und Mahlzeiten tragen die Teilnehmer*innen selbst. Nach Bestätigung der Teilnahme und Überweisung des Teilnahme-Beitrags auf das unten angeführte Konto teilen Sie Christian Rhein bitte per Mail (mail@christianrhein.de) Ihre Reisedaten (Ankunftstag und -uhrzeit sowie Abreisetag und -uhrzeit) mit.

  • Gesellschaft für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung,
  • VR-Bank Altenburger Land eG, Skatbank
  • IBAN: DE35 8306 5408 0004 8682 34
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Gemeinsame Resolution gegen Rechtspopulismus der IASPM D-A-CH , GfPM und GMM (Langfassung)

Mit wachsendem Befremden beobachten wir, wie die Grundwerte einer offenen und pluralistischen Gesellschaft in Deutschland, Österreich und der Schweiz zunehmend (wieder) in Frage gestellt werden. Verschiedene Ereignisse der vergangenen Jahre zeigen, dass diese Selbstverständlichkeiten im Zuge eines Rechtsrucks von Teilen der Gesellschaften nicht mehr als solche akzeptiert werden. Namentlich die rechtspopulistische „Gemeinsame Erklärung 2018“, die eine Entsolidarisierung mit Geflüchteten betreibt, wurde von einer erschreckend hohen Zahl von Menschen – auch aus Wissenschaft und Kultur – unterzeichnet.

IASPM D-A-CH, GfPM und GMM haben mit populärer Musik ein Forschungsfeld, das sich über die Grenzen von Nationalstaaten, starre Einteilungen nach Ethnien, binäre Geschlechterstereotype und soziale Schranken hinweg konstituiert. Populäre Musik ist in besonderem Maße von nationalen, heteronormativen und ethnisierten Deutungen und Auseinandersetzungen durchzogen. In IASPM
D-A-CH, GfPM und GMM werden diese Konflikte analysiert, wobei auch beobachtet wird, ob und wie sich populäre Musik abwertenden Hierarchien, Standardisierungen und Normierungen zu entziehen vermag. Darin sehen wir eine produktive Qualität von populärer Musik und insbesondere von Popular Music Studies.

Populäre Musik ist darüber hinaus nicht nur ein Produkt, sondern auch ein wesentlicher Faktor bei der historischen Entstehung pluralistischer und global vernetzter Gesellschaften. Die Popular Music Studies sind mit ihrer Kompetenz für die Analyse kultureller Aushandlungsprozesse, die sich vielfach in engem Austausch mit der Emanzipation marginalisierter Gruppen vollziehen, besonders qualifiziert, um derzeit drängende politisch-kulturelle Fragen zu beantworten. Die Mitglieder von IASPM D-A-CH, GfPM und GMM stellen sich daher entschieden gegen ethnopluralistische, rassistische und nationalistische Deutungsmuster.

Orte der Bildung und Wissenschaft, der Künste und Kulturen, Museen und Archive, Ateliers und Studios, Bühnen und Clubs, alte und neue Medien, Räume für Darstellung und Diskussion sind allesamt offene Räume, die vielen gehören. IASPM D-A-CH, GfPM und GMM verstehen sich daher als Plattformen für einen möglichst grenzenlosen wissenschaftlichen Austausch. Wir stehen für eine offene Gesellschaft, Pluralität und Demokratie. Demokratische Freiheit ist nicht ohne Widersprüche – sie ist niemals einfach. Wir betrachten es deshalb als unsere besondere forschungsethische Verantwortung, Macht- und Marktstrukturen sowie kulturelle Zuschreibungen kritisch zu hinterfragen. Wir erteilen allen Positionen eine deutliche Absage, die meinen, dass die Ausdrucksformen einer Gruppe von Menschen mehr Wert seien als andere.

Wir verteidigen unsere demokratische und wissenschaftliche Freiheit gegen alles, was sie bedroht: völkisch-nationalistische, fundamentalistische, extremistische, populistische oder autoritäre Weltbilder. Wir positionieren uns gegen krakeelende Stimmungsmache, Ausgrenzung und Abwertung von Menschen, wie jede Form von Rassismus, Homo- und Transphobie, Frauenfeindlichkeit, Antisemitismus oder Islamophobie. 

Wir als Forscher_innen von IASPM D-A-CH, GfPM und GMM geben solchen Positionen keinen Raum.

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Call for Papers: Tipping Points: Zum Verhältnis von Freiheit und Restriktion im Urheberrecht

Interdisziplinäre Fachtagung des Weizenbaum-Instituts für die vernetzte Gesellschaft und des Fachausschusses Urheberrecht der Gesellschaft für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung (GMM).

Am 20. & 21. Februar 2020 in Berlin | Deadline: 15. Oktober 2019

Proteste auf der Straße, auf YouTube oder Twitter, Warnungen vor dem Niedergang der Kreativindustrie, Angst vor Eingriffen in die Meinungsfreiheit, Diskussionen um value gap und upload filter: Nach der Verabschiedung der europäischen Urheberrechtsrichtlinie im März 2019 geht eines der umstrittensten Vorhaben in der Geschichte des Immaterialgüterrechts mit der Umsetzung in den Mitgliedstaaten in die nächste Runde.

Diese Kontroverse ist Symptom einer tiefgreifenden Veränderung: Das Urheberrecht und seine verwandten Schutzrechte betrafen früher nur wenige Akteur:innen in einer überschaubaren Anzahl von Branchen. Heute sind diese Rechte zu einer alltagsrelevanten Größe geworden. Wir haben es mit einer Situation zu tun, in der die Grenze zwischen Nutzenden und Schöpfenden verschwimmt und urheberrechtlich relevante Formen des Ausdrucks alltäglich werden. Digitale Kommunikationskanäle und Darstellungsformen sowie neue Formen der Auseinandersetzung mit Bestehendem stellen einen tipping point, einen Wende- bzw. Kipppunkt dar, an dem das Recht vor neuen Herausforderungen steht und dadurch auch die Prozesse der Normsetzung und Normenreform beeinflusst werden.

Neben dem Konflikt um upload filter oder das Leistungsschutzrecht für Presseverleger:innen stellen sich bei der Urheberrechtsrichtlinie weitere wichtige Fragen: Wie wird sich das Verhältnis von Freiheit und Restriktion fortan entwickeln? Welche kreativen Spielräume und Freiheiten werden zukünftig begrenzt, welche werden eröffnet? Anhand der Denkfigur der tipping points möchten wir derartige Grenzfragen untersuchen und dafür wissenschaftliche Studien und praxisorientierte Ansätze zusammenbringen, um den interdisziplinären Austausch und eine kritische und gleichermaßen empirisch wie theoretisch informierte Urheberrechtsforschung voranzutreiben.

Ausrichtung der Tagung

Tipping points verstehen wir als Wende- oder Kipppunkte, die Freiheit ermöglichen und/oder Restriktion bedingen, an denen etwas Neues entsteht oder ein Prozess eine andere Richtung einschlägt. Ein solches Verständnis von tipping points lässt sich auf das Urheberrecht bezogen in mehreren Dimensionen anwenden:

  1. Tipping points in Theorie und Praxis des Urheberrechts (rechtliche Dimension): Wann und nach welchen Kriterien kippt eine Bearbeitung oder Produktion eines Werks in ein neues Werk? Welche Vorstellungen von Neuheit (Originalität, Schöpfungshöhe, Parodie etc.) werden dafür angebracht und wie verändern sie sich? Wie werden solche Vorstellungen in Gesetzgebungsverfahren, in richterlicher, anwaltlicher aber auch künstlerischer Praxis angewendet und an digitale Gegebenheiten angepasst?
  2. Tipping points als gesellschaftlich-historische Entwicklung (soziale Dimension): Welche neuen oder altgedienten Vorstellungen von Nutzer:innen, Kreativen und künstlerisch Produzierenden lassen sich im Urheberrecht herausarbeiten? Welche Konzepte fehlen und sollten Bestandteil des Urheberrechts werden? Wie haben sich die Konzepte soziohistorisch entwickelt und welche Dominanz haben sie heute? Welche Implikationen für die Kreation, Nutzung und Form ästhetischer Werke ergeben sich aus diesen Vorstellungen
  3. Tipping points als technologischer Treiber (technische Dimension): Welche Technologien, Produkte und industrielle Organisationsformen bedingen neue urheberrechtliche Konfigurationen, Debatten und Einordnungen? Welche Akteur:innen sind an diesen Prozessen zu welchen Anteilen und mit welchen Konsequenzen beteiligt? Welche impliziten oder expliziten Vorstellungen vom Verhältnis von Technik und Recht (z. B. cultural lag) dominieren und prägen diese Prozesse? Wie und wann werden technologische Entwicklungen rechtlich relevant bzw. verrechtlicht?
  4. Tipping points in der akademischen Praxis (wissenschaftliche Dimension): Inwiefern wird die urheberrechtliche Debatte in der Wissenschaft von sozialen, politischen und technischen Entwicklungen getrieben? Wie beeinflusst das Urheberrecht die Formen und Möglichkeiten datenbasierter Wissenschaft? Welche Rolle spielen Fördermaßnahmen zum Forschungsdatenmanagement oder die Nutzung offener Infrastrukturen? Wie verändert sich die öffentliche Kommunikation von Wissenschaft, beispielsweise durch Blogs, Social Media oder Schattenbibliotheken?

Ziel der Tagung

Das Ziel der Tagung besteht darin, verschiedene solcher tipping points zu identifizieren, ihre aktuelle und zukünftige Relevanz sowie ihre gegenseitigen Verbindungen zu diskutieren. Damit möchten wir der interdisziplinären Debatte um das Urheberrecht neue Impulse verleihen. Folgende Felder und Fälle könnten unter anderem für unser Vorhaben interessant sein:

  • Urheberrechtliche Grenzen der Gemeinfreiheit
  • Die neue Rolle des Leistungsschutzrechtes auf Europäischer Ebene
  • Neue Werkgattungen und neue Formen von Urheberschaft
  • Verwischung der Grenzen von Nutzer:innen und Urheber:innen
  • Konsequenzen und empirische Analysen zur EU-Urheberrechtsreform
  • Auswirkungen rechtlicher Neuordnungen auf Plattformangebote
  • Urheberrecht und Automatisierung: Filtertechnik & automatische Rechtsdurchsetzung
  • Reformdruck im Urheberrecht durch technologische Entwicklung
  • Open data und die Digitalisierung wissenschaftlicher Medienpraktiken
  • Open access und die ökonomische Verwertung wissenschaftlichen Wissens

Einreichungen

Die Tagung versteht sich als interdisziplinäres Arbeitstreffen und soll dezidiert Raum zur Diskussion und zur Weiterentwicklung von Ideen schaffen. Geplant sind daher zehnminütige Impulsvorträge basierend auf vorab eingereichten Working Papersmit anschließender strukturierter Diskussion. Wir freuen uns auf Einreichungen aus den Rechtswissenschaften, der Soziologie, den Medien-, Kultur- und Musikwissenschaften, den Informations- und Bibliothekswissenschaften sowie angrenzenden Bereichen.

  • Bitte reichen Sie auf Ihrem geplanten Paper basierende Abstracts(maximal 400 Worte und Literaturangaben) sowie eine kurze biografische Notiz (ca. 100 Worte) bis zum 15. Oktober 2019 unter fa-urheberrecht@musikwirtschaftsforschung.de ein.
  • Bis spätestens zum 15. November 2019 erhalten Sie Rückmeldung.
  • Die akzeptierten Beiträge sind bis zum 15. Januar 2020 als Working Paper (2500-5000 Worte) auszuarbeiten und werden als Diskussionsgrundlage für die Tagung den Teilnehmer:innen zur Verfügung gestellt.
  • Eine anschließende Publikation ausgewählter Beiträge in einem interdisziplinären und via open access zugänglichen Sammelband ist geplant.
  • Ggf. besteht die Möglichkeit einer Übernahme von Reise- und Übernachtungskosten.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an das Organisationsteam unter:

fa-urheberrecht@musikwirtschaftsforschung.de

Sophie Beaucamp, LL.M., Rechtswissenschaften, Weizenbaum Institut / HU Berlin

Dr. Sarah-Mai Dang, Medienwissenschaft, Philipps Universität Marburg

PD Dr. Frédéric Döhl, Deutsche Nationalbibliothek (für die DSM-RL-Themenkomplexe TDM und vergriffene Werke)

Lorenz Grünewald-Schukalla, Kommunikationswissenschaft, HIIG Berlin

Georg Fischer, Soziologie, TU Berlin

Konstantin Hondros, Soziologie, Universität Duisburg-Essen

Dr. Henrike Maier, Rechtswissenschaften

Simon Schrör, Soziologie, Weizenbaum Institut / HU Berlin

Dr. Holger Schwetter, Musikwissenschaft

Organisation:Fachausschuss Urheberrecht der Gesellschaft für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung (GMM) zusammen mit dem Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft

Seit seiner Gründung im September 2015 diskutieren die Mitglieder des Fachausschusses Urheberrecht der GMM die vielfältigen Dimensionen und Konsequenzen des technologisch-rechtlich-sozialen Wandels. Dem vielfältigen Problembereich entsprechend ist der Ausschuss interdisziplinär zusammengesetzt: er bringt rechtswissenschaftliche, sozial- und organisationswissenschaftliche sowie musik-, kultur- und medienwissenschaftliche Perspektiven zusammen. Gleichermaßen suchen und fördern wir auch den Austausch mit Akteur:innen aus der Praxis, der Medienindustrie, dem Bibliothekswesen und der Kreativbranche, um die engen Grenzen rein juristischer Diskurse zum Urheberrecht zu überwinden. (Link: http://musikwirtschaftsforschung.de/?page_id=443)

Das Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft – Das Deutsche Internet-Institut ist ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Verbundprojekt aus Berlin und Brandenburg. Das Weizenbaum-Institut erforscht interdisziplinär und grundlagenorientiert den Wandel der Gesellschaft durch die Digitalisierung und entwickelt Gestaltungsoptionen für Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Ziel ist es, die Dynamiken, Mechanismen und Implikationen der Digitalisierung besser zu verstehen. Hierzu werden am Weizenbaum-Institut die ethischen, rechtlichen, ökonomischen und politischen Aspekte des digitalen Wandels untersucht. Damit wird eine empirische Grundlage geschaffen, die Digitalisierung verantwortungsvoll zu gestalten. Um Handlungsoptionen für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu entwickeln, verknüpft das Weizenbaum-Institut die interdisziplinäre problemorientierte Grundlagenforschung mit der Exploration konkreter Lösungen und dem Dialog mit der Gesellschaft. (Link: https://weizenbaum-institut.de/)

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Call for Papers: GMM Best Paper Award 2019

Für den Nachwuchsförderungspreis der GMM auf der Most Wanted Music (MW:M) vom 6. und 7.11.2019 in Berlin suchen wir: 

a)    laufende studentische Forschungsprojekte
b)    abgeschlossene Bachelorarbeiten und
c)    abgeschlossene Masterarbeiten

Die Projekte sollen sich mit musikwirtschaftlichen oder musikkulturellen Themen auseinandersetzen und dürfen nicht älter als 12 Monate ab Einsendung sein. Teilnehmen können Studierende und Absolvent*innen aller Deutschen Hochschulen und Universitäten.

Beispiele für Themen können sich im Themenkomplex der MW:M bewegen, sind jedoch nicht darauf beschränkt:

  • Musik und Wert: Wertschöpfung, Geschäftsmodelle, Branding, Investments, Strategien oder Produkte
  • Musik und Experience: Festivals, Konzerte, VR, AR, Apps, Hologramme
  • Social Impact of Music: Kultur & Ästhetik, Gesundheit, Bildung, Empowerment, Gleichberechtigung, Gender
  • New Music Markets: Internationale und Globale Perspektiven, neue Musik-Trends und Praktiken

Bewerbt Euch bis zum 15.09.2019 mit einer E-Mail an best-paper@musikwirtschaftsforschung.de. Schickt uns dazu eine Zusammenfassung (max. 1,5 Seiten) Eures Forschungs- oder Abschlussprojekts (Deutsch oder Englisch). Wir wählen die besten Einreichungen aus, die auf der MW:M einer fachkundigen Jury und vor Publikum präsentiert werden. Die Präsentationen finden auf Deutsch oder vorzugsweise auf Englisch statt. Alle Teilnemer*innen bekommen Zugang zur MW:M

Preise: Die Gewinner*innen erhalten eine einjährige Mitgliedschaft in der GMM, über die sie an Aktivitäten der Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung, sowie an Nachwuchsveranstaltungen, Forschungs- und Industrieworkshops und Fachausschüssen teilnehmen können. Darüber werden Preise für die Karriereentwicklung junger Forscher*innen vergeben. So erhält die beste Arbeit die Möglichkeit zur Publikation im Jahrbuch der GMM

Fragen? Dann einfach eine Mail an: best-paper@musikwirtschaftsforschung.de

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GMM Summer Institute 2019 in Porto: Ein Rückblick

von Matthes Köppinghoff

Informationsaustausch, Networking, spannende Vorträge – und das alles mit Blick aufs Meer: Zum fünften Mal ereignete sich das Spring Institute der Gesellschaft für Musikwirtschaft- und Musikkulturforschung (GMM). In ausgeruhter und produktiver Atmosphäre haben sich im März 2019 in Porto wieder Musikforscher_innen zum Austausch getroffen.

Auch in diesem Jahr kamen zum Spring Institute Interessierte rund um Fragen zur Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung in die zweitgrößte Stadt Portugals. Was ein wenig nach Urlaub klingt, hat damit aber in erster Linie nichts zu tun. Statt Freizeit steht die Wissenschaft im Vordergrund: Innerhalb von einer Woche gilt es für die teilnehmenden Wissenschaftler*innen und Musikforscher*innen, konzeptuelle Herausforderungen von Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung zu beleuchten. Was sind neue Entwicklungen, ökonomisch und kulturell? Welche sozialen Innovationen gibt es in Musikwirtschaft und Musikkultur? Der entspannte Rahmen gibt dabei Kraft für die geistige Arbeit, nach zahlreichen Arbeitsstunden klingen die Tage auch gern am Atlantikstrand oder am Flussufer des Douro aus.

Prof. Dr. Carsten Winter von der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover begrüßt die Teilnehmer_innen. Spannende Vorträge gibt es unter anderem von Prof. Dr. Barbara Hornberger („Zwischen Ignoranz und Kolonialisierung: Populäre Musik und kulturelle Bildung“) und Dr. Anita Jóri („What’s your Problem with Electronic Dance Music?“). Diese, aber auch der Vortrag von Prof. Dr. Thomas Düllo („Pop ist rund. Das Narrativ des Runden und Rollenden, Kugelnden und Kreisenden im Pop“) leiten in spannende und dazu intensive Diskussionen über.

Die Tagesablaufpläne sind eng getaktet: So stellen Prof. Dr. Carsten Winter und Christine Preitauer auch ihr Forschungsprojekt zur Festivalformatentwicklung vor. Weiter geht es mit dem Methodenkolloquium: In diesem Jahr steht besonders die Situationsanalyse nach Adele Clarke im Fokus. Die Teilnehmer*innen können sich mit der Methode in Workshops vertraut machen, sich austauschen, von bereits gemachten Erfahrungen berichten. Daniel Suer (Universität Siegen) möchte in seinem Dissertationsvorhaben („Spannungsfelder: zur situationsanalytischen Untersuchung von Tanz im Heavy Metal“) auch die Situationsanalyse nutzen – und bekommt in Porto direkt Unterstützung von anderen Forschenden, Einschätzungen und Ratschläge.

Ein sehr wichtiges Ziel des Summer Institute ist es, jüngeren Forscher_innen strukturierte und individuelle Hilfestellung zu geben; sowohl bei Arbeiten ganz am Anfang, aber auch bei schon fortgeschrittenen Dissertationsvorhaben. Die Fortschritte der Kolleg_innen werden durchdacht und konstruktiv diskutiert.

Für die Teilnehmer_innen hat das den Vorteil, unmittelbar qualifiziertes, wissenschaftliches Feedback für die eigene Arbeit zu bekommen und auch im Anschluss nach den Vorträgen noch die Zeit und Luft zu haben, sich über die Dissertationsvorhaben unterhalten und austauschen zu können. Wann hat man sonst im normalen Alltag zuhause solche Möglichkeiten und kann fruchtbare Gedanken mit anderen in dieser Form teilen? Klarer Vorteil: GMMSI.

Ein Dissertationsvorhaben kann kostbare Nerven rauben. Umso wichtiger ist da, dass das Spring Institute motiviert. Wer sich über mehrere Stunden den Kopf über das eigene Forschungsvorhaben und das der anderen gemacht hat, der hat sich am Ende auch einen entspannten Tagesausklang verdient. Umso besser, wenn man dann mit Gleichgesinnten den Tag und die eigene Arbeit Revue passieren lassen und auch daraus wieder Kraft tanken kann.

Fazit: Auch das Spring Institute 2019 ist wieder sehr kurzweilig gewesen; anstrengend, ja, aber vor allem auch sehr ergiebig und effektiv. Schon jetzt steht fest, dass es weitergeht – und die Teilnehmer*innen freuen sich schon auf das nächste Mal.