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Call for Papers: Musik & Krisen / Music & Crises (GER/ENG)

English Version Below

Call for Papers: Musik & Krisen

Für das sechste Jahrbuch Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung 2021

Herausgeber*innen: Lorenz Grünewald-Schukalla M.A., Prof. Dr. Barbara Hornberger, Dr. Anita Jóri, Dr. Steffen Lepa, Dr. Holger Schwetter und Prof. Dr. Carsten Winter

Musik und Krisen geraten immer wieder in dynamische Zusammenhänge. Das war auch 2020 so, das global ein Krisenjahr war, mit einer Krise, deren Ausmaße, Folgen und Herausforderungen erst absehbar werden. Maßnahmen gegen Covid-19 griffen und greifen global in den Alltag der Menschen ein und drängten z.B. die globale Klimakrise in den Hintergrund, während überall auf der Welt Demokratien und Diktaturen Stresstests mit möglicherweise nachhaltigen Folgen unterzogen wurden und werden.

Covid-19 trifft die Musikwirtschaft- und die Musikkultur hart. Mit dem Live-Sektor kommt ausgerechnet jener Bereich komplett zum Erliegen, der in den letzten Jahren Wachstum schuf und im Tonträgermarkt wegbrechende Einnahmen kompensierte. Für viele Akteur*innen, wie etwa für Solo-Selbständige, aber auch für Veranstalter*innen und Kulturorte brechen Existenzgrundlagen weg. Es wird deutlich: Strukturen und Organisationen, die auch unter Krisenbedingungen von allen für alle Zukunft ermöglichen, sind nur teilweise entwickelt.

Diese Situation bietet der Wissenschaft die Gelegenheit, Musik und Krisen grundlegend zu betrachten. Musik spielt auch und gerade in Krisen vielfältige Rollen: Mit ihr ist es möglich, Kritik zu üben, Stellung zu beziehen, Trends zu verstärken oder Emotionen Ausdruck zu verleihen. Während des Vietnamkriegs wurde mit ihr Widerstand geübt; im 2. Weltkrieg wurden Durchhalteparolen mit Schlagern verstärkt. In jeder Krise steckt immer auch transformatorisches Potential: Krisen beschleunigen Entwicklungen und können dabei z.B. also auch Ungleichheiten verstärken. Nicht zuletzt sind Musikmarkt und Musikkultur ständig von technologischen Transformationskrisen geprägt, als die einige aktuell z.B. die Digitalisierung wahrnehmen, weil hier einige Akteur*innen sich überfordert fühlen und gleichzeitig neue Akteur*innen sichtbar werden.

So stellen sich erneut 2020 Frage nach dem Zusammenhang von Musik und Krise mit Dringlichkeit: Wie ändern sich Zusammenhänge, wie die zwischen Musikkultur und Musikwirtschaft? Welche Rolle spielt (und spielte) Musik in Transformationsprozessen, die durch Krisen ausgelöst werden? Welche Rollen spielt Musik in den vielfältigen aktuellen Krisen: Klimawandel, Covid-19, Europäische Union, Populismus und neue Autokratien, um einige zu nennen? Welchen neuen Schub für die Digitalisierung, für neue Formate und Strategien der Publikumsbindung, aber auch für die Interessenvertretung verschiedenster Akteure treiben die aktuellen Maßnahmen gegen die Pandemie? Wie reagierten Musikkünstler*innen auf die Pandemie-Situation? Verändern Covid-19 und Folgen vielleicht die Produktion und Verteilung oder auch Nutzung von Musik oder gar die Musikkulturpolitik?

Mögliche Themen für das Jahrbuch können sein:

  • Neue Herausforderungen für die Interessenvertretung und Musikkulturpolitik
  • Musikkulturen als Akteure in Krisen
  • Musikmärkte und ökonomische und politische Krisen
  • Musiker*innen in der Krise: Fallstudien oder Genre-bezogene Analysen
  • Veranstalter*innen in der Krise: Beispiele für Reaktionen, Initiativen, Umgangsweisen, neue (ggf. auch private oder illegale) Formate
  • Musikhören in der Krise: Neue individuelle oder kollektive Rezeptionsmuster?
  • Covid-19 und neue digitale Streaming-Events: Perspektiven von Kommunikator*innen  oder Rezipienten*innen auf ein neues Medienformat
  • Krise als Thema in Lyrics und Musikproduktion: Wie werden aktuelle und vergangene Krisen thematisiert?
  • Auswirkungen von Corona auf Musikmärkte: Analysen der ökonomischen und kulturellen Folgen

Der Call richtet sich an Wissenschaftler*innen aller Disziplinen, die zu “Musik und Krisen” arbeiten, sowie auch an Künstler*innen oder Akteur*innen der Musikwirtschaft. Erbeten sind Beitragsskizzen (max. 1.500 Worte, Word-Datei) bis zum 30.04.2021 an jahrbuch@musikwirtschaftsforschung.de. Über die Annahme wird bis zum 20.05.2021 entschieden. Die Abgabe der Beiträge wird bis zum 31.07.2021 erwartet. Ausgewählte Beiträge sollen in einem thematischen Konferenzpanel im Spätsommer 2021 in Vortragsform vorgestellt werden. Der Band wird im dritten Quartal 2022 publiziert. Über Hinweise zur Manuskriptgestaltung wird in einer separaten Mail informiert. Bei Rückfragen wenden Sie sich an jahrbuch@musikwirtschaftsforschung.de.

Call for Papers: Music & Crises

For the sixth yearbook of the German Association for Music Business and Music Culture Research, published in 2022 and edited by Lorenz Grünewald-Schukalla M.A., Prof. Dr. Barbara Hornberger, Dr. Anita Jóri, Dr. Steffen Lepa, Dr. Holger Schwetter and Prof. Dr. Carsten Winter

The interrelationship between music and crises has always been dynamic. This is also true for 2020, which turned out to be a year of global crisis, with resulting consequences and challenges to be seen in the near future. Measures against COVID-19 intervened in people’s everyday lives and pushed the global climate crisis into the background, while democracies and dictatorships all over the world were deeply challenged with long-lasting structural consequences.

COVID-19 has hit the music industry and music culture especially hard. The concert business has come to a complete standstill; the very sector that created growth in recent years and compensated for the loss of income in the recording market. For many protagonists, such as solo self-employed artists, but also for organizers and cultural venues, the basis of their existence has been lost. It is becoming clear that structures and organizations that would guarantee a future for all actors even under crisis conditions, have only been partially developed.

This situation offers scholars the opportunity to take a deeper look at the relationship between music and crises. Music can play a variety of roles in crises: It can be used to criticize something, to take a stand on different themes, to reinforce trends, or to express emotions. During the Vietnam War, music was used for resistance; during World War II, folk songs were employed to popularize perseverance slogans. However, there is always a transformational potential in every crisis: Crises can accelerate sustainable developments and reinforce inequalities. And last but not least, music markets and cultures are also characterized by crises in the wake of technological transformation crises, such as digitization, which can overstrain established actors and make new ones visible.

During the unusual circumstances of 2020, the question of the relationship between music and crisis arises more than ever: How do established relationships change, such as those between music cultures and the music industry? What role does (and did) music play in transformation processes triggered by crises? Which roles does music play in the different current crises (climate change, COVID-19, European Union, populism, and new autocracies, to name a few)? What new drivers for digitization, new formats and audience engagement strategies are created in the current pandemic? How did musicians respond to the pandemic situation? Does COVID-19 change the way music culture is treated politically? And how about its production and distribution and its use?

Possible topics for the yearbook could be:

  • New challenges for the standing of music in cultural policy
  • Music cultures as actors in crises
  • Music markets in financial and political crises
  • Musicians in crises: case studies or genre-related analyses of how musicians deal with crises
  • Event industry in crises: examples of responses, initiatives, ways of dealing, new event formats (including private or illegal)
  • Listening to music in crises: analyses of new individual or collective patterns of reception
  • Streaming events: organizers’ or recipients’ perspectives on a new media format
  • Crisis as a theme in lyrics and music production: How to make current and past crises a subject of discussion?
  • Impact of COVID-19 on music markets: analyses of financial and cultural consequences

The call is addressed to scholars of all disciplines, artists or actors in the music industry who work on the topic of „Music and Crises“. Please submit your abstract (max. 1,500 words, Word file) to jahrbuch@musikwirtschaftsforschung.de until 30.04.2021. The authors of the selected abstracts will be informed by 20.05.2021. Then the submission deadline is 31.07.2021. (The style guide will be provided in a separate email.) Selected contributions are planned to be presented at a conference panel in autumn 2021. The volume will be published in the second half of 2022. If you have any questions, please contact us via jahrbuch@musikwirtschaftsforschung.de

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CfP: GMM Summer Institute: Selbstreflexivität und Positionierung im eigenen Forschungsprojekt

6. GMMSI: 7. Oktober – 14. Oktober 2021, Porto, Portugal

Die Gesellschaft für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung lädt zum 6. GMM Summer Institute ein.

Download des vollen Programms [PDF]

ZIELE // Das GMM SI versammelt seit 2015 Interessierte, um Fragen zu Musikkultur- und Musikwirtschaftsforschung mit unterschiedlichen Schwerpunkten zu diskutieren. 2021 soll es vor allem um konzeptionelle und methodische Fragen gehen, die sich um die eigene Positionierung im Forschungsvorhaben drehen. Es bietet insbesondere jüngeren Forscher*innen Möglichkeiten der Kooperation und individuelle Hilfestellungen bei ihrer Arbeit. GMM SI-Formate erlauben Interaktionen mit etablierten Forscher*innen und Musikwirtschaftsakteur*innen und den Aufbau von Kontakten in der Regel sowohl zu Wissenschaft als auch der Musikpraxis.

OFFENHEIT // Das GMM SI ist nach Rücksprache mit den wiss. Verantwortlichen offen für weitere thematische Beiträge.

FORM & INHALT // Das GMM SI ermöglicht Teilnehmer*innen auf wiss. Qualifikationsstufen (MA, PhD, Post-doc) Feedback auf die eigene Arbeit (1) und fördert Diskussionen mit Wissenschaftler*innen und Musikwirtschaftsakteur*innen. 2021 stehen Epistemologie, Wissenschaftstheorie, Situationsanalyse und die Entwicklung neuer Musiknetzwerke als Schnitt­stellen von Musikwirtschaft und Musikkultur im Fokus (2). Die konkreten Veranstaltungsformate werden vor Ort mit den Teilnehmer*innen entwickelt. Erstmals sind 2021 auch Formate für die dritte Qualifikationsphase (Bewerbung, Projekte, Habilitation) sowie ein internationales Musikwirtschaftspanel mit Branchenakteuren geplant (3).

NUTZEN FÜR DIE TEILNEHMERINNEN // Das GMM SI vernetzt Akteur*innen und erlaubt Einblicke in aktuelle Forschungs-, Publikations-, Lehr- und Unternehmensprojekte. Teilnehmer*innen erhalten qualifiziertes wiss. Feedback auf der Basis ihrer Präsentationen. Diese sollen ihr Vorhaben mit Blick auf Theorie, Methode, praktische Implikationen und den eigenen Beitrag zur Forschung reflektieren. Von allen Teilnehmer*innen wird eine Projekt-Präsentation und aktive Mitarbeit, z.B. in Form von Feedback oder Mitarbeit an einem interaktiven Format erwartet.

Veranstaltungsort // Übernachtung: Buchen Sie Ihre Unterkunft, nachdem Sie Ihre Teilnahmebestätigung erhalten haben, bitte selbst. Die Veranstaltungen des GMMSI 2021 werden im CASA DIOSCESANA SEMINÁRIO DE VILAR (rua arcediago von zeller, 50, 4050-621 Porto – www.seminarodevilar.pt) stattfinden. Dort können individuell, je nach Reisedaten, Zimmer gebucht werden (EZ/DZ inkl. Frühstück ab 55€/Nacht + 2€ Tax). Bitte reservieren Sie Ihr Zimmer beim Seminário: reservas@seminariodevilar.pt. Die Übernachtungskosten tragen die Teilnehmer*innen selbst.

ANMELDUNG & GEBÜHR // Die Bewerbung zum Kolloquium erfolgt mit Abstract (400 – 500 Wörter) und Kurz-Lebenslauf bis zum 30. April per Mail an Christian Rhein und Svenja Reiner (mail@christianrhein.de; s.reiner@hs-osnabrueck.de). Die Abstracts sollten Auskunft geben über die Forschungsfrage, den Stand der Arbeit und das Format, in dem vor Ort gearbeitet werden soll – denkbar sind neben Vorträgen auch Textwerkstatt, Fishbowl, World Café, u.a. Über die Teilnahme wird umgehend entschieden, damit günstig Porto-Flüge (z.B. fliegen Ryanair und Eurowings Porto aus mehreren deutschen Städten an) gebucht werden können. Die Teilnahme kostet 100 € (GMM-Mitglieder 50€). Nach Bestätigung der Teilnahme und Überweisung des Teilnahme-Beitrags auf das unten angeführte Konto teilen Sie Christian Rhein bitte per Mail (mail@christianrhein.de) Ihre Reisedaten (Ankunftstag und -uhrzeit sowie Abreisetag und -uhrzeit) mit.

Gesellschaft für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung, VR-Bank Altenburger Land eG, Skatbank, IBAN: DE35 8306 5408 0004 8682 34

WISSENSCHAFTLICHE LEITUNG // 

  • Prof. Dr. Barbara HORNBERGER (Hochschule Osnabrück)
  • Prof. Dr. Carsten WINTER (Hochschule für Musik, Theater und Medien, Hannover)
  • Prof. Dr. Rainer WINTER (Alpen Adria Universität Klagenfurt)

VERANSTALTER: GMM e.V. – verantwortlich für das GMMSI: Prof. Dr. Barbara Hornberger & Prof. Dr. Carsten Winter

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Workshop zu Verwertungsgesellschaften in der Medienindustrie: Programm veröffentlicht

Aufnahme von Martin Fisch unter CC-BY 2.0 (Quelle: Flickr)

Am 25. und 26. März findet ein interdisziplinärer Workshop zu Verwertungsgesellschaften statt, den Georg Fischer und Malte Zill in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung organisieren. Der Call dazu ist hier zu finden.

Der Workshop steht unter dem Titel: „Monopole im medienindustriellen Komplex? Verwertungsgesellschaften gestern, heute, morgen“. Geplant sind insgesamt zehn Kurzvorträge von Forscher*innen wie Praktiker*innen aus dem Feld.

Der Workshop will Schlaglichter auf verschiedene Fragen und Themen werfen. Darunter: Was ist das Besondere am Organisationstyp VG? Wie lassen sich die Entwicklungspfade von Verwertungsgesellschaften historisch erklären? Und wie sieht ihre Zukunft aus?

Das vollständige Programm ist seit Kurzem veröffentlicht und steht unter diesem Link als PDF zur Verfügung.

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6. GMM Best Paper Award 2020 für junge Forscher*innen verliehen

Trotz der widrigen Umstände der Covid-19-Pandemie fand am 05.11.2018 erneut der GMM Best Paper Award (BPA) statt. In einer Zoom-Konferenz stellten junge Wissenschaftler*innen eigene Studien vor und diskutierten mit einer interdisziplinären Jury aus erfahrenen Wissenschaftler*innen.

In der Vorauswahl des BPA reichen Studierende ihre Bachelor-, Master- oder Projektarbeiten ein. Eine Jury der GMM prüft die Arbeit auf wissenschaftliche Qualität und entscheidet über die Teilnahme beim Finale. Sechs Forscher*innen schafften es in den Live-Workshop und präsentierten ihre Arbeiten. Ihre Studien deckten dabei eine ganze Bandbreite von Themen und Disziplinen ab. Neben Fragen nach Entschleunigungswahrnehmungen und Klang, zu Musikveranstaltungen oder dem Wandel des Musiklizenzmanagements beschäftigten auch Forschungen zu neuen Karrieremöglichkeiten von Musiker*innen die Workshopteilnehmer*innen.

Die Jury bestand aus Dr. Anita Jóri (Universität der Künste, GMM), Dr. Holger Schwetter (Universität Kassel), Prof. Michael Ahlers (Leuphana Universität) und Lorenz Grünewald-Schukalla (GMM). Sie bewerteten die Arbeiten hinsichtlich ihrer wissenschaftlichen Qualität und Relevanz. Zu gewinnen gab es Preise, die die jungen Wissenschafter*innen in Ihrer Karrierentwicklung unterstützen sollen.

Prämiert wurden:

Anastasia Tserea (HMTMH Hannover) mit einer Master-Arbeit zu “Artist-Self-Development: Eine qualitative Untersuchung neuer Karriere- bzw. Wertschöpfungsmöglichkeiten und erforderlicher Kompetenzen von Pop-Musikschaffenden in der digital transformierten Musikwirtschaft”. Sie erhält die Möglichkeit zur Publkation ihrer Studie im Jahrbuch der GMM.

sowie 

eine Projektgruppe der Hochschule Macromedia, Hamburg, die verschiedene Studien zu Perspektiven des Musikveranstaltungsmanagements in der Corona-Krise durchgeführt hat. VertreterInnen der Gruppe werden zur GMM Spring School eingeladen und erhalten so die Möglichkeit den wissenschafltichen Austausch zur Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung zu vertiefen.

Ein Sonderpreis für eine herausragende Präsentation wurde vergeben an Valentin Kellein (Universität der Künste Berlin) mit einer Arbeit zu Entschleunigung und Kontemplation durch Klang.

Wir wünschen allen Gewinner*innen viel Erfolg für ihre weitere Laufbahn!

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Call for Papers: Monopole im medienindustriellen Komplex? Verwertungsgesellschaften gestern, heute, morgen (Einreichfrist: 30.11.2020)

Aufnahme von Martin Fisch unter CC-BY 2.0 (Quelle: Flickr)

Frist für Beitragsvorschäge: 30.11.2020; Online-Workshop am 25. und 26.03.2021; Abschlusskonferenz am 23. und 24.09.2021. Organisiert von Dr. Georg Fischer und Malte Zill in Kooperation mit der Gesellschaft für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung. Dieser CfP als PDF zum Download.

Monopole im medienindustriellen Komplex? Verwertungsgesellschaften gestern, heute, morgen

In Deutschland gibt es 13 Verwertungsgesellschaften[1], von denen GEMA, VG Wort oder VG Bild-Kunst die größten und bekanntesten sind. Als monopolistische, Ressourcen verwaltende Akteurinnen nehmen Verwertungsgesellschaften schon seit Beginn des 20. Jahrhunderts eine zentrale Rolle für Kreative in den bürokratischen Strukturen der Medienindustrie ein. Dabei laufen die von ihnen bearbeiteten Prozesse oft unbemerkt im Hintergrund ab.

Meist sind es Konflikte mit Nutzer:innen oder Anbieter:innen urheberrechtlich geschützter Werke, die Verwertungsgesellschaften für kurze Phasen medial und diskursiv sichtbar werden lassen, zum Beispiel beim Streit zwischen Youtube und der GEMA oder zwischen Martin Vogel und der VG Wort um die Ausschüttungen bei Privatkopievergütungen. Die Parteien stehen sich hier oft unversöhnlich gegenüber: Den Urheberrechtsorganisationen wird regelmäßig Ausdehnung und Machtkonzentration vorgeworfen – oftmals verbunden mit Fundamentalkritik an ihren als unübersichtlich, ausufernd oder schlicht dysfunktional angesehenen Strukturen. Die Verwertungsgesellschaften lehnen diese Vorwürfe üblicherweise kategorisch ab, belegen ihrerseits moderne Nutzungsszenarien teils mit scharfen Verdikten (etwa „Diebstahl“, „Piraterie“, „Raubkopie“) und stellen auf ihre Funktion als Anwältinnen und Interessensvertretung der Kreativen ab.

So rasant diese Konflikte die mediale Präsenz von Verwertungsgesellschaften ansteigen lassen, so schnell ebbt das Interesse an ihnen wieder ab, wenn eine detaillierte, tiefer gehende Beschäftigung mit Abrechnungsschlüsseln, Verteilungsplänen und Bewertungsmechanismen jenseits einzelner markanter Fälle anstünde. Die Ambivalenz aus Relevanz und Unsichtbarkeit kann ein Hinweis darauf sein, warum der Forschungsgegenstand Verwertungsgesellschaft abseits der Rechtswissenschaft bislang eher sporadisch bearbeitet wurde.[2]

Insbesondere in der sozial-, geschichts-, kultur- und medienwissenschaftlichen Forschung stellen Studien zu Organisationsformen, Wandel und Effekten von Verwertungsgesellschaften also ein Desiderat dar. Dabei wäre eine interdisziplinär aufgestellte, dezidiert sozial- und geschichtswissenschaftlich informierte und systematisch orientierte Forschungsperspektive zur Organisationsform Verwertungsgesellschaft unerlässlich, um die Gefüge der Medienindustrie von der Seite der Verwertungsstrukturen her zu betrachten. Denn Verwertungsgesellschaften sind zentrale Akteurinnen und machtvolle Interessensvertreterinnen, die rechtlich-wirtschaftliche Entwicklungen selbständig vorantreiben, dabei Eigeninteressen als Organisationen verfolgen und ein dichtes Netz reziproker Wirkungsverhältnisse mit Musik, Film, Wissenschaft, Literatur, Kunst, Fotografie und weiteren Feldern ausbilden.

Ausgehend von dieser These laden wir – der Soziologe Georg Fischer und der Musikwissenschaftler Malte Zill in Kooperation mit der GMM – zu einer interdisziplinären wissenschaftlichen Tagung in zwei Teilen ein, um Untersuchungen zu Verwertungsgesellschaften, ihren Praktiken und Organisationsformen vorzustellen und gemeinsam zu diskutieren. Ziel der Tagung ist es, sowohl generalisierbare Perspektiven auf und Aussagen über Verwertungsgesellschaften zu erarbeiten sowie spezifische Fälle und Studien einzelner Verwertungsgesellschaften zu diskutieren. Die Ergebnisse sollen Anfang 2022 in einer gemeinsamen Publikation veröffentlicht werden.

Besonders interessant erscheinen uns folgende Fragen und Themen, die sich um das Gestern, das Heute und das Morgen von Verwertungsgesellschaften drehen:

1. Verortung der Organisationsform Verwertungsgesellschaft in der Medienindustrie

  • Unter welchen Rahmenbedingungen entstanden Verwertungsgesellschaften, wie entwickelten sie sich und inwieweit sind sie miteinander vergleichbar?
  • Welche Mechanismen der Urheberrechtswahrnehmung und -verwertung nutzen Verwertungsgesellschaften? Welche technischen, rechtlichen und bürokratischen
    Mittel werden verwendet? Welche Kunstformen eignen sich besonders gut (oder besonders schlecht) zur urheberrechtlichen Wahrnehmung?
  • Welcher professionelle Hintergrund und welche Ausbildungsprofile lassen sich in den Biographien der Mitarbeiter:innen von Verwertungsgesellschaften feststellen?
  • Welche Funktionen übernehmen die tendenziell monopolistischen Verwertungs-gesellschaften im medienindustriellen Komplex und wie steht es um ihr Verhältnis zur Staatlichkeit?
  • Welche Möglichkeiten bieten Verwertungsgesellschaften als historische Archiv- und Datenquellen? Welche Konsequenzen haben Digitalisierung, Algorithmisierung und Big Data-Analysen für die Verwertungsgesellschaften und ihre Erforschung?

2. Studien zu Praktiken der Verwertungsgesellschaften

  • Wie gestalten Verwertungsgesellschaften das Binnenverhältnis zu ihren Mitgliedern? Welche Wirkungen haben Verwertungsgesellschaften auf ästhetische Produkte und künstlerische Praktiken? Nehmen Verwertungsgesellschaften über die direkte (bspw. über Stiftungen) oder indirekte (über den Verteilungsplan) finanzielle Förderung eine Wertung der ihr treuhänderisch angetragenen Rechte vor?
  • Wie lassen sich die Mitglieder von Verwertungsgesellschaften charakterisieren? Bilden sich Fraktionen, bspw. der Verlage und der Autor:innen, „E- und U-Komponist:innen“? Wie gestaltet sich der Diskurs zwischen diesen einzelnen Gruppen und wie ist Entscheidungsfindung organisiert?
  • Wie vernetzen sich Verwertungsgesellschaften untereinander sowohl national (bspw. GEMA und GVL) als auch international (bspw. multilateral in der CISAC oder bilateral über Gegenseitigkeitsverträge)?
  • Auf welche Weise versuchen Verwertungsgesellschaften auf die Entwicklung des nationalen und internationalen Urheberrechts einzuwirken?
  • Wie positionieren sich Verwertungsgesellschaften gegenüber neuen oder alternativen Rechts- oder Vergütungsmodellen wie Creative Commons-Lizenzen?

3. Verwertungsgesellschaften in gesellschaftlichen Diskursen

  • Mit welchen Selbstzuschreibungen versuchen Verwertungsgesellschaften ihre Arbeit zu legitimieren – mit welchen Fremdzuschreibungen wird ihnen diese Legitimation abgesprochen? Lassen sich rhetorische Strategien und diskursive Muster ausmachen?
  • Wie verhalten sich Verwertungsgesellschaften gegenüber ihren „Kund:innen“, den Nutzer:innen urheberrechtlich geschützter Werke und umgekehrt?
  • Wie positionieren sich Verwertungsgesellschaften in ihren PR-Kampagnen und mit welchen narrativen Mustern werden die Diskussionen über Verwertungsgesellschaften in unterschiedlichen Medien geframed?
  • Welche Informationsasymmetrien entstehen aus der Präsenz der Verwertungs-gesellschaften in den Medien und wie wirken diese auf die Diskussion um das Urheberrecht?
  • Wie beschreiben Verwertungsgesellschaften ihre eigene Geschichte? Wie werden Verwertungsgesellschaften mit historischen Entwicklungen in Verbindung gebracht?
  • Und schließlich: Wie verhalten sich Verwertungsgesellschaften während gesellschaftlichen Krisen, wie beispielsweise Weltkriegen, Wirtschaftskrisen oder Pandemien?

Einreichungen

Wir freuen uns über theoretisch wie empirisch fokussierte Beitragsvorschläge aus den Sozial-, Kultur- und Medienwissenschaften, aus der Geschichte, den Rechtswissenschaften und angrenzenden Disziplinen. Die Tagung versteht sich als interdisziplinäres Arbeitstreffen und soll Raum zur Diskussion und zur Weiterentwicklung von Ideen schaffen. Aufgrund der Corona-Pandemie fassen wir eine zweigeteilte Veranstaltung ins Auge: Für den 25. & 26.03.2021 planen wir einen Online-Workshop mit 15- bis 20-minütigen Impulsvorträgen, die auf vorab eingereichten Arbeitspapieren basieren und ausreichend Zeit zur Diskussion bieten. Die auf dieser Grundlage ausgearbeiteten Artikel möchten wir in größerem Rahmen auf einer Abschlusskonferenz am 23. & 24.09.2021 in Berlin präsentieren und diskutieren.

  • Bitte reichen Sie auf Ihrem geplanten Papier basierende Abstracts (maximal 400 Worte und Literaturangaben) sowie eine kurze biografische Notiz (ca. 100 Worte) bis zum 30. November 2020 ein unter vg.forschung@gmail.com.
  • Die Beiträge sind bis zum 10. März 2021 als Working Paper (5–10 Seiten) auszuarbeiten und werden als Diskussionsgrundlage für den Online-Workshop den Teilnehmer:innen zur Verfügung gestellt.
  • Eine anschließende Publikation ausgewählter Beiträge in einem interdisziplinären und via Open Access zugänglichen Sammelband ist in Vorbereitung.
  • Bei Fragen stehen wir gerne unter vg.forschung@gmail.com zur Verfügung.

Organisation

Dr. Georg Fischer, Soziologe mit Schwerpunkt empirische Urheberrechtsforschung und Redakteur bei iRights.info
Malte Zill, Musikwissenschaftler, promoviert zur Geschichte der Verwertungsgesellschaften im „Dritten Reich“ an der Universität Hamburg
in Kooperation mit der Gesellschaft für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung (GMM)

Literaturverzeichnis

Dommann, Monika (2014): Autoren und Apparate, Frankfurt/Main: S. Fischer.
Dümling, Albrecht (2003): Musik hat ihren Wert, Regensburg: ConBrio.
Fetthauer, Sophie (2007): Musikverlage im „Dritten Reich“, Hamburg: von Bockel.
Fischer, Georg (2020): Sampling in der Musikproduktion. Das Spannungsfeld zwischen Urheberrecht und Kreativität, Marburg: Büchner.
Heker, Harald; Riesenhuber, Karl (Hg.) (2018): Recht und Praxis der GEMA. Handbuch und Kommentar, Berlin: De Gruyter.
Hutter, Michael (2006): Neue Medienökonomik, München: Wilhelm Fink.
Krones, Hartmut (2014): Das Ende der „alten“ A.K.M. (März 1938), die Gründung der „neuen“ AKM (Juni 1945) und die Folgen, Wien: AKM.
Schmidt, Manuela (2005): Die Anfänge der musikalischen Tantiemenbewegung in Deutschland, Berlin: Duncker & Humblot.
Heinemann, Tobias (2017): Die Verteilungspraxis der Verwertungsgesellschaften, Tübingen: Mohr Siebeck.
Keiderling, Thomas (2008): Geist, Recht und Geld. Die VG WORT 1958–2008, Berlin: De Gruyter.
Melichar, Ferdinand (1983): Die Wahrnehmung von Urheberrechten durch Verwertungsgesellschaften: Am Beispiel der VG Wort, München: Hermann Luchterhand.
Zill, Malte (2020): 1933/1945/2012 – Konflikte zwischen „Musikverbrauchern“ und Verwertungsgesellschaften im historischen Kontext, in: Schrör, Simon; Fischer, Georg; Beaucamp, Sophie; Hondros, Konstantin (Hg.): Tipping Points. Freiheit und Restriktion im Urheberrecht, Baden-Baden: Nomos, S. 97–116.


[1] Siehe dazu die Website der Deutschen Patent- und Markenamtes DPMA, das die Verwertungsgesellschaften und die dazugehörigen -einrichtungen kontrolliert: https://www.dpma.de/dpma/wir_ueber_uns/weitere_aufgaben/verwertungsges_urheberrecht/aufsicht_verwertungsges/index.html (10.10..2020).

[2] Monika Dommann (2014) lieferte die vermutlich einzige historische Überblicksdarstellung, die systematisch auf Verwertungsgesellschaften fokussiert. In der Regel sind Verwertungsgesellschaften nur Teil größerer Rahmensetzungen, siehe bspw. Fischer (2020), Fetthauer (2007), Hutter (2006), Krones (2014), Schmidt (2005) oder Zill (2020). Gängig dagegen sind selbstreferentiell angelegte Arbeiten wie Jubiläumsschriften und organisatorische Selbstbeschreibungen, siehe Dümling (2003), Heinemann 2017, Heker/Riesenhuber (2018) oder Keiderling (2008).

Dieser CfP als PDF zum Download.

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“Musik & Empowerment” – A book presentation

On 19th October we held a panel discussion on our new GMM yearbook “Musik & Empowerment”, edited by Michael Ahlers, Lorenz Grünewald-Schukalla, Anita Jóri and Holger Schwetter. The event was hosted in the backyard of Echo Bücher, a book store with a special focus on electronic music and sonic arts. The store used to be in Wedding (Berlin), but this year it was relocated to the legendary record store Hard Wax in Kreuzberg.

From left to right: The authors Mine Welzel, Desirée Blank, Laurene Frey, Katja Brunkhorst and host/editor Anita Jóri.

Four authors of the book accepted our invitation to the panel discussion: Désirée Blank, Katja Brunkhorst, Laurena Frey and Mine Wenzel were the panelists and the discussion was moderated by Anita Jóri. 

The volume “Musik & Empowerment” deals with the connection between music, business and empowerment. Empowerment is understood as the possibility of becoming visible for marginalized or relatively powerless groups. The book discusses different questions of power and exclusion in music cultures and business. How do these power relations look currently? How were they historically? Can it still be assumed that participation in group processes alone is already an essential motor for the emergence of a sense of empowerment? Or, from an individual perspective, is it more about giving individuals more control over their lives? Both aspects are highlighted by different contributions in this book and we also discussed them at this event.

The discussion started with short presentations by the panelists on their chapters in the book.  

Katja Brunkhorst asked how and what women in (punk)rock write (about) themselves and their experiences in such a traditionally male-dominated scene. Being a 40+ woman “still” singing in a rock band herself she also addresses the invisibility of older women in popular culture. She focused on the question of what needs to be done today to challenge and change that status quo towards true empowerment.

Désirée Blank and Laurena Frey demonstrated their survey that examines the perception of gender equality of employees, musicians and other members of the music industry in Mannheim. Their analysis is the first step in acquiring a broader picture of gender (in-)equality in the industry. They also delivered new approaches that can be reviewed in future examinations.

Mine Wenzel digged into the potentials of techno and club cultural scenes for queer, especially trans*identification and life realities. Mine, a trans*nonbinary person themselves, understands her*self as part of the research and offered an inside perspective as musician* and consumer*, by including their own records of recollection as well as interviews with fellow queer participants of the researched scene. Their presentation prevented a breakdown of contemporary, anti-diagnostic, self-determined definitions of gender, sex and gender identity and looks for points of resonance for these lived realities within techno-based music scenes.

After these short presentations, the panel discussed two possible levels of empowerment: community-based empowerment and the individually created empowerment as such. All participants expressed their opinion on the importance of networks and communities that can be empowering for their participants. They all agreed on the power of these organizations that also create safe spaces for marginalized groups. As soon as individuals are empowered by such communities, they are able to bring that collected knowledge and experience into their individual lives and adapt them in their own ways.

It was a very lively and sometimes passionate discussion about highly important topics that are oftentimes excluded from research on music business and culture.

Hereby, we would like to thank the active participation of the panelists and the audience of this event. Also, big thanks to David Armengou from Echo Bücher who kindly hosted us on this warm late summer evening. We hope to continue this fruitful collaboration.

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Neue Veröffentlichung: Musik & Empowerment – Jahrbuch für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung

Die Gesellschaft für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung hat im Juli ihre bereits vierte Ausgabe des Jahrbuchs für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung zum Thema „Musik & Empowerment“ veröffentlicht.

Der Band behandelt die Verbindung von Musik, Wirtschaft und Empowerment, verstanden als die Möglichkeit des Sichtbarwerdens marginalisierter oder relativ machtloser, subalterner Gruppen und allgemein die Frage von Macht und Ausschluss in Musikkulturen und am Musikmarkt. Dies betrifft unter anderem (aber nicht ausschließlich) die momentan stark diskutierten Themenfelder Gender und Diversität. Wie sehen diese Verbindungen aktuell und historisch aus? Kann auch heute noch davon ausgegangen werden, dass allein die Teilnahme an Gruppenprozessen bereits einen wesentlichen Motor für das Entstehen eines Ermächtigungsgefühls darstellt? Oder geht es aus individueller Perspektive stärker darum, Einzelnen mehr Kontrolle über ihr Leben zu ermöglichen? Beide Aspekte werden durch Beiträge in diesem Buch in Form von Studien, aber auch in individuellen Standpunkten und Innenansichten zur Musikwirtschaft und Musikkultur beleuchtet.

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung: Musik & Empowerment – Michael Ahlers, Lorenz Grünewald-Schukalla, Anita Jóri & Holger Schwetter

Analysen
2 Gendering and music streaming: Discourse and algorithms on a music streaming service – Ann Werner
3 “In the Capital of Electronic Music, Women Rule the Scene” – Really? – Anita Jóri
4 Between empowerment and powerlessness: Individual career trajectories of drug-addicted musicians in Los Angeles- Melanie Ptatscheck
5 Frauenanteil in Basler Bands. Erhebung zur Geschlechtergerechtigkeit und Sichtbarkeit von Frauen in der Basler Popszene – Seline Kunz
6 Electronic trans*Music. Gedanken zu trans*nichtbinärer Identifikation in technoiden Clubszenen – Mine Wenzel
7 Queering Miku. Cyberfeminism and the Art of Queering a Virtual Pop Star- Mari Matsutoya

Standpunkte
8 FUCKING HEROINES . Von unfuckable zu unfuckable WITH!Autobiographisches Schreiben von Frauen im Punk/Rock – Katja Brunkhorst
9 Awesome Hip-Hop-Humans – Eine feministische und queere Hip-Hop-Szene bringt sich in Bewegung .Die Revolution frisst ihre Kinder auch im Hip-Hop – Sookee
10 Die Nationalisierung der deutschsprachigen Popmusik. Neurechte Themen im Popdiskurs – Max Alt

Young Scholars
11 Do It Yourself als Empowerment? Eine explorative Studie – Janike Walter
12 Wahrnehmung von Gleichberechtigung in der Musikwirtschaft  . Akteur*innen in Mannheim und Region – Désirée Blank & Laurena Frey

Veranstaltungsbesprechungen
13 GMM Summer Institute 2019 in Porto: Ein Rückblick – Matthes Köppinghoff
14 Reeperbahn-Festival-International auf der WISE 2019 in Peking – Carsten Winter

Rezensionen
15 Bodo Mrozek: Jugend . Pop . Kultur .Eine transnationale Geschichte – Georg Fischer
16 Dean Vuletic: Postwar Europe and the Eurovision Song Contest – Aida Hollje
17 Maria Eriksson, Rasmus Fleischer, Anna Johansson, Pelle Snickars, Patrick Vonderau: Spotify Teardown. Inside the Black Box of Streaming Music – Holger Schwetter
18 Glaucia Peres da Silva, Konstantin Hondros: Music Practices Across Borders. (E)Valuating Space, Diversity and Exchange – Brigitta Davidjants
19 Ewa Mazierska: Popular Viennese Electronic Music, 1990–2015 .A Cultural History – Anita Jóri
20 Berthold Seliger: Vom Imperiengeschäft- Lorenz Grünewald-Schukalla

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Call for Participation & Papers: 6. GMM SUMMER INSTITUTE Music, Media, Culture and Economy: Selbstreflexivität und Positionierung im eigenen Forschungsprojekt, 25. September – 2. Oktober 2020, Porto, Portugal

Die Gesellschaft für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung e.V. (GMM) lädt gemeinsam mit der AG Populärkultur und Medien der GfM e.V. zum 6. GMM SI ein. Das GMMSI versammelt seit 2015 Interessierte, um Fragen zu Musikkultur- und Musikwirtschaftsforschung mit unterschiedlichen Schwerpunkten zu diskutieren. 2020 soll es vor allem um konzeptionelle und methodische Fragen gehen, die sich um die eigene Positionierung im Forschungsvorhaben drehen. Es bietet insbesondere jüngeren Forscherinnen Möglichkeiten der Kooperation und individuelle Hilfestellungen bei ihrer Arbeit. GMM SI Formate erlauben Interaktionen mit etablierten Forscherinnen und Musikwirtschaftsakteur*innen und den Aufbau von Kontakten in der Regel sowohl zu Wissenschaft als auch der Musikpraxis, die in der Regel in Porto auch vertreten sind.

Weitere Infos können dem Call entnommen werden: Wir bitten um Weiterverteilung des Calls und freuen uns über zahlreiche Einreichungen!

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Musik und Straße

Das  Jahrbuch für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung  dokumentiert aktuelle Forschung, Diskussionen, Publikationen und Veranstaltungen insbesondere zu Entwicklungen der Musikwirtschaft und Musikkultur und ist als thematisches und zugleich offenes Forum konzipiert. Als begutachtete und bewusst inter- und transdisziplinäre Fachpublikation lädt das JMMF sowohl zu thematischen Forschungsbeiträgen, zu aktuellen Forschungsbeiträgen sowie auch zu Rezensionen und Veranstaltungsbesprechungen ein. Vorgesehen sind für jedes Jahrbuch neben Beiträgen zu Titel und Thema jedes Jahrbuchs weiter Beiträge, die rechtliche, politische, ästhetische o.ä. Aspekte aktueller Entwicklungen in Musikwirtschaft und Musikkultur thematisieren.

Der Band Musik und Straße versteht Straßen als Phänomene, Orte oder Dispositive: Durch praxeologische, inter- und transdisziplinäre Zugriffe finden sich sowohl Themen wie die Straßenmusik, berühmte Straßennamen selbst, sowie Marketingmaßnahmen, welche auf Straßen und urbanen Plätzen ihre Wirkung entfalten. Die Beispiele der Artikel reichen dabei von Zentral- und Ost-Europa bis nach Asien und Nordamerika.

Download und weitere Informationen: https://doi.org/10.1007/978-3-658-26101-6

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

  • Musik & Straße. Inszenierungen, Verortungen und Narrative – Michael Ahlers, Martin Lücke und Matthias Rauch

Musik & Straße

  • Die Neuversammlung des Sinnlichen. Straßenmusik als urbane Praxis und die Aufteilung der Klänge – Daniel Felscher
  • In to the Music. Escaping From the Streets – Marek Jeziński
  • Mobility in the Outlaw Narratives of Gangsta Rap and Punk – Matthias Rauch
  • „Die Gosse im Herzen“. Musikalische Inszenierungen eines Milieus der Straße – Sandra Danielczyk
  • Von der Straße in den Konzertsaal. Damenkapellen und Damenorchester im 19. Jahrhundert – Annkatrin Babbe
  • Die 42nd Street als Mikrokosmos der amerikanischen Gesellschaft. Das Filmmusical (1933) und das Broadway-Musical (1980)
    im Vergleich – Patrick Mertens
  • „Die Métro und das Kleingeld“. Straßenmusik in der U-Bahn
    am Beispiel der französischen Gruppe Les Casse Pieds – André Rottgeri
  • Hongdae, die Musikstraße der koreanischen Indie-Bands und ihre Bedeutung für die koreanische Indie-Musikszene – Jieun Kim
  • Flashmobs mit Symphonieorchestern im öffentlichen Raum. Eine theoretische Annäherung und aktuelle Berichterstattung Clara Maria Bauer

Freie Beiträge

  • Musikszenenforschung im peripheren Raum: Network Hopping im Rhein-Erft-Kreis – Ina Heinrich, Liv C. Korth und Maryam Momen Pour Tafreshi
  • “Hear Me Talkin’ To Ya”: Branding in Music, Music in Branding – Marc Ernesti

GMM Best Paper Award

  • Eine Bewertung gegenwärtiger Innovationsprojekte großer Tonträgerunternehmen am Beispiel Universal Music Deutschland undSonyMusicDeutschland – Markus Schwarzer

Rezensionen

  • Leslie M. Meier: Popular Music as Promotion. Music and Branding in the Digital Age – Lorenz Grünewald-Schukalla
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Call for Papers: Musik & Marken / Music & Brands

(English version below)

Call for Papers: Musik & Marken

Für das fünfte Jahrbuch Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung 2021

Herausgeber*innen: Prof. Dr. Michael Ahlers, Lorenz Grünewald-Schukalla M.A., Dr. Anita Jóri, Dr. Holger Schwetter.

Spätestens seit den frühen Formationen einer auf Notendrucken basierenden Musikindustrie (Tin-Pan-Alley) unterhalten musikferne Unternehmen Beziehungen zu Musik und ihren Akteur*innen. Damals wurden vornehmlich Kosmetik und Tabakprodukte in Notenbüchern beworben. Heute jedoch haben sich die Formen, bei denen Musik in den kommerziellen Aktivitäten musikferner Akteur*innen eine Rolle spielt, ausdifferenziert. Gleichzeitig hat der Markt für Aktivitäten wie Sponsoring oder Werbung an Volumen zugenommen. 

Hierbei spielen Marken eine besondere Rolle. Um Marken aufzubauen publizieren Unternehmen Musikmagazine, vertreiben Tonträger, organisieren und streamen Konzerte oder nehmen gar Künstler*innen mit eigenen Labels unter Vertrag. Gleichzeitig werden auch Künstler*innen und Bands durch die Musikindustrie immer stärker als Marken aufgebaut. Dies spiegelt sich auch in der Gründung eigener Abteilungen für Markenkooperationen der Tonträger- und Entertainment-Unternehmen oder der Konzert- und Ticketing-Konzerne wider. Diese richten seit einigen Jahren ihr Geschäftsmodell stärker auf die Verwertung ihrer Künstler*innen und Musiken durch Werbung und Marken aus.

Die Gesellschaft für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung e.V. publiziert ein Jahrbuch, das über den Stand der Forschung zu Musikwirtschaft und Musikkultur informiert. Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung wird nicht als disziplinäre Forschung konzipiert, sondern als ein Forschungsfeld, das situativ und interdisziplinär auf Problemlagen und neue Fragen reagiert und diese zugleich auch aufwirft. Das Jahrbuch 2021 soll das Feld der Forschung zu Musik und Marken sondieren, empirische Befunde versammeln und neue Forschungsperspektiven aufzeigen. Mögliche, aber nicht abschließende Themenbereiche sind:

  • Marken in der Musik: Thematisierung oder Platzierung von Marken in Songtexten, Musikvideos oder Performances.
  • Musik für Marken: Produktion von Musik für Werbe- und Brandingzwecke beispielsweise Synchronization, Soundalikes, Ticketing, Markenkooperationen oder Musik von künstlichen Intelligenzen.
  • Marken als Akteur*innen der Musikindustrie: Marken die in die Musik(industrie) investieren, Strukturen wie Tonstudios oder Labels aufbauen oder Musikmedien gründen und finanzieren. 
  • Musik als Marke: Managing und Verwertung von Künstler*innen als Marke oder der Aufbau von Merchandise und Werbeabteilungen der Tonträgerunternehmen.
  • Daten, Musik und Markenwerbung: Schaffung und Verwertung neuer Datenformen und -Quellen etwa aus dem Bereich Streaming und Werbung, Daten über Konzertgänger*innen und Markenkooperationen.
  • Musiktechnologie und -Instrumentenmarken: Beziehungen von Instrumenten- und Musiktechnologiefirmen und Marken und Künstler*innen bspw. Gitarrenmarken und Endorser*innen, Influencer*innen, Designer*innen, Performende, aber auch Musikmedien und Werbung.

Der Call richtet sich an Wissenschaftler*innen aller Disziplinen, die zu “Musik und Marken” arbeiten, an Künstler*innen oder Akteur*innen der Musikwirtschaft. Erbeten sind Beitragsskizzen (max. 1.500 Worte, Word-Datei) bis zum 07.01.2020 an jahrbuch@musikwirtschaftsforschung.de. Über die Annahme wird bis zum 20.01.2019 entschieden. Die Abgabe der Beiträge wird bis zum 15.04.2020 erwartet. Der Band wird im ersten Quartal 2021 publiziert. Über Hinweise zur Manuskriptgestaltung wird in einer separaten Mail informiert. Bei Rückfragen wenden Sie sich an jahrbuch@musikwirtschaftsforschung.de

English version: Call for Papers – Music & Brands

For the fifth yearbook on music business and music culture research 2021

Edited by: Prof. Dr. Michael Ahlers, Lorenz Grünewald-Schukalla MA, Dr. Anita Jóri, Dr. Holger Schwetter.

Ever since the early formations of a music-based music industry (Tin-Pan-Alley), non music-related companies built and strategically used relationships with music and actors within music culture. At that time mainly cosmetics and tobacco products were promoted by printing sheet music with advertisements. Nowadays the forms in which music and commercial activities of non-music actors are combined have become highly differentiated. At the same time, the market for activities such as sponsoring or advertising has increased in volume. 

Most of these contemporary activities are related to the management of brands. In order to build brands, companies publish music magazines, distribute sound recordings, organize and stream concerts, or even sign artists with their own record labels. At the same time, artists and bands are increasingly being managed as brands by the music industry. For some years now, ticketing and record companies have shifted their business models towards the exploitation of their artists and music through advertising and branding, for example by establishing departments that exclusively deal with brand partnerships.

The Gesellschaft für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung e.V. (Association for Music Business and Music Culture Research) publishes a yearbook on the state of research within music industry and music culture. Music business and music culture research is not conceived as disciplinary research, but as a field of research that reacts to and raises questions on contemporary issues in a situational and interdisciplinary manner. The yearbook 2021 wants to explore research on music and brands, to gather empirical and theoretical findings and to highlight new research perspectives. Topics of interest may include, but not limited to:

  • Brands in music: The roles that brands play in song lyrics, music videos or performances, e.g. as part of the story, an aesthetic or as product placement.
  • Music for brands: The production of music for advertising and branding purposes such as synchronization, sound-alikes, ticketing, brand co-operations or music produced by artificial intelligence.
  • Brands as actors in the music industry: Brands which invest in music (industry) or build structures such as sound studios or labels or funding and financing music media. 
  • Music as brand: The management and exploitation of artists as a brand or the development of merchandise and advertising departments within music industry companies.
  • Data, music and brand advertising: The creation and exploitation of new data forms and sources, for example in the field of streaming and advertising, data on live events and fans as well as brand co-operations.
  • Music technology and instrument brands: The relationships between instrument and music technology companies and artists, e.g. guitar brands and endorsers, influencers, musicians as designers but also music related media and platforms and their relation to advertising and branding.

The call is addressed to scholars of all disciplines working on „Music and Brands“, to artists or actors in the music industry. Please submit abstracts (max. 1,500 words, Word file) to jahrbuch@musikwirtschaftsforschung.de(deadline: 07.01.2020). We will decide on the acceptanceuntil20.01.2020. Submission of contributions will be expected until 15.04.2020. The volume will be published in the first quarter of 2021. Notes on manuscript design will be provided in a separate email. If you have any questions, please contact us via Jahrbuch@musikwirtschaftsforschung.de