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Call for Papers: Musik & Marken / Music & Brands

(English version below)

Call for Papers: Musik & Marken

Für das fünfte Jahrbuch Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung 2021

Herausgeber*innen: Prof. Dr. Michael Ahlers, Lorenz Grünewald-Schukalla M.A., Dr. Anita Jóri, Dr. Holger Schwetter.

Spätestens seit den frühen Formationen einer auf Notendrucken basierenden Musikindustrie (Tin-Pan-Alley) unterhalten musikferne Unternehmen Beziehungen zu Musik und ihren Akteur*innen. Damals wurden vornehmlich Kosmetik und Tabakprodukte in Notenbüchern beworben. Heute jedoch haben sich die Formen, bei denen Musik in den kommerziellen Aktivitäten musikferner Akteur*innen eine Rolle spielt, ausdifferenziert. Gleichzeitig hat der Markt für Aktivitäten wie Sponsoring oder Werbung an Volumen zugenommen. 

Hierbei spielen Marken eine besondere Rolle. Um Marken aufzubauen publizieren Unternehmen Musikmagazine, vertreiben Tonträger, organisieren und streamen Konzerte oder nehmen gar Künstler*innen mit eigenen Labels unter Vertrag. Gleichzeitig werden auch Künstler*innen und Bands durch die Musikindustrie immer stärker als Marken aufgebaut. Dies spiegelt sich auch in der Gründung eigener Abteilungen für Markenkooperationen der Tonträger- und Entertainment-Unternehmen oder der Konzert- und Ticketing-Konzerne wider. Diese richten seit einigen Jahren ihr Geschäftsmodell stärker auf die Verwertung ihrer Künstler*innen und Musiken durch Werbung und Marken aus.

Die Gesellschaft für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung e.V. publiziert ein Jahrbuch, das über den Stand der Forschung zu Musikwirtschaft und Musikkultur informiert. Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung wird nicht als disziplinäre Forschung konzipiert, sondern als ein Forschungsfeld, das situativ und interdisziplinär auf Problemlagen und neue Fragen reagiert und diese zugleich auch aufwirft. Das Jahrbuch 2021 soll das Feld der Forschung zu Musik und Marken sondieren, empirische Befunde versammeln und neue Forschungsperspektiven aufzeigen. Mögliche, aber nicht abschließende Themenbereiche sind:

  • Marken in der Musik: Thematisierung oder Platzierung von Marken in Songtexten, Musikvideos oder Performances.
  • Musik für Marken: Produktion von Musik für Werbe- und Brandingzwecke beispielsweise Synchronization, Soundalikes, Ticketing, Markenkooperationen oder Musik von künstlichen Intelligenzen.
  • Marken als Akteur*innen der Musikindustrie: Marken die in die Musik(industrie) investieren, Strukturen wie Tonstudios oder Labels aufbauen oder Musikmedien gründen und finanzieren. 
  • Musik als Marke: Managing und Verwertung von Künstler*innen als Marke oder der Aufbau von Merchandise und Werbeabteilungen der Tonträgerunternehmen.
  • Daten, Musik und Markenwerbung: Schaffung und Verwertung neuer Datenformen und -Quellen etwa aus dem Bereich Streaming und Werbung, Daten über Konzertgänger*innen und Markenkooperationen.
  • Musiktechnologie und -Instrumentenmarken: Beziehungen von Instrumenten- und Musiktechnologiefirmen und Marken und Künstler*innen bspw. Gitarrenmarken und Endorser*innen, Influencer*innen, Designer*innen, Performende, aber auch Musikmedien und Werbung.

Der Call richtet sich an Wissenschaftler*innen aller Disziplinen, die zu “Musik und Marken” arbeiten, an Künstler*innen oder Akteur*innen der Musikwirtschaft. Erbeten sind Beitragsskizzen (max. 1.500 Worte, Word-Datei) bis zum 07.01.2020 an jahrbuch@musikwirtschaftsforschung.de. Über die Annahme wird bis zum 20.01.2019 entschieden. Die Abgabe der Beiträge wird bis zum 15.04.2020 erwartet. Der Band wird im ersten Quartal 2021 publiziert. Über Hinweise zur Manuskriptgestaltung wird in einer separaten Mail informiert. Bei Rückfragen wenden Sie sich an jahrbuch@musikwirtschaftsforschung.de

English version: Call for Papers – Music & Brands

For the fifth yearbook on music business and music culture research 2021

Edited by: Prof. Dr. Michael Ahlers, Lorenz Grünewald-Schukalla MA, Dr. Anita Jóri, Dr. Holger Schwetter.

Ever since the early formations of a music-based music industry (Tin-Pan-Alley), non music-related companies built and strategically used relationships with music and actors within music culture. At that time mainly cosmetics and tobacco products were promoted by printing sheet music with advertisements. Nowadays the forms in which music and commercial activities of non-music actors are combined have become highly differentiated. At the same time, the market for activities such as sponsoring or advertising has increased in volume. 

Most of these contemporary activities are related to the management of brands. In order to build brands, companies publish music magazines, distribute sound recordings, organize and stream concerts, or even sign artists with their own record labels. At the same time, artists and bands are increasingly being managed as brands by the music industry. For some years now, ticketing and record companies have shifted their business models towards the exploitation of their artists and music through advertising and branding, for example by establishing departments that exclusively deal with brand partnerships.

The Gesellschaft für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung e.V. (Association for Music Business and Music Culture Research) publishes a yearbook on the state of research within music industry and music culture. Music business and music culture research is not conceived as disciplinary research, but as a field of research that reacts to and raises questions on contemporary issues in a situational and interdisciplinary manner. The yearbook 2021 wants to explore research on music and brands, to gather empirical and theoretical findings and to highlight new research perspectives. Topics of interest may include, but not limited to:

  • Brands in music: The roles that brands play in song lyrics, music videos or performances, e.g. as part of the story, an aesthetic or as product placement.
  • Music for brands: The production of music for advertising and branding purposes such as synchronization, sound-alikes, ticketing, brand co-operations or music produced by artificial intelligence.
  • Brands as actors in the music industry: Brands which invest in music (industry) or build structures such as sound studios or labels or funding and financing music media. 
  • Music as brand: The management and exploitation of artists as a brand or the development of merchandise and advertising departments within music industry companies.
  • Data, music and brand advertising: The creation and exploitation of new data forms and sources, for example in the field of streaming and advertising, data on live events and fans as well as brand co-operations.
  • Music technology and instrument brands: The relationships between instrument and music technology companies and artists, e.g. guitar brands and endorsers, influencers, musicians as designers but also music related media and platforms and their relation to advertising and branding.

The call is addressed to scholars of all disciplines working on „Music and Brands“, to artists or actors in the music industry. Please submit abstracts (max. 1,500 words, Word file) to jahrbuch@musikwirtschaftsforschung.de(deadline: 07.01.2020). We will decide on the acceptanceuntil20.01.2020. Submission of contributions will be expected until 15.04.2020. The volume will be published in the first quarter of 2021. Notes on manuscript design will be provided in a separate email. If you have any questions, please contact us via Jahrbuch@musikwirtschaftsforschung.de

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Call for Participations: 6. GMM Spring Institute

Music, Media, Culture and Economy: Selbstreflexivität und Positionierung im eigenen Forschungsprojekt

15./17.-21. März 2020, Porto, Portugal

Die Gesellschaft für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung e.V. (GMM) lädt gemeinsam mit der AG Populärkultur und Medien der GfM e.V. zum 6. GMM Spring Institute ein.

ZIELE // Das 6. GMM SI versammelt seit 2015 Interessierte, um Fragen zu Musikkultur- und Musikwirtschaftsforschung mit unterschiedlichen Schwerpunkten zu diskutieren. 2020 soll es vor allem um konzeptionelle oder methodische Fragen gehen, die sich um die eigene Positionierung im Forschungsvorhaben drehen. Das GMM SI bietet insbesondere jüngeren Forscher*innen Möglichkeiten der Kooperation und individuelle Hilfestellungen bei ihrer Arbeit. GMM SI-Formate erlauben Interaktionen mit etablierten Forscher*innen und Musikwirtschaftsakteur*innen und den Aufbau von Kontakten in der Regel sowohl zu Wissenschaft als auch der Musikpraxis, die in der Regel in Porto auch vertreten sind.

OFFENHEIT // Das GMM SI ist nach Rücksprache mit den wiss. Verantwortlichen offen für weitere thematische Beiträge.

FORM & INHALT // Das GMM SI ermöglicht Teilnehmer*innen auf drei wiss. Qualifikationsstufen (MA, PhD, Post-doc) Feedback auf die eigene Arbeit (1) und fördert Diskussionen mit Wissenschaftler*innen und Musikwirtschaftsakteur*innen. 2020 stehen Epistemologie, Wissenschaftstheorie, Situationsanalyse und die Entwicklung neuer Musiknetzwerke als neue Schnittstellen von Musikwirtschaft und Musikkultur im Fokus (2). Die konkreten Veranstaltungsformate werden kurzfristig mit Blick auf die Teilnehmer*innen entwickelt. Erstmalig sind 2020 Formate für die dritte Qualifikationsphase (Bewerbung, Projekte, Habilitation) sowie ein internationales Musikwirtschaftspanel mit Branchenakteuren geplant (3).

DER NUTZEN FÜR DIE TEILNEHMERINNEN // Das GMM SI vernetzt Akteur*innen und erlaubt Einblicke in aktuelle Forschungs-, Publikations-, Lehr- und Unternehmensprojekte. Teilnehmer*innen erhalten qualifiziertes wiss. Feedback auf der Basis ihrer Präsentationen. Diese sollen ihr Vorhaben mit Blick auf Theorie, Methode, praktische Implikationen und den eigenen Beitrag zur Forschung reflektieren. Von allen Teilnehmer*innen wird eine Projekt-Präsentation und aktive Mitarbeit, z.B. in Form von Feedback oder Mitarbeit an einem interaktiven Format erwartet.

WISSENSCHAFTLICHE LEITUNG // 

  • Prof. Dr. Thomas DÜLLO (Universität der Künste Berlin)
  • Prof. Dr. Barbara HORNBERGER (Hochschule Osnabrück)
  • Prof. Dr. Carsten WINTER (Hochschule für Musik, Theater und Medien, Hannover)
  • Prof. Dr. Rainer WINTER (Alpen Adria Universität Klagenfurt)

VERANSTALTER: GMM e.V. – verantwortlich für das GMMSI 2020: Univ.-Prof. Dr. phil. habil. Carsten Winter; AG Populärkultur und Medien – verantwortlich: Prof. Dr. Barbara Hornberger

PROGRAMM GMM SI 2020 //

VORTRAG m. Diskussion (V) / KOLLOQUIUM (K) / PROJEKT/PANEL (P)

  • 15.03.     Individuelle Anreise / Check in im Seminario de Vilar (siehe Veranstaltungsort)
  • 16.03.     Individuelle Projekt- und Präsentationsvorbereitungen; abends: erstes Kennenlernen
  • 17.03.:   Entwicklung der GMMSI Formate für die kommenden Tage mit den Teilnehmer*innen, nachmittags: Präsentation der Formate und des Ablaufs des GMMSI 2020 – anschließend Abendspaziergang zum Atlantik                                         

Vorläufiger Arbeits-Ablaufplan, der am 17.03.202 mit den Teilnehmer*innen präzisiert und konkretisiert wird:

18.03.2020

  • 09:00 – 11:30Thematische Vorträge mit Diskussion (2)
    • V 1: B. Hornberger: Haltungsfragen in der Kulturforschung 
    • V 2: C. Winter: Epistemologie und Theorie transdisziplinärer Kultur- und Strategieforschung
  • 11:30 – 13:00 K 1: Fortgeschrittene Forschungsprojekte (Vorträge und Kolloquium)
  • 13:00 – 14:00 Mittagspause
  • 14:00 – 16:30 P 1: Forschungs-Projekte (Formatideen: Fishbowl, World Café, Textwerkstatt)
  • ab 20:30 Abendessen in der Tapas Bar (Calçada de Sobre-O-Douro 4-6)

19.03.2020

  • 09:00 – 11:30Thematische Vorträge mit Diskussion (2)
    • V 3: R. Winter: Cultural Studies und Gütekriterien qualitativer Forschung
    • V 4: T. Düllo: Das Runde und das Rollende in der Pop-Forschung Teil 2 (Arbeitstitel)
  •  11:30 – 13:30 K 2 Fortgeschrittene Forschungsprojekte (Vorträge und Kolloquium)
  • 13:00 – 14:00 Mittagspause
  • 14:00 – 15:00 P 2: Forschungs-Projekte (Formatideen: Fishbowl, World Café, Textwerkstatt)
  • 15:30 „PORTO: THE WORST TOUR“ (bitte festes Schuhwerk mitnehmen!) bis in den Abend

20.03.2020    

  • 09:00 – 11:00 Workshop 1: Situations-Analyse – Neue Erkenntnisse und neue Fragen (D. Suer & Chr. Rhein)
  • 11:30 – 13:30 K 3 / P 3: Vorträge oder andere Formate
  • 13:30 – 14:30 Mittagspause
  • 14:30 – 16.00 Master-Projekte (fakultativ)                
  • 16:30 Kulturprogramm oder Zeit zur eigenen Verfügung

21.03.2020

  • 09:00 – 11:00 Workshop 2: Präkonzepte und Forschungstagebuch (S. Reiner)
  • 11:00 – 12:30 K 4 / P 4: Vorträge oder andere Formate12:30 – 13:30    Mittagspause
  • 13:00 – 16:30 Pre Crossroads 2020 Cultural Studies Colloquium (R. Winter)
  • ab 17 Uhr Abschluss-Kolloquium mit Feedback, Fazit und Ausblick auf 2021

22.03.2020

  • 09:15 – 12:30     Individuelles Dissertations- und Projektplanungszeitfenster
  • 12:30 – 13:30    Farewell Porto Lunch

Veranstaltungsort // Übernachtung:

Buchen Sie Ihre Unterkunft, nachdem Sie Ihre Teilnahmebestätigung erhalten haben, bitte selbst. Die Veranstaltungen des GMMSI 2020 werden im CASA DIOSCESANA SEMINÁRIO DE VILAR (rua arcediago von zeller, 50, 4050-621 Porto – www.seminarodevilar.pt) stattfinden. Dort können individuell, je nach Reisedaten, Zimmer gebucht werden (EZ/DZ inkl. Frühstück ab 55€/Nacht + 2€ Tax). Bitte reservieren Sie Ihr Zimmer beim Seminário: reservas@seminariodevilar.pt. Die Übernachtungskosten tragen die Teilnehmer*innen selbst.

ANMELDUNG & GEBÜHR // Die Bewerbung zum Kolloquium erfolgt mit Abstract (400 – 500 Wörter) und Kurz-Lebenslauf bis zum 30. November 2019 per Mail an Christian Rhein und Svenja Reiner (mail@christianrhein.de; s.reiner@hs-osnabrueck.de). Die Abstracts sollten Auskunft geben über die zentralen Forschungsfragen, den Stand der Arbeit sowie das Format, in dem vor Ort gearbeitet werden soll – denkbar sind neben Vorträgen auch Textwerkstatt, Fishbowl, World Café, u.a. Über die Teilnahme wird umgehend entschieden, damit günstig Porto-Flüge (z.B. fliegen Ryanair und Eurowings Porto aus mehreren deutschen Städten an) gebucht werden können.

Die Teilnahme kostet 100 € (GMM- oder AG-Pop-Mitglieder 50€). Kosten für An- und Abreise sowie die Übernachtung und Mahlzeiten tragen die Teilnehmer*innen selbst. Nach Bestätigung der Teilnahme und Überweisung des Teilnahme-Beitrags auf das unten angeführte Konto teilen Sie Christian Rhein bitte per Mail (mail@christianrhein.de) Ihre Reisedaten (Ankunftstag und -uhrzeit sowie Abreisetag und -uhrzeit) mit.

  • Gesellschaft für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung,
  • VR-Bank Altenburger Land eG, Skatbank
  • IBAN: DE35 8306 5408 0004 8682 34
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Gemeinsame Resolution gegen Rechtspopulismus der IASPM D-A-CH , GfPM und GMM (Langfassung)

Mit wachsendem Befremden beobachten wir, wie die Grundwerte einer offenen und pluralistischen Gesellschaft in Deutschland, Österreich und der Schweiz zunehmend (wieder) in Frage gestellt werden. Verschiedene Ereignisse der vergangenen Jahre zeigen, dass diese Selbstverständlichkeiten im Zuge eines Rechtsrucks von Teilen der Gesellschaften nicht mehr als solche akzeptiert werden. Namentlich die rechtspopulistische „Gemeinsame Erklärung 2018“, die eine Entsolidarisierung mit Geflüchteten betreibt, wurde von einer erschreckend hohen Zahl von Menschen – auch aus Wissenschaft und Kultur – unterzeichnet.

IASPM D-A-CH, GfPM und GMM haben mit populärer Musik ein Forschungsfeld, das sich über die Grenzen von Nationalstaaten, starre Einteilungen nach Ethnien, binäre Geschlechterstereotype und soziale Schranken hinweg konstituiert. Populäre Musik ist in besonderem Maße von nationalen, heteronormativen und ethnisierten Deutungen und Auseinandersetzungen durchzogen. In IASPM
D-A-CH, GfPM und GMM werden diese Konflikte analysiert, wobei auch beobachtet wird, ob und wie sich populäre Musik abwertenden Hierarchien, Standardisierungen und Normierungen zu entziehen vermag. Darin sehen wir eine produktive Qualität von populärer Musik und insbesondere von Popular Music Studies.

Populäre Musik ist darüber hinaus nicht nur ein Produkt, sondern auch ein wesentlicher Faktor bei der historischen Entstehung pluralistischer und global vernetzter Gesellschaften. Die Popular Music Studies sind mit ihrer Kompetenz für die Analyse kultureller Aushandlungsprozesse, die sich vielfach in engem Austausch mit der Emanzipation marginalisierter Gruppen vollziehen, besonders qualifiziert, um derzeit drängende politisch-kulturelle Fragen zu beantworten. Die Mitglieder von IASPM D-A-CH, GfPM und GMM stellen sich daher entschieden gegen ethnopluralistische, rassistische und nationalistische Deutungsmuster.

Orte der Bildung und Wissenschaft, der Künste und Kulturen, Museen und Archive, Ateliers und Studios, Bühnen und Clubs, alte und neue Medien, Räume für Darstellung und Diskussion sind allesamt offene Räume, die vielen gehören. IASPM D-A-CH, GfPM und GMM verstehen sich daher als Plattformen für einen möglichst grenzenlosen wissenschaftlichen Austausch. Wir stehen für eine offene Gesellschaft, Pluralität und Demokratie. Demokratische Freiheit ist nicht ohne Widersprüche – sie ist niemals einfach. Wir betrachten es deshalb als unsere besondere forschungsethische Verantwortung, Macht- und Marktstrukturen sowie kulturelle Zuschreibungen kritisch zu hinterfragen. Wir erteilen allen Positionen eine deutliche Absage, die meinen, dass die Ausdrucksformen einer Gruppe von Menschen mehr Wert seien als andere.

Wir verteidigen unsere demokratische und wissenschaftliche Freiheit gegen alles, was sie bedroht: völkisch-nationalistische, fundamentalistische, extremistische, populistische oder autoritäre Weltbilder. Wir positionieren uns gegen krakeelende Stimmungsmache, Ausgrenzung und Abwertung von Menschen, wie jede Form von Rassismus, Homo- und Transphobie, Frauenfeindlichkeit, Antisemitismus oder Islamophobie. 

Wir als Forscher_innen von IASPM D-A-CH, GfPM und GMM geben solchen Positionen keinen Raum.

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Call for Papers: Tipping Points: Zum Verhältnis von Freiheit und Restriktion im Urheberrecht

Interdisziplinäre Fachtagung des Weizenbaum-Instituts für die vernetzte Gesellschaft und des Fachausschusses Urheberrecht der Gesellschaft für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung (GMM).

Am 20. & 21. Februar 2020 in Berlin | Deadline: 15. Oktober 2019

Proteste auf der Straße, auf YouTube oder Twitter, Warnungen vor dem Niedergang der Kreativindustrie, Angst vor Eingriffen in die Meinungsfreiheit, Diskussionen um value gap und upload filter: Nach der Verabschiedung der europäischen Urheberrechtsrichtlinie im März 2019 geht eines der umstrittensten Vorhaben in der Geschichte des Immaterialgüterrechts mit der Umsetzung in den Mitgliedstaaten in die nächste Runde.

Diese Kontroverse ist Symptom einer tiefgreifenden Veränderung: Das Urheberrecht und seine verwandten Schutzrechte betrafen früher nur wenige Akteur:innen in einer überschaubaren Anzahl von Branchen. Heute sind diese Rechte zu einer alltagsrelevanten Größe geworden. Wir haben es mit einer Situation zu tun, in der die Grenze zwischen Nutzenden und Schöpfenden verschwimmt und urheberrechtlich relevante Formen des Ausdrucks alltäglich werden. Digitale Kommunikationskanäle und Darstellungsformen sowie neue Formen der Auseinandersetzung mit Bestehendem stellen einen tipping point, einen Wende- bzw. Kipppunkt dar, an dem das Recht vor neuen Herausforderungen steht und dadurch auch die Prozesse der Normsetzung und Normenreform beeinflusst werden.

Neben dem Konflikt um upload filter oder das Leistungsschutzrecht für Presseverleger:innen stellen sich bei der Urheberrechtsrichtlinie weitere wichtige Fragen: Wie wird sich das Verhältnis von Freiheit und Restriktion fortan entwickeln? Welche kreativen Spielräume und Freiheiten werden zukünftig begrenzt, welche werden eröffnet? Anhand der Denkfigur der tipping points möchten wir derartige Grenzfragen untersuchen und dafür wissenschaftliche Studien und praxisorientierte Ansätze zusammenbringen, um den interdisziplinären Austausch und eine kritische und gleichermaßen empirisch wie theoretisch informierte Urheberrechtsforschung voranzutreiben.

Ausrichtung der Tagung

Tipping points verstehen wir als Wende- oder Kipppunkte, die Freiheit ermöglichen und/oder Restriktion bedingen, an denen etwas Neues entsteht oder ein Prozess eine andere Richtung einschlägt. Ein solches Verständnis von tipping points lässt sich auf das Urheberrecht bezogen in mehreren Dimensionen anwenden:

  1. Tipping points in Theorie und Praxis des Urheberrechts (rechtliche Dimension): Wann und nach welchen Kriterien kippt eine Bearbeitung oder Produktion eines Werks in ein neues Werk? Welche Vorstellungen von Neuheit (Originalität, Schöpfungshöhe, Parodie etc.) werden dafür angebracht und wie verändern sie sich? Wie werden solche Vorstellungen in Gesetzgebungsverfahren, in richterlicher, anwaltlicher aber auch künstlerischer Praxis angewendet und an digitale Gegebenheiten angepasst?
  2. Tipping points als gesellschaftlich-historische Entwicklung (soziale Dimension): Welche neuen oder altgedienten Vorstellungen von Nutzer:innen, Kreativen und künstlerisch Produzierenden lassen sich im Urheberrecht herausarbeiten? Welche Konzepte fehlen und sollten Bestandteil des Urheberrechts werden? Wie haben sich die Konzepte soziohistorisch entwickelt und welche Dominanz haben sie heute? Welche Implikationen für die Kreation, Nutzung und Form ästhetischer Werke ergeben sich aus diesen Vorstellungen
  3. Tipping points als technologischer Treiber (technische Dimension): Welche Technologien, Produkte und industrielle Organisationsformen bedingen neue urheberrechtliche Konfigurationen, Debatten und Einordnungen? Welche Akteur:innen sind an diesen Prozessen zu welchen Anteilen und mit welchen Konsequenzen beteiligt? Welche impliziten oder expliziten Vorstellungen vom Verhältnis von Technik und Recht (z. B. cultural lag) dominieren und prägen diese Prozesse? Wie und wann werden technologische Entwicklungen rechtlich relevant bzw. verrechtlicht?
  4. Tipping points in der akademischen Praxis (wissenschaftliche Dimension): Inwiefern wird die urheberrechtliche Debatte in der Wissenschaft von sozialen, politischen und technischen Entwicklungen getrieben? Wie beeinflusst das Urheberrecht die Formen und Möglichkeiten datenbasierter Wissenschaft? Welche Rolle spielen Fördermaßnahmen zum Forschungsdatenmanagement oder die Nutzung offener Infrastrukturen? Wie verändert sich die öffentliche Kommunikation von Wissenschaft, beispielsweise durch Blogs, Social Media oder Schattenbibliotheken?

Ziel der Tagung

Das Ziel der Tagung besteht darin, verschiedene solcher tipping points zu identifizieren, ihre aktuelle und zukünftige Relevanz sowie ihre gegenseitigen Verbindungen zu diskutieren. Damit möchten wir der interdisziplinären Debatte um das Urheberrecht neue Impulse verleihen. Folgende Felder und Fälle könnten unter anderem für unser Vorhaben interessant sein:

  • Urheberrechtliche Grenzen der Gemeinfreiheit
  • Die neue Rolle des Leistungsschutzrechtes auf Europäischer Ebene
  • Neue Werkgattungen und neue Formen von Urheberschaft
  • Verwischung der Grenzen von Nutzer:innen und Urheber:innen
  • Konsequenzen und empirische Analysen zur EU-Urheberrechtsreform
  • Auswirkungen rechtlicher Neuordnungen auf Plattformangebote
  • Urheberrecht und Automatisierung: Filtertechnik & automatische Rechtsdurchsetzung
  • Reformdruck im Urheberrecht durch technologische Entwicklung
  • Open data und die Digitalisierung wissenschaftlicher Medienpraktiken
  • Open access und die ökonomische Verwertung wissenschaftlichen Wissens

Einreichungen

Die Tagung versteht sich als interdisziplinäres Arbeitstreffen und soll dezidiert Raum zur Diskussion und zur Weiterentwicklung von Ideen schaffen. Geplant sind daher zehnminütige Impulsvorträge basierend auf vorab eingereichten Working Papersmit anschließender strukturierter Diskussion. Wir freuen uns auf Einreichungen aus den Rechtswissenschaften, der Soziologie, den Medien-, Kultur- und Musikwissenschaften, den Informations- und Bibliothekswissenschaften sowie angrenzenden Bereichen.

  • Bitte reichen Sie auf Ihrem geplanten Paper basierende Abstracts(maximal 400 Worte und Literaturangaben) sowie eine kurze biografische Notiz (ca. 100 Worte) bis zum 15. Oktober 2019 unter fa-urheberrecht@musikwirtschaftsforschung.de ein.
  • Bis spätestens zum 15. November 2019 erhalten Sie Rückmeldung.
  • Die akzeptierten Beiträge sind bis zum 15. Januar 2020 als Working Paper (2500-5000 Worte) auszuarbeiten und werden als Diskussionsgrundlage für die Tagung den Teilnehmer:innen zur Verfügung gestellt.
  • Eine anschließende Publikation ausgewählter Beiträge in einem interdisziplinären und via open access zugänglichen Sammelband ist geplant.
  • Ggf. besteht die Möglichkeit einer Übernahme von Reise- und Übernachtungskosten.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an das Organisationsteam unter:

fa-urheberrecht@musikwirtschaftsforschung.de

Sophie Beaucamp, LL.M., Rechtswissenschaften, Weizenbaum Institut / HU Berlin

Dr. Sarah-Mai Dang, Medienwissenschaft, Philipps Universität Marburg

PD Dr. Frédéric Döhl, Deutsche Nationalbibliothek (für die DSM-RL-Themenkomplexe TDM und vergriffene Werke)

Lorenz Grünewald-Schukalla, Kommunikationswissenschaft, HIIG Berlin

Georg Fischer, Soziologie, TU Berlin

Konstantin Hondros, Soziologie, Universität Duisburg-Essen

Dr. Henrike Maier, Rechtswissenschaften

Simon Schrör, Soziologie, Weizenbaum Institut / HU Berlin

Dr. Holger Schwetter, Musikwissenschaft

Organisation:Fachausschuss Urheberrecht der Gesellschaft für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung (GMM) zusammen mit dem Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft

Seit seiner Gründung im September 2015 diskutieren die Mitglieder des Fachausschusses Urheberrecht der GMM die vielfältigen Dimensionen und Konsequenzen des technologisch-rechtlich-sozialen Wandels. Dem vielfältigen Problembereich entsprechend ist der Ausschuss interdisziplinär zusammengesetzt: er bringt rechtswissenschaftliche, sozial- und organisationswissenschaftliche sowie musik-, kultur- und medienwissenschaftliche Perspektiven zusammen. Gleichermaßen suchen und fördern wir auch den Austausch mit Akteur:innen aus der Praxis, der Medienindustrie, dem Bibliothekswesen und der Kreativbranche, um die engen Grenzen rein juristischer Diskurse zum Urheberrecht zu überwinden. (Link: http://musikwirtschaftsforschung.de/?page_id=443)

Das Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft – Das Deutsche Internet-Institut ist ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Verbundprojekt aus Berlin und Brandenburg. Das Weizenbaum-Institut erforscht interdisziplinär und grundlagenorientiert den Wandel der Gesellschaft durch die Digitalisierung und entwickelt Gestaltungsoptionen für Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Ziel ist es, die Dynamiken, Mechanismen und Implikationen der Digitalisierung besser zu verstehen. Hierzu werden am Weizenbaum-Institut die ethischen, rechtlichen, ökonomischen und politischen Aspekte des digitalen Wandels untersucht. Damit wird eine empirische Grundlage geschaffen, die Digitalisierung verantwortungsvoll zu gestalten. Um Handlungsoptionen für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu entwickeln, verknüpft das Weizenbaum-Institut die interdisziplinäre problemorientierte Grundlagenforschung mit der Exploration konkreter Lösungen und dem Dialog mit der Gesellschaft. (Link: https://weizenbaum-institut.de/)

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Call for Papers: GMM Best Paper Award 2019

Für den Nachwuchsförderungspreis der GMM auf der Most Wanted Music (MW:M) vom 6. und 7.11.2019 in Berlin suchen wir: 

a)    laufende studentische Forschungsprojekte
b)    abgeschlossene Bachelorarbeiten und
c)    abgeschlossene Masterarbeiten

Die Projekte sollen sich mit musikwirtschaftlichen oder musikkulturellen Themen auseinandersetzen und dürfen nicht älter als 12 Monate ab Einsendung sein. Teilnehmen können Studierende und Absolvent*innen aller Deutschen Hochschulen und Universitäten.

Beispiele für Themen können sich im Themenkomplex der MW:M bewegen, sind jedoch nicht darauf beschränkt:

  • Musik und Wert: Wertschöpfung, Geschäftsmodelle, Branding, Investments, Strategien oder Produkte
  • Musik und Experience: Festivals, Konzerte, VR, AR, Apps, Hologramme
  • Social Impact of Music: Kultur & Ästhetik, Gesundheit, Bildung, Empowerment, Gleichberechtigung, Gender
  • New Music Markets: Internationale und Globale Perspektiven, neue Musik-Trends und Praktiken

Bewerbt Euch bis zum 15.09.2019 mit einer E-Mail an best-paper@musikwirtschaftsforschung.de. Schickt uns dazu eine Zusammenfassung (max. 1,5 Seiten) Eures Forschungs- oder Abschlussprojekts (Deutsch oder Englisch). Wir wählen die besten Einreichungen aus, die auf der MW:M einer fachkundigen Jury und vor Publikum präsentiert werden. Die Präsentationen finden auf Deutsch oder vorzugsweise auf Englisch statt. Alle Teilnemer*innen bekommen Zugang zur MW:M

Preise: Die Gewinner*innen erhalten eine einjährige Mitgliedschaft in der GMM, über die sie an Aktivitäten der Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung, sowie an Nachwuchsveranstaltungen, Forschungs- und Industrieworkshops und Fachausschüssen teilnehmen können. Darüber werden Preise für die Karriereentwicklung junger Forscher*innen vergeben. So erhält die beste Arbeit die Möglichkeit zur Publikation im Jahrbuch der GMM

Fragen? Dann einfach eine Mail an: best-paper@musikwirtschaftsforschung.de

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GMM Summer Institute 2019 in Porto: Ein Rückblick

von Matthes Köppinghoff

Informationsaustausch, Networking, spannende Vorträge – und das alles mit Blick aufs Meer: Zum fünften Mal ereignete sich das Spring Institute der Gesellschaft für Musikwirtschaft- und Musikkulturforschung (GMM). In ausgeruhter und produktiver Atmosphäre haben sich im März 2019 in Porto wieder Musikforscher_innen zum Austausch getroffen.

Auch in diesem Jahr kamen zum Spring Institute Interessierte rund um Fragen zur Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung in die zweitgrößte Stadt Portugals. Was ein wenig nach Urlaub klingt, hat damit aber in erster Linie nichts zu tun. Statt Freizeit steht die Wissenschaft im Vordergrund: Innerhalb von einer Woche gilt es für die teilnehmenden Wissenschaftler*innen und Musikforscher*innen, konzeptuelle Herausforderungen von Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung zu beleuchten. Was sind neue Entwicklungen, ökonomisch und kulturell? Welche sozialen Innovationen gibt es in Musikwirtschaft und Musikkultur? Der entspannte Rahmen gibt dabei Kraft für die geistige Arbeit, nach zahlreichen Arbeitsstunden klingen die Tage auch gern am Atlantikstrand oder am Flussufer des Douro aus.

Prof. Dr. Carsten Winter von der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover begrüßt die Teilnehmer_innen. Spannende Vorträge gibt es unter anderem von Prof. Dr. Barbara Hornberger („Zwischen Ignoranz und Kolonialisierung: Populäre Musik und kulturelle Bildung“) und Dr. Anita Jóri („What’s your Problem with Electronic Dance Music?“). Diese, aber auch der Vortrag von Prof. Dr. Thomas Düllo („Pop ist rund. Das Narrativ des Runden und Rollenden, Kugelnden und Kreisenden im Pop“) leiten in spannende und dazu intensive Diskussionen über.

Die Tagesablaufpläne sind eng getaktet: So stellen Prof. Dr. Carsten Winter und Christine Preitauer auch ihr Forschungsprojekt zur Festivalformatentwicklung vor. Weiter geht es mit dem Methodenkolloquium: In diesem Jahr steht besonders die Situationsanalyse nach Adele Clarke im Fokus. Die Teilnehmer*innen können sich mit der Methode in Workshops vertraut machen, sich austauschen, von bereits gemachten Erfahrungen berichten. Daniel Suer (Universität Siegen) möchte in seinem Dissertationsvorhaben („Spannungsfelder: zur situationsanalytischen Untersuchung von Tanz im Heavy Metal“) auch die Situationsanalyse nutzen – und bekommt in Porto direkt Unterstützung von anderen Forschenden, Einschätzungen und Ratschläge.

Ein sehr wichtiges Ziel des Summer Institute ist es, jüngeren Forscher_innen strukturierte und individuelle Hilfestellung zu geben; sowohl bei Arbeiten ganz am Anfang, aber auch bei schon fortgeschrittenen Dissertationsvorhaben. Die Fortschritte der Kolleg_innen werden durchdacht und konstruktiv diskutiert.

Für die Teilnehmer_innen hat das den Vorteil, unmittelbar qualifiziertes, wissenschaftliches Feedback für die eigene Arbeit zu bekommen und auch im Anschluss nach den Vorträgen noch die Zeit und Luft zu haben, sich über die Dissertationsvorhaben unterhalten und austauschen zu können. Wann hat man sonst im normalen Alltag zuhause solche Möglichkeiten und kann fruchtbare Gedanken mit anderen in dieser Form teilen? Klarer Vorteil: GMMSI.

Ein Dissertationsvorhaben kann kostbare Nerven rauben. Umso wichtiger ist da, dass das Spring Institute motiviert. Wer sich über mehrere Stunden den Kopf über das eigene Forschungsvorhaben und das der anderen gemacht hat, der hat sich am Ende auch einen entspannten Tagesausklang verdient. Umso besser, wenn man dann mit Gleichgesinnten den Tag und die eigene Arbeit Revue passieren lassen und auch daraus wieder Kraft tanken kann.

Fazit: Auch das Spring Institute 2019 ist wieder sehr kurzweilig gewesen; anstrengend, ja, aber vor allem auch sehr ergiebig und effektiv. Schon jetzt steht fest, dass es weitergeht – und die Teilnehmer*innen freuen sich schon auf das nächste Mal.

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2. Workshop der „Sharing Strategies“ Kampagne bei der c/o pop

In Kooperation mit dem Arbeitskreis „Smart Music Cities and Regions“ ging am 02. Mai die GMM-Kampagne „Sharing Strategies 2019 – Porto, Mannheim, Köln, Hannover, Hamburg & Berlin“ in ihre dritte Runde.

Im Anschluss an einen Impulsvortrag von Univ.-Prof. Dr. Carsten Winter (Sprecher des Fachausschusses „Musiknetzwerke“) indem er aufzeigte wie wichtig co-organisiert offen vernetzte Unterstützung in der Musikbranche geworden ist, wurde zu den folgenden Fragestellungen diskutiert:

  1. Neueste Entwicklungen der Pop-Musik-Förderung – wie können Netzwerk-Organisator*innen in verschiedenen Strukturen voneinander lernen?
  2. Music-Tech und Digitales – was verfolgen Netzwerk-Organisator*innen hier für Strategien und Ziele? Was macht Sinn? Was kostet nur Zeit und Nerven?
  3. Erfolgreiche Formen der Zusammenarbeit mit der Politik – was geht und was lässt sich noch lernen und besser machen?

Ein ausführliches Protokoll des Workshops und des Treffens finden sie hier:


Die GMM begleitet mit ihrem Fachausschuss „Musiknetzwerke“ die Arbeit des Arbeitskreises wissenschaftlich und hilft dabei Strategien zu entwickeln und Impulse zur Veränderung der Strukturen zu geben.


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Dokumentation der BMC-Backstage „Music meets Research“ mit der GMM

Musikwirtschaft und Musikwirtschaftsforschung – beide Felder könnten kaum enger beieinander liegen und doch sind Praxis und Wissenschaft komplett verschiedene Welten. Dabei kann die Branche von den Ergebnissen der Forschung klar profitieren. Gleichermaßen vertraut die Wissenschaft auf die Branche, um ihnen Informationen, Daten und überhaupt Themen sowie Forschungsaufgaben zu geben. Eine intensive und langfristige Zusammenarbeit bleibt jedoch oft aus.

Um dies zu ändern, behandelte die BMC Backstage am 09. Oktober 2018 in Kooperation mit der GMM (Gesellschaft für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung e.V.) das Thema „Music meets Research“. Ziel war es, Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung für die Branche sichtbar zu machen und ein gemeinsames Verständnis davon zu entwickeln, wo zusammengearbeitet werden kann.

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Workshop „Sharing Strategies“ im Rahmen des Allez Hop! in Mannheim

Mit ihrer „Sharing Strategies“ Kampagne war die GMM in diesem Jahr Teil des ersten deutsch-französischen Entrepreneurship-Summits in Mannheim – ein Rückblick.

Nach der inhaltichen Vorbereitung und Ausrichtung der „Sharing Strategies“ Kampagne im Rahmen des GMM Spring Institute 2019 im März in Porto, wurde im April bereits der erste Workshop im Programm von Allez Hop! ausgerichtet.

Als Teil der Veranstaltung, die von STARTUP Mannheim, der Französischen Botschaft und dem französischen Ministerium für Kultur im Musikpark Mannheim organisiert wurde, konnten in der Diskussion mit den Teilnehmer*innen des Workshops erste Themen diskutiert und vor allem entdeckt, dass es ein zentrales Thema der Kampagne die Rolle der Netzwerk-Organisator*innen und Co-Organisator*innen im Kontext ihrer unterschiedlichen Institutionalisierungen sein sollte – immer im Kontext der in den Städten etablierten und unter Veränderungsdruck stehenden Strukturen und mit Bezug auf Festivals als offenbar zentralen Orten dieser Treffen, auch verstanden als ZeitRäume der Kooperation und Koordination.

Es wurde deutlich, wie schwierig es ist Netzwerk-Organisator*innen und Co-Organisator*innen, die vor Ort Akteur*innen der Musikwirtschaft digital und persönlich vernetzen, wichtige Übersetzungsarbeit zwischen Systemen, Logiken, Verwaltung und Musik (digtial und analog) in Zeiten der digitalen Transformation leisten, auf die Agenda zu setzen. Das betrifft insbesondere solche Netzwerk-Organisator*innen und Co-Organisator*innen, die sich bereits Gedanken über die offene Entwicklung der Musikökosysteme ihrer Städte machen und in diesem Zusammenhang nicht nur versuchen etablierte Strukturen und Rollen zu legitimieren sondern erkannt haben was es konkret bedeutet, eine Stadt als Musikstadt intelligenter, inkludierender und nachhaltiger zu machen, weil sie auf diese Weise zukunftsoffener sind.

Erstaunlich ist in diesem Zusammenhang auch, dass nur die wenigsten Studien zur Kultur- und Kreativwirtschaft im Allgemeinen und der Musikwirtschaft im Besonderen der letzten Jahre, Netzwerk-Organisator*innen und Co-Organisator*innen, überhaupt inkludieren und ihre tragende Rolle für die Entwicklung von smarten und digitalen Musikstädten und -regionen erkennen. Für die immer offener vernetzte vielfältigere, kleinteiligere Musikwirtschaft ist das unglücklich, da Effektivitäts-, Agilitäts-, Produktivitäts-, Kreativitäts-Vorteile der sehr weit entwickelten Musikwirtschaft, aus der heraus ständig innovative neue Geschäftsmodelle entstehen, schlicht übersehen werden. Die Zukunft der smarten Entwicklung der Musikstädte würde, das wurde deutlich, erheblich davon profitieren, wenn die, die maßgeblich zu dieser Entwicklung beitragen, erstens sichtbarer und zweitens besser in ihrer Zusammenarbeit, im Teilen von Strategien und Erfahrungen werden.


Weiterführende Links:

https://allezhop.eu/

https://startup-mannheim.de/

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GMM at CTM 2019 – Research Networking Day, 26th January 2019

CTM Festival’s Research Networking Day provides a platform to exchange ideas and experiences for students and researchers from different European graduate and postgraduate programmes traversing the fields of audio, arts, media, design and related theoretical disciplines. A yearly initiative co-organised with the Humboldt University Department of Musicology, the German Association for Music Business and Music Culture Research (GMM), and the “Popular Music and Media” study programme (BA/MA Paderborn University, DE), the RND sought submissions from students, junior researchers and persons pursuing higher levels of research and studies to present projects and findings connected to the CTM 2019 Persistence Theme.

RND 2019 was divided into three modules:

The first module within the 2019 Research Networking Day was hosted by Dahlia Borsche, who is Head of Music at the DAAD Artist-in-Residence programme. Until October 2018 she was Research Associate at the Department of Musicology at Humboldt University Berlin, focusing on contemporary and transcultural music processes.

The presentations of this session focused on ecological questions of electronic music culture / sonic arts.

Max Litjens (University of Amsterdam, NL) talked about the producer Herbarium’s album, Freshness. According to the presenter, the album exposes how rethinking categories through a future imaginary can contribute to imagining a system of relationships that is better suited to confront the current ecological crisis.

Sophia Bauer (Kunsthochschule für Medien Köln, DE) proposed an artistic research project reflection on colonialisation in Kenya. landscape through sound. She examined the soundscapes of two forests in Kenya: the Kereita Forest Block and the Arabuko-Sokoke Forest. By listening to these two forests, she rethought the relationship between colonialism, people, places, and plants, and to reassemble their hierarchies in history.

Aladin Borioli (Freie Universität Berlin, CH/DE) explored the relationship between honeybees and humans. Combining an anthropological approach and artistic practice, his research project investigates contact zones where humans and honeybees meet.

 

The second module was hosted by Christoph Jacke, who is Professor of Theory, Aesthetics, and History of Popular Music (University of Paderborn), and Chair of the German speaking branch of the International Association for the Study of Popular Music (IASPM D-A-CH) among other. His research focus is on media, culture, and communications theory, cultural studies, celebrity studies, and popular music studies.

This module highlighted the most actual issues of media and technological developments and their influences on music production.

Ilana Harris (Humboldt University, DE) talked about ideasthesia, one theoretical approach to synaesthesia. This argument views synaesthesia not as an irregularity resulting from a habituated misfiring or developmental dysregulation, but as a linkage of different sensory precepts under an overarching semantic umbrella for any one single concept. In the presenter’s opinion, ideasthesia can help us to explore the concepts of innovation and social action in their etymological foundations and societal connotations, and furthermore postulate their existence under one overarching semantic network of change.

Pierre Depaz (Film-Universität Konrad Wolf Babelsberg, FR) exanimed how programming in the arts can be understood as a highly relevant locus of conflict between what Jacques Ranciere has defined as the opposition of consensus and dissensus.

Alejandra Cardenas (Technische Universität Berlin, PE/DE) applied Murray Schafer’s method of soundscapes to examine the devotional object of our era, the smartphone, as an effective self-monitoring and surveillance artifact.

Gary Charles (University Of Birmingham, UK) looked at approaches possibly resilient or offensive to machinic learning; drawing examples from punk, grime, contemporary classical, and sound art. Alongside a creative practice centered on uncontrollable systems, attitude-based improvisation, material dirt, and multiplied randomness, the presenter tried to develop both critique and possible methodologies in sound creation.

 

The third module was hosted by Anita Jóri, who is one of the chairpersons of GMM. This session focused on gender-related issues in electronic music culture.

Jilliene Sellner (University of Sussex, UK) emphasised the possibilities and limitations of research methodologies from a European or North American perspective on Middle Eastern region. To do so, she presented her creative collaboration with women sound artists in the Middle Eastern region.

Aude Gouaux-Langlois (UdK Berlin University of the Arts, FR/DE) questioned the perception of the gendered voice in the field of performance. She discussed how parts of Western society influence the human experience of one’s voice. She argued that female and male markers are merely constructions that aim to control the voice and fit it into certain structures (so-called gender norms), and that we shouldn’t underestimate the power of the voice to transcend them.

Finally, based on ethnographic research and interviews with female musicians and sound artists from Mexico, Catharina Rüß (University of Paderborn / University of the Arts in Bremen, DE) demonstrated how women in this region express their own voice with constant performances in an international field of alternative / electronic / experimental music.

 

After the three modules, Dahlia Borsche, Christoph Jacke, Anita Jóri and participants summarized their thoughts on the above-mentioned topics.

 

It was a very productive afternoon and everybody learned a lot from each other by exchanging research methods and topics.