Das fragt sich vermutlich mancher Ticketkäufer. Und mit dieser Frage kam Anfang Januar über die Webseite der GMMein Redakteur des Radiosenders Deutschlandfunk Nova auf mich zu. Um sie beantworten zu können, startete ich kleine Recherche. Ich wollte mein Wissen auf den neuesten Stand bringen und musste feststellen: Zur Preiszusammensetzung von Online-Tickets gibt es kaum etwas im Netz und auch nicht in der Musikforschung. Also habe ich mich entschlossen, bei Praktiker*innen nachzufragen und einige vorläufige Erkenntnisse für die werten Leser*innen zusammenzustellen. Mein Blogeintrag stellt keine empirische Studie dar, sondern ist das Ergebnis einer Sichtung der Forschungsliteratur, einer Netz-Recherche und einer kleinen informellen Anfrage bei einem Konzertveranstalter und einem Musiker, der sich selbst vermarktet. Die Angaben dieser beiden Personen, die miteinander geschäftlich nicht verbunden sind, decken sich weitestgehend und werden hier als ein kleiner, hoffentlich aufschlussreicher Einblick in die mögliche Preisgestaltung von Konzerttickets präsentiert. Für wissenschaftlich belastbare Zahlen müsste eine größere Stichprobe hinzugezogen werden.
Der Beitrag folgt der Logik der Preiszusammensetzung und wird sich daher zuerst mit den Musiker*innen und Konzertveranstaltern, und danach mit den Onlinehändlern beschäftigen. Anschließend mache ich eine Modellrechnung und errechne idealtypisch die prozentuale Aufteilung eines online für ca. 30,- € gekauften Konzerttickets.
Jahrbuch für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung 2/2018
Das Jahrbuch für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung dokumentiert aktuelle Forschung, Diskussionen, Publikationen und Veranstaltungen insbesondere zu Entwicklungen der Musikwirtschaft und Musikkultur und ist als thematisches und zugleich offenes Forum konzipiert. Als begutachtete und bewusst inter- und transdisziplinäre Fachpublikation lädt das JMMF sowohl zu thematischen Forschungsbeiträgen, zu aktuellen Forschungsbeiträgen sowie auch zu Rezensionen und Veranstaltungsbesprechungen ein. Vorgesehen sind für jedes Jahrbuch neben Beiträgen zu Titel und Thema jedes Jahrbuchs weiter Beiträge, die rechtliche, politische, ästhetische o.ä. Aspekte aktueller Entwicklungen in Musikwirtschaft und Musikkultur thematisieren.
Der Band Musik & Stadt thematisiert nach der Verleihung des Titels „UNESCO City of Music“ an Hannover und Mannheim das Thema „Musik und Städte“ mit Beiträgen zu konkreten Musikstrategien von Städten wie Berlin, London oder Stockholm, internationalen Vergleichen der Musikförderung sowie Städten als narratives Element in der Musik. Neben Beiträgen zu Titel und Thema des Jahrbuchs werden aktuelle rechtliche, politische, wirtschaftliche sowie ästhetische Aspekte von Musikwirtschaft und Musikkultur behandelt.
Einleitung: Musik und Stadt. Entwicklung, Profilierung und Positionierung – eine Hinführung zum Jahrbuch und seinen Carsten Winter, Lorenz Grünewald-Schukalla, Martin Lücke und Matthias Rauch
Musik und Stadt
Where The Music Is? Music Cities im Vergleich. Zahlen und Strukturen in Austin & Toronto – Matthias Rauch
Standorte für Musikunternehmen. Das Beispiel Berlin – Verena Blättermann
Popförderung in der Stadt. Das Musicboard Berlin – Martin Lücke und Anita Jóri
American Opera through American Content. Die amerikanische Metropole in der gegenwärtig florierenden Suche nach einer „Great American Opera“ – Frédéric Döhl
Thematische Beiträge
Anmerkungen zum Rechtsstreit über Musik-Sampling. „Kraftwerk (Ralf Hütter) vs. Moses Pelham“ – und zur Frage nach rassismuskritischer, semiotischer Demokratie –Johannes S. Ismaiel-Wendt
Vom Dancefloor nach SoundCloud. Der digital turn der Technoszene und die Produktivität der daraus resultierenden Distinktionen – Dennis Mathei
Popmusikalische Repräsentation. Eine explorative Studie zur qualitativen Diversität sowie räumlichen und zeitlichen Ausbreitung von Populärer Musik aus Deutschland –Hendrik Neubauer
Der subjektive Wert der Pop-Festivals. Mediale Chancen und Herausforderungen von Event-Strategien –Lorenz Grünewald-Schukalla, Bastian Schulz und Carsten Winter
Werbung und Musik. Versuch einer Typologie ihrer Beziehung mit einem Plädoyer für mehr interdisziplinäre Forschung – Benedikt Spangardt und Nicolas Ruth
Musik und Land
Jugendkulturförderung im ländlichen Raum und ihre Bedeutung für die Entwicklung urbaner Popkultur am Beispiel des Projekts create music – Yao Houphouet und Frederik Timme
Buchrezensionen
Bastian Lange, Hans-Joachim Bürkner & Elke Schüßler: Akustisches Kapital. Wertschöpfung in der Musikwirtschaft – Michael Ahlers
Uwe Breitenborn, Thomas Düllo, & Sören Birke: Gravitationsfeld Pop. Was kann Pop? Was will Popkulturwirtschaft? Konstellationen in Berlin und anderswo – Yvette Kneisel
Joseph Limper & Martin Lücke: Management in der Musikwirtschaft – Peter Tschmuck
Alexandra Manske: Kapitalistische Geister in der Kultur- und Kreativwirtschaft. Kreative zwischen wirtschaftlichem Zwang und künstlerischem Drang – Aljoscha Paulus
Veranstaltungsbesprechungen
Drei Jahre Most Wanted: Music. Das Branchenevent der Berlin Music Commission – Lorenz Grünewald-Schukalla, Martin Lücke und Carsten Winter
Konferenz der Intermediäre? Das Reeperbahnfestival zwischen Showcases und Business-Netzwerken – Lorenz Grünewald-Schukalla und Georg Fischer
Workshop des Zentrums für Zeithistorische Forschung und des Exzellenzclusters Bild, Wissen, Gestaltung – Lorenz Grünewald-Schukalla
Das GMM Summer Institut (GMMSI) in Porto – Christine Preitauer
Zum dritten Mal in Folge wurde am 06.11.2018 im Rahmen der Most Wanted: Music- Konferenz in Berlin der GMM Best Paper Award (BPA) verliehen. Der BPA richtet sich an junge Wissenschaftler*innen, die erst vor kurzem ihre Bachelor- oder Masterarbeiten zu einem Thema der Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung abgeschlossen haben. Die Studierenden reichen dabei ihre Arbeit ein. Eine Reihe von etablierten Forscher*innen prüft die Arbeit. Die wissenschaftliche Qualität entscheidet dabei, wer beim Finale in Berlin dabei sein kann.
Dieser dritte BPA hatte dabei mehr Einreichungen als je zuvor. Nur acht Finalist*innen konnten jedoch auf der Most Wanted: Music ihre Arbeiten präsentieren, darunter Arbeiten zu „Unternehmerische Leidenschaft als Erfolgsfaktor bei Gründern erfolgreicher Independent-Labels” oder zur „Renaissance des Musikvideos“.
Die acht Finalist*innen Max Alt, Lisann Bach, Sarah Badke, Leo Feisthauer, Niklas Franke, Susann Grossmann, Steffen Riske und Charlotte Rudolph präsentierten ihre Arbeiten einer fachkundigen Jury aus Forschung und Praxis. Anita Jóri (Universität der Künste, Vorsitzende der GMM), Kata Katz (Hochschule Macromedia), Steinunn Arnardottir (Native Instruments), Luise Wolf (Universität Paderborn) und Lorenz Grünewald-Schukalla (Alexander von Humboldt-Institut für Internet und Gesellschaft, Geschäftsführer der GMM) bewerteten dabei die Arbeiten hinsichtlich ihrer wissenschaftlichen Qualität und Relevanz. Zu gewinnen gab es dabei Preise, die die Studierenden in ihrer wissenschaftlichen Qualifikation weiterbringen sollen: Eine Teilname an der GMM Spring School in Porto in der Kategorie Bachelor sowie die Möglichkeit der Publikation im Jahrbuch der GMM in der Kategorie Master.
Die Finalist*innen und Joror*innen des GMM Best Paper Awards: Leo Feisthauer, Niklas Franke, Sarah Badke, Charlotte Rudolph, Lisann Bach, Max Alt, Susann Grossmann, Steinunn Arnardottir, Steffen Riske, Luise Wolf, Anita Jóri und Lorenz Grünewald-Schukalla (v.l.n.r)
Prämiert wurden:
In der Kategorie Master: Max Alt von der Humboldt Universität zu Berlin mit der Arbeit „Neurechte Pop-Sounds? Über die Auswirkungen des Rechtsrucks auf die deutschsprachige Popmusik am Beispiel von Frei.Wild“
In der Kategorie Bachelor: Charlotte Rudolph von der Hochschule Macromedia mit der Arbeit „Ein offenes Ohr für Musik trotz Hörschädigung – Musikrezeption von Hörgeschädigten und ihre Bedeutung für die Musikwirtschaft“
Mit einem Sonderpreis für die Relevanz der Arbeit für das Policy-Making: Susann Grossmann von der Hochschule Merseburg mit der Arbeit „Eine quantitative schriftliche Befragung der Arbeits-und Lebensbedingungen von Musikern der unabhängigen Popmusikszene Sachsens vor dem Hintergrund einer kritischen Reflexion des Popmusikkonzeptes in Wissenschaft, Politik, Medien und Kreativwirtschaft“
Wir wünschen allen Gewinner*innen viel Erfolg für ihre weitere Laufbahn!
Für das vierte Jahrbuch
Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung 2020, Herausgeber*innen:
Prof. Dr. Michael Ahlers, Lorenz Grünewald-Schukalla M.A., Dr. Anita
Jóri, Dr. Holger Schwetter.
Die Gesellschaft für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung e.V. publiziert ein Jahrbuch, das neben einem Hauptthema über den Stand der Forschung zu Musikwirtschafts- und Musikkultur informiert. Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung wird nicht als disziplinäre Forschung konzipiert, sondern als ein Forschungsfeld, das situativ und interdisziplinär auf Problemlagen und neue Fragen reagiert und diese zugleich auch aufwirft. Im Zentrum stehen reale Probleme und Fragen, wie in diesem Fall die Frage nach den Möglichkeiten und Grenzen von Empowerment in populärer Musik.Erstens: Seit den 1960er Jahren gilt populäre Musik als in besonderem Maß mit emanzipatorischem, gesellschaftlichen Wandel verbunden. Uns interessiert im Besonderen die Verbindung von Musik, Wirtschaft und Empowerment, verstanden als die Möglichkeit des Sichtbarwerdens und der Ermächtigung marginalisierter oder relativ machtloser Gruppen und allgemein die Frage von Macht und Ausschluss in Musikkulturen und am Musikmarkt. Dies betrifft u.a. (aber nicht ausschließlich) die momentan stark diskutierten Themenfelder Gender und Diversität. Wie sehen diese Verbindungen aktuell (und historisch) aus? Kann auch heute noch davon ausgegangen werden, dass allein die Teilnahme an Gruppenprozessen bereits einen wesentlichen Motor für das Entstehen eines Ermächtigungsgefühls darstellt (Zimmermann und Rappaport 1988)? Wenn man attestiert, dass Empowerment mit Musik verbunden sein kann, so gilt zweitens auch, dass der Musikmarkt und Musikkulturen oftmals gesellschaftliche Ungleichheiten reproduzieren oder eigene Ausschlussmechanismen hervorbringen. Daher wollen wir wissen: Wie werden momentan in Musikunternehmen und Musikszenen Auseinandersetzungen um Empowerment geführt? Zum Dritten replizieren sich auch in der Musikforschung Machtstrukturen aus Ausschlussmechanismen, die noch kaum erforscht sind.
Mögliche Fragen sind:
Wie wird Empowerment in populärer Musik verhandelt und thematisiert?
Wie trägt populäre Musik zum Empowerment marginalisierter gesellschaftlichen Gruppen bei?
Wie können Prozesse des Empowerments institutionell oder gemeinschaftlich unterstützt werden?
Wie werden in Musikszenen und Musikkulturen Auseinandersetzungen um Macht ausgetragen? Wer entscheidet, wer auftritt und wer auflegt?
Wer sind die Gatekeeper und wie wird man eine/r? Beispiel Türpolitik: Wie wird entschieden, wer dabei sein darf?
Wie replizieren sich Netzwerke am Musikmarkt und in Musikkulturen und wie kann das durchbrochen, subvertiert oder umgestaltet werden? Wie wird das Thema Empowerment und Diversität in kleinen und großen Musikunternehmen verhandelt?
Wie laufen die Auseinandersetzungen um Leadership in der Musikindustrie ab? Welche Erfahrungen machen die, die ihre Karrieren nicht aus traditionell privilegierten Positionen starten?
Welche Zusammenhänge gibt es zwischen musikbezogener Forschung und akademischen Machtstrukturen sowie ggf. musikwirtschaftlichen oder musikkulturellen Kontexten?
Der Call richtet sich an Wissenschaftler*innen aller Disziplinen, die zu Musik und Empowerment arbeiten oder die ihre eigene Situation in der Wissenschaft reflektieren wollen, sowie an Praktiker*innen, die als selbständige Akteur*innen oder Mitarbeiter*innen von Musikunternehmen ihre eigenen Biographien, aktuelle Tendenzen und Probleme reflektieren wollen.
Erbeten sind Beitragsskizzen (max. 1.500 Worte, Word-Datei) bis zum 10.12.2018 an jahrbuch@musikwirtschaftsforschung.de. Über die Annahme wird bis zum 15.12.2018 entschieden.
Die Abgabe der Beiträge wird bis zum 31.3.2019 erwartet. Der Band wird Anfang 2020 publiziert. Über Hinweise zur Manuskriptgestaltung wird in einer separaten Mail informiert. Bei Rückfragen wenden Sie sich an jahrbuch@musikwirtschaftsforschung.de
Die Gesellschaft für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung [GMM] hat im September 2018 ihr erstes Jarhbuch veröffentlicht. Unter dem Titel „Big Data und Musik“ werden Artikel von WissenschaftlerInnen und ExpertInnen versammelt die einen aktuellen Blick auf die Rolle und die Perspektiven von Big Data und Blockchains in der Musikwirtschaft werden.
Big Data ist nicht nur Sache von Versicherungen und Internetunternehmen. Auch für die global agierende Musikwirtschaft, die in den letzten knapp 20 Jahren bereits zahlreiche Transformationen überstehen musste, werden Sammlung, Analyse und Verwertung großer Datenmengen zu einem immer zentraleren Thema. Das Jahrbuch der Gesellschaft für Musikwirtschaftsund Musikkulturforschung versammelt hierzu unterschiedliche Ansätzeund Perspektiven auf das Thema Big Data und Musik: Von den Datafication-Algorithmen Spotifys über die rechtlichen Implikationen von Music Data Mining, die Blockchain bis zu der Nutzung von Big Data im Artist & Repertoire Management werden zentrale Anwendungsfelder von Musik und Big Data in den Blick genommen.
Das Jahrbuch für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung [JMMF] ist explizit überdisziplinär angelegt dokumentiert und als thematisches und zugleich offenes Forum aktuelle Forschung, Diskussionen, Publikationen und Veranstaltungen zu Entwicklungen der Musikwirtschaft und Musikkultur dokumentieren. „Die Jahrbücher sollen den Stand der Forschung aufarbeiten aber auch über aktuelle Publikationen und Veranstaltungen informieren“, so Prof. Martin Lücke, der den Band als erster Vorsitzender der GMM mit herausgegeben hat. Gleichzeitig ist das JMMF auch als Plattform für den wissenschaftlichen Nachwuchs konzipiert und jederzeit für Einreichungen offen.
Studierende, Lehrende und WissenschaftlerInnen der Kultur- Sozial- und Wirtschaftswissenschaften
Praktiker in der Musikwirtschaft
Die Herausgebenden
Dr. Michael Ahlers ist Professor für Musikdidaktik mit dem Schwerpunkt Populärmusik und stellvertretender Direktor des Instituts für Kunst, Musik und ihre Vermittlung an der Leuphana Universität Lüneburg.
Lorenz Grünewald-Schukalla ist Medien- und Managementwissenschaftler sowie Geschäftsführer der Gesellschaft für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschunge.V.
Dr. Martin Lücke ist Professor für Musikmanagement sowie Head of Media School der Hochschule Macromedia, Campus Berlin.
Dr. Matthias Rauch leitet die Kulturelle Stadtentwicklung Mannheim.
Keywords
Data Mining in der Musikwirtschaft, Geschäftsmodelle in der Musikwirtschaft, Musik-Streaming, Blockchain, Streamingdienste für Musik Artist & Repertoire in der Musik Urheberrecht Musik
Am 07.11. 2017 fand zum zweiten Mal der GMM Best Paper Award statt, bei der die Gesellschaft für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung herausragende Abschlussarbeiten prämiert. Erneut im Rahmen der Berlin Most Wanted:Music Konferenz, diesmal jedoch als Satellite-Event an der SRH Hochschule der Populären Künste Berlin wurde die Veranstaltung im Umfeld von Musik und Akademie zugleich platziert. In drei Kategorien (Bachelor, Master und Forschungsprojekt) präsentierten fünf von der GMM vorausgewählte Studierende ihre Arbeiten und Projekte vor einer Jury aus Praxis und Wissenschaft von Musikwirtschaft und Musikkultur.
Die TeilnehmerInnen und Jury des GMM Best Paper Awards
Den Einstieg machte Frederik Rosebrock von der Hochschule Macromedia Hamburg mit seiner Bachelorarbeit „Social-Media-Marketing von deutschen Popmusikern auf Instagram Die Bedeutung des visuellen Faktors“. Er kategorisierte die Instagram Posts von deutschen KünstlerInnen und abeitete durch die Erhebung ihrer Response-Rates heraus, dass Portraits und Selfies gegenüber klassischer Werbung mehr Resonanz unter den Fans hervorrufen.
Es folgte Ina Heinrich mit einem studentischen Forschungsprojekt zu „Musikszenenforschung im peripheren Raum: Network Hopping im Rhein-Erft-Kreis“. Gemeinsam mit ihren KommillitonInnen von der Universität Paderborn erforschte sie, welche Förderungsmaßnahmen sich NachwuchskünstlerInnen im ländlichen Raum wünschen und musste herausfinden, dass dort die Möglichkeiten für dort lebenden Jugendlichen trotz großem kulturellen Interesse durch eine fehlende Musikszene sehr begrenzt sind.
Katharina Wolf (Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde) präsentierte die in Ihrer Masterarbeit entworfene „Theorie der Prioritätensetzung bei der Nachhaltigkeitsintegration in der Berliner
Clubszene.“ Durch Experteninverviews mit Berliner Technoclubs arbeitete sie spezifische Nachhaltigkeitsinteressen der Clubbetreiber aber auch Hindernisse bei ihrer Umsetzung heraus.
Ebenfalls in der Kategorie Masterarbeit präsentierte Christine Preitauer von der Hochschule für Musik, Theater und Medien ihr Projekt „Unterstützung der Internationalisierung“, in dem sie die Interantionalisierungsherausforderungen kleiner Musikwirtschaftsakteure in Mannheim, Berlin und Hannover für die internationale Vernetzung ihrer Wertschöpfungsaktivitäten erhob.
Abschließend konstatierte Markus Schwarzer von der Popakademie Mannheim mit seiner Arbeit zu „Business Model Innovation in der Tonträgerindustrie“, dass die Labels trotz der vielversprechenden Poteziale von Geschäftsmodellinnovation nach wie vor an ihrer klassischen Arbeitsweise festhielten. Statt mit neuen Erlösmodellen zu arbeiten ständen hier nach wie vor Einmalzahlungen für die Nutzung von Tonträgern im Zentrum.
Die Jury, bestehend aus Dr. Anita Jóri (UdK Berlin), Simone Orgel (re:publica), Tom Kurth (Native Instruments) und Prof. Dr. Martin Lücke (Hochschule Macromedia) diskutierte die Arbeiten rege und wählte auch GewinnerInnen aus: Die Preise gingen in diesem Jahr an Frederik Rosebrock, Ina Heinrich und Markus Schwarzer, die mit ihrem Award an weiteren Nachwuchsaktivitäten der Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung teilnehmen können.
Die GewinnerInnen des GMM BPA bei der Preisverleihung
While the headline theme „blockchain“ occupied the central position of this year’s VMBRDays, a very lively discussion around several topics significant for today’s music business developed.
Before kicking off the official conference Ph.D. and master students had the opportunity to discuss their work with acclaimed mentors form the field of music business research at the Young Scholars Research Workshop (Co-organized by the GMM). The presentations covered topics from the branding of classical music, collaborative online song production or the influence of copyrights on the creative process. This years workshop was also very international with contributions on the adoption of streaming services in South Africa and collective rights management organizations in Barbados.
The first conference day, traditionally open for recent research contributions, gathered a variety of perspectives towards the music business. Sessions focused on e.g. music entrepreneurship, artist management, music festivals or music preferences. Regularly these talks aimed for a critical view on business practices and for strategies musicians might apply in order to strengthen their position, particularly without a major label background.
Day two was reserved for invited talks concerned with new gatekeeping processes, mental health in music business, and of course the blockchain technology. Generally the talks showed a great interest in understanding the artists’ issues and concerns – music business research on micro-level, one could say. Not neglecting the developments in the big music industry, they tried to figure out how streaming already and blockchain eventually will affect the business. However, probably more often than usually “making a living with music” and alternative models to do so were addressed.
The informative and skeptical days in Vienna, looking at issues at the edge of the plate, with great food, perfect hosts, and lots of interesting discussions, ended with the announcement of Benjamin Schiemer and Elke Schüßler as winners of the Best Paper Award of the Young Scholars Workshop with their work on „Virtual Songwriting: Fostering Creative Processes through “Challenge” and “Collaboration”“. Congratulations!
Auf der letzten Vorstandssitzung wurde besprochen, wie die Aktivitäten der GMM Fachausschüsse noch stärker in die Arbeit der gesamten Gesellschaft einbezogen werden können. Folgende Beschlüsse, die den Fachausschüssen zugute kommen wurden dabei getroffen:
Neben der nun erstmals vom Fachausschuss zu Musik & Urheberrecht in Anspruch genommenen Workshop-Pauschale können Zuschüsse für Aktivitäten der Fachausschüsse wie Publikationen oder Tagungen beantragt werden. Hierzu ist zunächst ein Antrag an den Vorstand mit einer kurzen Projektbeschreibung und Kostenplanung an den Vorstand (info@musikwirtschaftsforschung.de) zu senden. Zur Erinnerung: Für die Kosten kleinerer Veranstaltungen kann eine Workshop-Pauschale von 150 Euro beantragt werden. Die Workshop-Pauschale kann formlos per E-Mail an den Vorstand beantragt werden und ist mit der Abgabe eines Abschlussberichtes für die GMM-Website verbunden.
Die Fachausschüsse können sich aktiv an der Herausgabe des Jahrbuchs der GMM beteiligen. Hierzu können die SprecherInnen der Fachausschüsse thematische Vorschläge an den Vorstand (info@musikwirtschaftsforschung.de) senden. Bei Eignung des Themas können Teams von HerausgeberInnen aus Vorstand und Ausschuss gebildet werden. Dies ist bereits jetzt für das Jahrbuch 2019 möglich.
Gründung neuer Fachausschüsse (Musik & Ausbildung, Musik, Marketing & Brands)
Daneben gibt es Interesse an der Gründung zweier neuer Fachausschüsse, die nach weiteren Mitarbeitenden suchen:
Der Ausschuss ‚Ausbildung‘ stellt sich schwerpunktmäßig der Frage, wie aktuell für die Musikwirtschaft ausgebildet wird und welche curricularen Änderungen in den nächsten Jahren nötig sein werden. Wie wirken sich neue Geschäftsmodelle auf die Inhalte der Studiengänge aus und wie können Hochschulen und Musikunternehmen in diesem Punkt besser miteinander kommunizieren? Interessierte können sich formlos unter luecke@musikwirtschaftsforschung.de melden.
Ein weiterer Ausschuss zu ‚Marketing & Brands‘. Hier soll interdisziplinär an Fragen zu Marken als Geschäftsmodellen für Musikunternehmen und KünstlerInnen, zu Marken als kulturellem Gegenstand von Musikkulturen (z.B. KünstlerInnen als Marke) oder zu neuen Markt- und Machtverhältnissen gearbeitet werden. Der Ausschuss ist offen für weitere Themen und Mitarbeitende. Interessierte können sich formlos unter gruenewald@musikwirtschaftsforschung.de melden.
Für die Mitarbeit an einem Fachausschuss ist die Mitgliedschaft in der GMM zunächst nicht erforderlich.
Wie können wir den Geschlechterungleichheiten in der elektronischen Musikszene begegnen? Welche Lösungen bieten sich an, und wie können wir sie implementieren? Diesen Frage stellte sich auf der diesjährigen re:publica ein von der Gesellschaft für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung e.V. (GMM) präsentiertes Panel. Auf der ‘Stage L1’ in der STATION Berlin, ein Raum des alten Postbahnhof an der Luckenwalder Straße (Berlin-Kreuzberg), dessen blanke Betonwände mit den re:publica Farben ausgeleuchtet waren, kamen fünf unterschiedliche Perspektiven auf das Thema “Solutions for a more equal electronic music scene and business” zusammen.
Christine Kakaire, Journalistin und Beraterin mit internationaler Karriere in der elektronischen Musikszene, moderierte das Panel, das mit Anita Jóri, Linguistin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität der Künste, Désirée Vach, Gründerin des Labels Snowhite Records und stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Verbands Unabhängiger Tonträgerunternehmen (VUT), Camille Darroux, DJ und Gründerin der Mimosa Agency sowie Thomas Vorreyer, Chefredakteur bei THUMP besetzt war.
Den Diskutierenden ging es nicht darum erneut zu klären, ob es überhaupt Ungleichheiten in der Szene gibt, und ob diese immanent seien. Stattdessen bot Christine Kakaire in Ihrem Eröffnungsstatement sehr deutliche Zahlen an: Nur 14% der Britischen PRS identifizieren sich als Frauen während die Top 100-Liste von Resident Advisor lediglich weibliche 14 DJs enthält. Hierzu veröffentlichte die Gruppe Female Pressure weitere Zahlen. Im Anschluss befragte sie daher die Panelist_innen direkt ihren Perspektiven und Ideen für mögliche Lösungsschritte.
Im Verlauf des einstündigen Panels arbeitete sie verschiedene Strategien heraus. So hielten die Panelisten es für wichtig, dass man selbst Verantwortung übernehme und ‘accountable’ bleibe. So erklärte Thomas Vorreyer, dass er eigene Statistiken darüber führt, wie divers die Berichterstattung und auch das Netzwerk der Journalist_innen ist, die für THUMP arbeiten. Seine Aufzeichnungen ermöglichen es besser zu koordinieren, wer, wie, worüber schreibt, und dass so ausgewogenere Perspektiven bei gleichzeitig diverseren Themen abgebildet werden können. Désirée Vach betonte, dass Frauen in der Musikwirtschaft darauf achten sollten, Bewerberinnen, die sich auf Stellen für Assistent_innen bewerben, auch stärker für Führungspositionen zu berücksichtigen. Auch die Etablierung von Quoten, wie z.B. im Booking weiblicher Musikschaffender sei eine Möglichkeit, der Anita Jóri jedoch nicht unkritisch gegenübersteht. Viele weibliche DJs wollten nicht “die Quotenfrau” eines Line-ups sein, sondern tatsächlich ernst genommen werden.
An bestehenden Rollenmodellen und Ausbildungsmöglichkeiten könne gearbeitet werden. So machte sich Camille Darroux dafür stark, dass DJ-Workshops oft gänzlich von Männern für Männer konzipiert werden, und dass es Räume bräuche, in denen Frauen mit Musiktechnologie experimentieren können. Das sei aus wissenschaftlicher Perspektive auch schon sehr früh nötig, so Anita Jóri, denn der Zugang zu Technologie wird bereits in der Kindererziehung gegendert. Man dürfe daher elektronische Musik nicht als getrennt von anderen gesellschaftlichen Bereichen sehen und müsse Mädchen bereits früh einen offeneren und kompetenten Umgang mit Musik und Technologie ermöglichen.
Auch im Bereich der Medien und der Repräsentation wurden einige Positionen formuliert. So sei es wichtig, dass gerade öffentlichkeitswirksame Persönlichkeiten antisexistische Postionen übernähmen und diese in der Öffentlichkeit diskutierten. Ebenfalls zentral sei, dass die Medien der Szene ihren Content nicht den Online-Sphären überlassen, sondern die Aktivitäten um ihre Inhalte aktiv moderieren, bspw. wenn sich anti-emanzipatorische Diskussionen ergeben.
Ob und wie konsumatorische Aktivitäten eine Lösung sein könnten, blieb offen. So überlegte Thomas Vorreyer, ob es nicht möglich sei “die Daten zu beeinflussen”, indem man Male-Only-Labels boykottiere oder die eigenen Playlisten bei Spotify stärker mit weiblichen Akteurinnen bestückt, um die Empfehlungs-Algorithmen zu trainieren.
Christine Kakaire arbeitete diese unterschiedlichen Perspektiven gekonnt aus den diversen Hintergründen der Panelist_innen heraus. Auf ihre abschließende Frage, ob mit den beschriebenen Strukturen und den feministischen Gruppen der Szene nicht schon viel geschafft sei, wusste Anita Jóri zu sagen: “Berlin ist mit seinen sexismussensiblen Netzwerken und Gruppen ein besonderer Ort. Außerhalb von Berlin ist jedoch noch viel zu tun.”
Eine Aufzeichnung des Panels kann hier angesehen werden:
Am 28. Oktober fand im rock’popmuseum in Gronau die Eröffnung der Ausstellung „We’re only in it for the money“ statt. Kuratiert hat die Ausstellung Martin Lücke, Professor für Musikmanagement an der Hochschule Macromedia Berlin. Unterstützung erhielt er im Rahmen eines studentischen Lehrprojekts durch die angehenden Musikmanager Ellen Bäuerle und Patrick Liegl. Für alle Seiten war die Erstellung dieser Wanderausstellung, die bis Mitte Februar 2017 in Gronau zu sehen sein wird, ein besonderes Highlight.
Kuratiert hat die Ausstellung Musikprofessor Martin Lücke der Hochschule Macromedia Berlin mit Unterstützung der Musikmanager Ellen Bäuerle und Patrick Liegl.
Die Musikindustrie ist für den Laien ein Mysterium. Vermeintlich sind es nur die Stars, die für erfolgreiche Hits Millionen kassieren. Doch wie sieht das Geschäft in Wirklichkeit aus? Die Sonderausstellung „We’re only in it for the money“ im rock’popmuseumin Gronau begibt sich auf eine spannende Reise hinter die Kulissen einer vielschichtigen und global agierenden Musikwirtschaft, blickt hinter das Geschehen auf der Bühne, hinter die Produktion eines Albums, hinter die Präsentation von Musik in den Medien. Denn das Geflecht ganz unterschiedlicher Protagonisten aus Produzenten und Verwertern, aus rechtlichen Grundlagen und Verträgen ist für Laien oftmals undurchsichtig.
Seit Jahrhunderten ist Musik ein zentrales Kulturgut, aber auch ein wichtiges Wirtschaftsgut. Musik ist für viele Konsumenten Mittel zur Unterhaltung und Entspannung, ein Sammlerobjekt und vor allem für junge Menschen immer auch identitätsbildend. Und gleichzeitig leben von der Musik zahlreiche Autoren und Künstler, Labels und Verlage, Veranstalter und Medien, Musikalienhändler und Tonstudios.
Anhand von sechs thematisch geordneten Bereichen (Live, Tonträger, Medien, Digitalisierung, Produktion und Verträge) zeigt die Ausstellung die immense Vielfalt der Musikwirtschaft, präsentiert wichtige Entwicklungslinien aber auch dramatische Brüche und spannt sich dabei über fast 150 Jahre Musikwirtschaftsgeschichte.