{"id":736,"date":"2019-09-27T13:46:48","date_gmt":"2019-09-27T13:46:48","guid":{"rendered":"http:\/\/musikwirtschaftsforschung.de\/?p=736"},"modified":"2019-09-27T13:46:50","modified_gmt":"2019-09-27T13:46:50","slug":"gemeinsame-resolution-gegen-rechtspopulismus-der-iaspm-d-a-ch-gfpm-und-gmm-langfassung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/musikwirtschaftsforschung.de\/?p=736","title":{"rendered":"Gemeinsame Resolution gegen Rechtspopulismus der IASPM D-A-CH , GfPM  und GMM  (Langfassung)"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"text-align:left\">Mit wachsendem Befremden beobachten wir, wie die\nGrundwerte einer offenen und pluralistischen Gesellschaft in Deutschland,\n\u00d6sterreich und der Schweiz zunehmend (wieder) in Frage gestellt werden.\nVerschiedene Ereignisse der vergangenen Jahre zeigen, dass diese Selbstverst\u00e4ndlichkeiten\nim Zuge eines Rechtsrucks von Teilen der Gesellschaften nicht mehr als solche\nakzeptiert werden. Namentlich die rechtspopulistische \u201eGemeinsame Erkl\u00e4rung\n2018\u201c, die eine Entsolidarisierung mit Gefl\u00fcchteten betreibt, wurde von einer\nerschreckend hohen Zahl von Menschen \u2013 auch aus Wissenschaft und Kultur \u2013\nunterzeichnet. <\/p>\n\n\n\n<p>IASPM D-A-CH, GfPM und\nGMM haben mit popul\u00e4rer Musik ein Forschungsfeld, das sich \u00fcber die Grenzen von\nNationalstaaten, starre Einteilungen nach Ethnien, bin\u00e4re Geschlechterstereotype\nund soziale Schranken hinweg konstituiert. Popul\u00e4re Musik ist in besonderem\nMa\u00dfe von nationalen, heteronormativen und ethnisierten Deutungen und\nAuseinandersetzungen durchzogen. In IASPM <br>\nD-A-CH, GfPM und GMM werden diese Konflikte analysiert, wobei auch beobachtet\nwird, ob und wie sich popul\u00e4re Musik abwertenden Hierarchien,\nStandardisierungen und Normierungen zu entziehen vermag. Darin sehen wir eine\nproduktive Qualit\u00e4t von popul\u00e4rer Musik und insbesondere von Popular Music\nStudies. <\/p>\n\n\n\n<p>Popul\u00e4re Musik ist\ndar\u00fcber hinaus nicht nur ein Produkt, sondern auch ein wesentlicher Faktor bei\nder historischen Entstehung pluralistischer und global vernetzter\nGesellschaften. Die Popular Music Studies sind mit ihrer Kompetenz f\u00fcr die Analyse kultureller Aushandlungsprozesse, die sich vielfach in engem\nAustausch mit der Emanzipation marginalisierter Gruppen vollziehen, besonders qualifiziert,\num derzeit dr\u00e4ngende politisch-kulturelle Fragen zu beantworten. Die Mitglieder\nvon IASPM D-A-CH, GfPM und GMM stellen sich daher entschieden gegen\nethnopluralistische, rassistische und nationalistische Deutungsmuster. <\/p>\n\n\n\n<p>Orte der Bildung und\nWissenschaft, der K\u00fcnste und Kulturen, Museen und Archive, Ateliers und\nStudios, B\u00fchnen und Clubs, alte und neue Medien, R\u00e4ume f\u00fcr Darstellung und\nDiskussion sind allesamt offene R\u00e4ume, die vielen geh\u00f6ren. IASPM D-A-CH, GfPM und\nGMM verstehen sich daher als Plattformen f\u00fcr einen m\u00f6glichst grenzenlosen\nwissenschaftlichen Austausch. Wir stehen f\u00fcr eine offene Gesellschaft,\nPluralit\u00e4t und Demokratie. Demokratische Freiheit ist nicht ohne Widerspr\u00fcche \u2013\nsie ist niemals einfach. Wir betrachten es deshalb als unsere besondere\nforschungsethische Verantwortung, Macht- und Marktstrukturen sowie kulturelle\nZuschreibungen kritisch zu hinterfragen. Wir erteilen allen Positionen eine\ndeutliche Absage, die meinen, dass die Ausdrucksformen einer Gruppe von\nMenschen mehr Wert seien als andere. <\/p>\n\n\n\n<p>Wir verteidigen unsere\ndemokratische und wissenschaftliche Freiheit gegen alles, was sie bedroht:\nv\u00f6lkisch-nationalistische, fundamentalistische, extremistische, populistische\noder autorit\u00e4re Weltbilder. Wir positionieren uns gegen krakeelende\nStimmungsmache, Ausgrenzung und Abwertung von Menschen, wie jede Form von\nRassismus, Homo- und Transphobie, Frauenfeindlichkeit, Antisemitismus oder\nIslamophobie.&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p>Wir als Forscher_innen von IASPM D-A-CH, GfPM und GMM geben solchen Positionen keinen Raum. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" width=\"410\" height=\"110\" src=\"http:\/\/musikwirtschaftsforschung.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/iaspm.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-737\" srcset=\"https:\/\/musikwirtschaftsforschung.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/iaspm.png 410w, https:\/\/musikwirtschaftsforschung.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/iaspm-300x80.png 300w\" sizes=\"(max-width: 410px) 100vw, 410px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" width=\"297\" height=\"93\" src=\"http:\/\/musikwirtschaftsforschung.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/gfpm.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-738\"\/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/musikwirtschaftsforschung.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/GMM_eV_web_schwarz.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-739\" width=\"277\" height=\"117\" srcset=\"https:\/\/musikwirtschaftsforschung.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/GMM_eV_web_schwarz.png 686w, https:\/\/musikwirtschaftsforschung.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/GMM_eV_web_schwarz-300x128.png 300w\" sizes=\"(max-width: 277px) 100vw, 277px\" \/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit wachsendem Befremden beobachten wir, wie die Grundwerte einer offenen und pluralistischen Gesellschaft in Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz zunehmend (wieder) in Frage gestellt werden. 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