{"id":210,"date":"2015-11-12T09:32:11","date_gmt":"2015-11-12T09:32:11","guid":{"rendered":"http:\/\/musikwirtschaftsforschung.de\/?p=210"},"modified":"2015-11-17T09:13:09","modified_gmt":"2015-11-17T09:13:09","slug":"call-for-papers-one-does-not-simply-memes-zwischen-originalita%cc%88t-und-viralita%cc%88t","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/musikwirtschaftsforschung.de\/?p=210","title":{"rendered":"Call for Papers: \u201cOne does not simply&#8230;\u201d \u2013 Memes zwischen #Originalita\u0308t und #Viralita\u0308t"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-weight: 400;\">Interdisziplin\u00e4rer Workshop am 16.03.2016 an der TU Berlin | Deadline f\u00fcr Abstracts: 15.12.2015<\/span><\/p>\n<p>Weitere Infos zu Call &amp; Programm unter <a title=\"Meme Studies\" href=\"http:\/\/memestudies.wordpress.com\" target=\"_blank\">memestudies.wordpress.com<\/a><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Organisiert vom <a href=\"https:\/\/www.innovation.tu-berlin.de\/\">Graduiertenkolleg \u201cInnovationsgesellschaft heute\u201d der TU Berlin<\/a> in Kooperation mit der <a href=\"http:\/\/musikwirtschaftsforschung.de\/\">Gesellschaft f\u00fcr Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung (GMM)<\/a>\u00a0sowie der <a href=\"http:\/\/www.hmkw.de\">HMKW Berlin<\/a><\/span><\/p>\n<p><b>Keynote: Wolfgang Ullrich (Leipzig\/Karlsruhe)<\/b><\/p>\n<p><b>Memes: Gegenstand und Aspekte<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Memes bezeichnen ein scheinbar junges, bisher wenig erforschtes und gleichzeitig sehr un\u00fcbersichtliches Ph\u00e4nomen der Popul\u00e4rkultur. Das Wort \u201cMeme\u201d geht urspr\u00fcnglich auf den Evolutionsbiologen Richard Dawkins zur\u00fcck, der damit \u2013 als Gegenst\u00fcck zum biologischen Gen \u2013 die Verbreitung von kulturellen Inhalten erkl\u00e4ren wollte. Zwar ist das Konzept wissenschaftlich sehr umstritten, der Begriff konnte sich aber bis heute erhalten: In der Popul\u00e4rkultur bezeichnet man mit Memes Ausschnitte aus bekannten Filmen, Serien, Nachrichten, Musikvideos, Songtexten oder anderen Medienmaterialien, die in neue kommunikative Zusammenh\u00e4nge gestellt, durch verschiedene Techniken variiert und \u00fcber digitale Kan\u00e4le verbreitet werden. Nicht selten geben Memes einen humorvollen, sarkastischen, skurrilen oder anderweitig bemerkenswerten Kommentar zu aktuellen Ereignissen ab, indem sie neue Bez\u00fcge zu anderen Medieninhalten herstellen. Damit wird in Prozessen des Kodierens und Dekodierens oft ein Grundstock an popkulturellem Wissen \u00fcber verwendete Inhalte und die Meme-interne Grammatik vorausgesetzt. So entstehen fortlaufend neue Abwandlungen, Rekombinationen und Verweise, die mitunter aber auch Urheber- und Pers\u00f6nlichkeitsrechte verletzen oder beispielsweise sexistische und rassistische Stereotypen reproduzieren. In der Regel sind Memes dabei so kurz und pr\u00e4gnant gehalten, dass Form, Inhalt und Bedeutung schnell erfasst, spielerisch variiert und in neuer Version weiterverbreitet werden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Fast alle Memes verweisen auf ein <\/span><b>Spannungsverh\u00e4ltnis zwischen Originalit\u00e4t und Viralit\u00e4t<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">, das wir als Rahmenthema f\u00fcr den Workshop vorschlagen: Memes sind nicht in einem Sinne viral, dass sie \u2013 wie ein Virus \u2013 eigenst\u00e4ndig und gegen den Willen des Subjektes f\u00fcr ihre eigene Reproduktion sorgen. Vielmehr bleibt das Ver\u00e4ndern und Vervielfachen von Memes eine soziale Handlung, die beispielsweise kulturelle Zugeh\u00f6rigkeiten artikuliert oder durch das Teilen mit Freunden Beziehungen aktualisiert. Gleichzeitig entstehen Memes erst in einer kollektiven Dynamik, in der viele Personen durch aneinander orientierte Handlungen ein \u00fcberindividuelles Ganzes entstehen lassen. Diese Viralit\u00e4t pr\u00e4gt die fortlaufende Reproduktion eines Memes, indem sie zum Schaffen neuer Varianten auffordert, gleichzeitig aber starke Abweichungen reguliert. Im Zusammenhang mit den Ausbreitungswellen von Memes werden auch tradierte Konzepte wie Originalit\u00e4t und Autorschaft, die die Eindeutigkeit individueller Sch\u00f6pfungskraft betonen, herausgefordert. Der Ursprung von Memes kann in zahlreichen F\u00e4llen nicht eindeutig gekl\u00e4rt werden. Oftmals zeigt sich auch eine kaum kontrollierbare, sich selbst verst\u00e4rkende Dynamik zwischen Originalit\u00e4t und Viralit\u00e4t, zwischen Individualit\u00e4t und Kollektivit\u00e4t.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Das Ph\u00e4nomen ist dabei nicht losgel\u00f6st von anderen gesellschaftlichen Entwicklungen. So werden Produktion, Zirkulation und Nutzung von Memes zu Schl\u00fcsselpraktiken neuer Medien\u00f6konomien, z. B. in Form von viralem Marketing oder als Cross-Promotion in YouTube-Netzwerken. Auch l\u00e4sst sich die Entwicklung innovativer Technologien wie Meme-Generatoren oder Plattformen wie Twitter, Tumblr oder 9Gag beobachten, die ihrerseits durch spezifische Affordanzen zum Spannungsfeld beitragen. Dabei ergeben sich auch vielf\u00e4ltige neue rechtliche Fragestellungen und Herausforderungen. Unabh\u00e4ngig davon werden Memes jenseits des Internets z. B. als T-Shirt-Aufdruck oder als Graffiti in urbanen R\u00e4umen sichtbar, was zur Differenzierung des Ph\u00e4nomens beitr\u00e4gt. Unklar ist damit auch, wie einzelne Meme-Typen unterschieden werden k\u00f6nnen und in welchem Verh\u00e4ltnis sie zu Ph\u00e4nomen wie Mash-Ups, Samples, Remixes, Parodien, Moden oder Trends stehen. <\/span><\/p>\n<p><b>Wir freuen uns \u00fcber Einreichungen insbesondere zu den folgenden Themen und Fragen:<\/b><\/p>\n<ul>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"font-weight: 400;\">Mit welchen theoretischen Konzepten lassen sich Prozesse der Genese, Durchsetzung und Diffusion von Memes beschreiben? In welchem Verh\u00e4ltnis stehen Memes zu vergleichbaren Ph\u00e4nomenen? <\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"font-weight: 400;\">Wie bewegt sich eine Meme durch Medien, R\u00e4ume und Kulturen? Wie ver\u00e4ndert es sich dabei?<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"font-weight: 400;\">Wer initiiert, teilt, ver\u00e4ndert oder kommentiert Memes? Was ist der Sinn, Wert und Nutzen, der dabei verfolgt wird? <\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"font-weight: 400;\">Welche Qualit\u00e4t von Neuheit, Originalit\u00e4t und Autorschaft wird in Memes adressiert? <\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"font-weight: 400;\">Wie werden Memes reflexiv, das hei\u00dft als Memes in sich selbst thematisiert? <\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"font-weight: 400;\">Wie beeinflussen sich Meme-Ph\u00e4nomene und komplement\u00e4re Entwicklungen, z. B. durch technologische Innovationen, Gesch\u00e4ftsmodelle oder mediale Praktiken?<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"font-weight: 400;\">Inwieweit erfasst das geltende Recht Memes? Welche Probleme stellen sich bei Anwendung und Durchsetzung insbesondere urheber- und pers\u00f6nlichkeitsrechtlicher Vorschriften? Welche Anpassungen sind notwendig und wie k\u00f6nnen diese implementiert werden?<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"font-weight: 400;\">In welcher Form und f\u00fcr welche politischen oder \u00f6konomischen Zwecke wird das Prinzip von Memes genutzt und ver\u00e4ndert? <\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"font-weight: 400;\">Wie werden Stereotypen und Vorurteile, z. B. rassistische, sexistische oder extremistische Positionen in und durch Memes (re)produziert? <\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><b>Einreichung der Beitr\u00e4ge und Organisation <\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Der Workshop ist interdisziplin\u00e4r ausgerichtet und dem Ziel gewidmet, Memes wissenschaftlich besser verstehen und studieren zu k\u00f6nnen. Willkommen sind Beitr\u00e4ge aus den Disziplinen der Soziologie, Cultural Studies, Kunstgeschichte, Rechtswissenschaft, Managementforschung und angrenzenden Disziplinen. Neben theoretischen und begrifflichen Arbeiten sind empirische Vorschl\u00e4ge, die beispielsweise Meme-Verl\u00e4ufe exemplarisch studieren, ausdr\u00fccklich erw\u00fcnscht. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Bitte senden Sie Ihre Abstracts (250 &#8211; 400 W\u00f6rter) mit einer kurzen biographischen Angabe (ca. 100 W\u00f6rter) bis zum 15.12.2015 an <\/span><a href=\"mailto:meme@musikwirtschaftsforschung.de\"><span style=\"font-weight: 400;\">meme@musikwirtschaftsforschung.de<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\">. Das Programm des Workshops wird im Januar 2016 zusammengestellt. Die Publikation ausgew\u00e4hlter Beitr\u00e4ge ist angedacht.<\/span><\/p>\n<p><b>Kontakt zu den Organisatoren des Workshops: <\/b><a href=\"mailto:meme@musikwirtschaftsforschung.de\"><span style=\"font-weight: 400;\">meme@musikwirtschaftsforschung.de<\/span><\/a><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Georg Fischer (Graduiertenkolleg \u201cInnovationsgesellschaft heute\u201d, TU Berlin) <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Lorenz Gr\u00fcnewald (HMKW Berlin \/ HMTM Hannover)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Michael Servatius (HU Berlin)<\/span><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.innovation.tu-berlin.de\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">www.innovation.tu-berlin.de<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> | <\/span><a href=\"http:\/\/www.musikwirtschaftsforschung.de\"><span style=\"font-weight: 400;\">www.musikwirtschaftsforschung.de<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Interdisziplin\u00e4rer Workshop am 16.03.2016 an der TU Berlin | Deadline f\u00fcr Abstracts: 15.12.2015 Weitere Infos zu Call &amp; Programm unter memestudies.wordpress.com Organisiert vom Graduiertenkolleg \u201cInnovationsgesellschaft heute\u201d der TU Berlin in Kooperation mit der Gesellschaft f\u00fcr Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung (GMM)\u00a0sowie der HMKW Berlin Keynote: Wolfgang Ullrich (Leipzig\/Karlsruhe) Memes: Gegenstand und Aspekte Memes bezeichnen ein scheinbar junges, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":214,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":""},"categories":[1,6],"tags":[7],"aioseo_notices":[],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/musikwirtschaftsforschung.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/One-does-not-simply.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/musikwirtschaftsforschung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/210"}],"collection":[{"href":"https:\/\/musikwirtschaftsforschung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/musikwirtschaftsforschung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/musikwirtschaftsforschung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/musikwirtschaftsforschung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=210"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/musikwirtschaftsforschung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/210\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":212,"href":"https:\/\/musikwirtschaftsforschung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/210\/revisions\/212"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/musikwirtschaftsforschung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/214"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/musikwirtschaftsforschung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=210"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/musikwirtschaftsforschung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=210"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/musikwirtschaftsforschung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=210"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}