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Call for Participation: 3. GMM e.V. Summer Institute (GMMSI) in Porto

Summer Institute on: Media, Culture and Economy: Transdisciplinary Developments for Music 23.-30. September 2017, Porto, Portugal

CALL FOR PARTICIPANTS & PAPERS

DIE GMM FREUT SICH, ZUM 3. GMMSI ZU TRANSDISZIPLINÄREN HERAUSFORDERUNGEN VON MUSIKWIRTSCHAFTS- UND MUSIKKULTURFORSCHUNG NACH PORTO EINLADEN ZU KÖNNEN.

ZIELE // Das 3. GMM-Summer Institute versammelt 2017 interessierte Musikforscher_innen, um insbesondere Fragen zu inter- und transdisziplinären Herausforderungen von Musikkultur- und Musikwirtschaftsforschung zu diskutieren. Dabei ist es Ziel des GMMSI, jüngeren Forscher_innen Kooperationsmöglichkeiten und strukturiert individuelle Hilfestellungen bei ihren Arbeiten anzubieten. GMMSI-Formate erlauben die Interaktion mit etablierten Forscher_innen, Doktorats- und MA- Studierenden und Musikwirtschaftsakteur_innen sowie den Aufbau von Kontakten zu Wissenschaft und Praxis. Diskutiert werden aktuelle methodische und konzeptuelle Fragen und Studien zur Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung.

GEGENSTAND // Gegenstand des 3. GMMSI sind insbesondere konzeptuelle und methodische Herausforderungen an den Grenzen von Disziplinen. Das GMMSI ist nach Rücksprache mit einem der wiss. Verantwortlichen aber disziplinär offen für disziplinäre Beiträge aus dem Musik-, Kultur- und Medienmanagement sowie den Musik-, Kultur-, Medien- und Kommunikationswissenschaften und weiteren Disziplinen.

INHALT // Das GMMSI kombiniert drei Elemente: Es ermöglicht Teilnehmer_innen qualifiziertes Feedback auf die eigene Arbeit (1), die Diskussion mit Wissenschaftler_innen und Entscheidungsträger_innen aus der Musikwirtschaft im Rahmen der Kolloquien – 2017 insbesondere zu Fragen und Herausforderungen inter- und transdisziplinärer Forschung (2). Wie bisher ist zusätzlich ein Musikwirtschaftspanel mit Branchenakteuren geplant (3).

WISSENSCHAFTLICHE LEITUNG //

AHLERS, MICHAEL, Univ.-Prof. Dr.: Leuphana Universität Lüneburg
JACKE, CHRISTOPH, Univ.-Prof. Dr.: Universität Paderborn
WINTER, CARSTEN, Univ.-Prof. Dr.: Hochschule für Musik, Theater und Medien

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Nachbericht Most Wanted: Music 2016

Berlin, den 16.11.2016 – 110 SpeakerInnen, 45 Sessions und über 25 Satellite Events – Most Wanted: Music (MW:M) 2016 bot in der vergangenen Woche an zwei Tagen eine breit aufgestellte und hochwertig kuratierte Konferenz für die Musikbranche. Mit etwa 1.200 TeilnehmerInnen konnte die Berlin Music Commission (BMC) die Stellung der Veranstaltung auch in ihrem dritten Jahr manifestieren und weiter ausbauen. Auch die Gesellschaft für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung (GMM) war in diesem Jahr erneut programmatisch vertreten.

Ein Highlight der diesjährigen MW:M war der erstmalig ausgerichtete GMM Best Paper Award. Von einer hochrangigen Jury, bestehend aus Prof. Dr. Rolf Budde (Budde Music), Anita Carstensen (public link), Björn Döring (Reeperbahn Festival), Olaf Kretschmar (BMC), Tom Kurth (Native Instruments) und Prof. Dr. Martin Lücke (Hochschule Macromedia) wurden in zwei Kategorien sowie mit zwei Sonderpreisen innovative wissenschaftliche oder angewandte Arbeiten ausgezeichnet, welche sich mit Themen wie ‚Authentizität in der Popmusik’‚ ‚Informationsaustausch in der Zusammenarbeit mit der GEMA’, ‚Drone-Musik’ und der ‚Anwendbarkeit von Blockchain für die Musikwirtschaft’ auseinandersetzten.

Das Publikum der Most Wanted: Music beim GMM Best Paper Award, Foto: Hendrik Senges
Das Publikum der Most Wanted: Music beim GMM Best Paper Award, Foto: Stefan Wieland

Die Preisträger des GMM Best Paper Award 2016 waren:

Kategorie Bachelorarbeit:

Laura Weinert (Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover): Good Pop, bad Pop?

Eine experimentelle Studie zum ästhetischen Kriterium Authentizität in der Popmusik

Preis: Teilnahme GMM Summer School in Porto, Herbst 2017

Kategorie Masterarbeit:

Marco Räuchle (Popakademie Baden-Württemberg): Ich weiß was nicht, was Du nicht weißt! Informationsbedarf, Informationsangebot und Informationsvalidierung zwischen Musikschaffenden und der Verwertungsgesellschaft GEMA

Preis: Veröffentlichung im Jahrbuch der GMM

Sonderpreis Präsentation:

Luise Wolf (Humboldt-Universität zu Berlin): Drone. Spielarten ästhetischer Erfahrung in der Gegenwart sonischer Materialität

Preis: Konferenzticket Republica 2017

Sonderpreis Anwendbarkeit:

Aaron Röver (Universität Siegen): Die Blockchain in der Musikindustrie

Preis: Konferenzticket Reeperbahn Festival 2017

Schon jetzt ist eine Fortführung des GMM Best Paper Award im kommenden Jahr geplant.

Nach dem GMM Best Paper Award fand ein durch die GMM präsentierter Professionalisierungs-Round Table statt. Hier hatten BesucherInnen die Gelegenheit, Professionalisierung der Ausbildung für Musik-Berufsfelder mit VertreterInnen verschiedener Branchen der Musikwirtschaft sowie aus der Musikwirtschaftsforschung und -lehre zu diskutieren.

Organisiert wurde der Round Table von VertreterInnen der Berufsfelder Journalismus, Live, Musikverlag, Label und Kreative. Zu den OrganisatorInnen und Diskutierenden gehörten u.a. Sören Birke (Kesselhaus/Maschinenhaus), Carl Taylor (Sony Music), Laura Weinert und Christine Preitauer (Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover), Ulrika Müller (Humboldt-Universität zu Berlin), Prof. Dr. Rolf Budde (Budde Music), Prof. Dr. Thomas Becker (BITS), Søren Janssen (Limelight Coaching), Tom Kurth (Native Instruments), Prof. Dr. Martin Lücke (Hochschule Macromedia), Prof. Robert Lignau (SRH Hochschule der populären Künste) sowie Tim Thaler (BLN.FM). Die Diskussionen wurden moderiert von Prof. Dr. Carsten Winter (Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover).

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An mehreren Tischen wurde produktiv mit Interessierten über die Entwicklung der Ausbildung und die Herausforderungen verschiedener Berufsfelder der Musikwirtschaft diskutiert. So kamen Themen und Herausforderungen wie das Management der Wertschöpfungsnetzwerke von Kreativen oder die Diskrepanz zwischen dem Image von Musikverlagen als klassische Papierverleger und den tatsächlichen Geschäftsfeldern moderner Verlage, die ihre Aktivitäten über digitales Management und Künstlerentwicklung differenziert haben, zur Sprache. Die Ergebnisse der Diskussionen an den verschiedenen Expertentischen zum Thema wurden zum Abschluss im Plenum präsentiert.

Martin Lücke, Lorenz Grünewald

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We’re only in it for the money – Martin Lücke kuratiert Ausstellung im rock’n’popmuseum Gronau

Am 28. Oktober fand im rock’popmuseum in Gronau die Eröffnung der Ausstellung „We’re only in it for the money“ statt. Kuratiert hat die Ausstellung Martin Lücke, Professor für Musikmanagement an der Hochschule Macromedia Berlin. Unterstützung erhielt er im Rahmen eines studentischen Lehrprojekts durch die angehenden Musikmanager Ellen Bäuerle und Patrick Liegl. Für alle Seiten war die Erstellung dieser Wanderausstellung, die bis Mitte Februar 2017 in Gronau zu sehen sein wird, ein besonderes Highlight.

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Kuratiert hat die Ausstellung Musikprofessor Martin Lücke der Hochschule Macromedia Berlin mit Unterstützung der Musikmanager Ellen Bäuerle und Patrick Liegl.

Die Musikindustrie ist für den Laien ein Mysterium. Vermeintlich sind es nur die Stars, die für erfolgreiche Hits Millionen kassieren. Doch wie sieht das Geschäft in Wirklichkeit aus? Die Sonderausstellung „We’re only in it for the money“ im rock’popmuseumin Gronau begibt sich auf eine spannende Reise hinter die Kulissen einer vielschichtigen und global agierenden Musikwirtschaft, blickt hinter das Geschehen auf der Bühne, hinter die Produktion eines Albums, hinter die Präsentation von Musik in den Medien. Denn das Geflecht ganz unterschiedlicher Protagonisten aus Produzenten und Verwertern, aus rechtlichen Grundlagen und Verträgen ist für Laien oftmals undurchsichtig.

Seit Jahrhunderten ist Musik ein zentrales Kulturgut, aber auch ein wichtiges Wirtschaftsgut. Musik ist für viele Konsumenten Mittel zur Unterhaltung und Entspannung, ein Sammlerobjekt und vor allem für junge Menschen immer auch identitätsbildend. Und gleichzeitig leben von der Musik zahlreiche Autoren und Künstler, Labels und Verlage, Veranstalter und Medien, Musikalienhändler und Tonstudios.

Anhand von sechs thematisch geordneten Bereichen (Live, Tonträger, Medien, Digitalisierung, Produktion und Verträge) zeigt die Ausstellung die immense Vielfalt der Musikwirtschaft, präsentiert wichtige Entwicklungslinien aber auch dramatische Brüche und spannt sich dabei über fast 150 Jahre Musikwirtschaftsgeschichte.

Weitere Informationen unter www.rock-popmuseum.de und bei Facebook unter http://www.facebook.com/rpm.gronau

– Martin Lücke

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Abschlussbericht zum 2. Summer Institute der Gesellschaft für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung “Developments for Musicpreneurs: 14. – 20. September 2016, Porto, Portugal“

Zum bereits zweiten Mal bot die Gesellschaft für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung (GMM) mit ihrem „Summer Institut“ in Porto etablierten Musikforscher_innen, Branchenvertreter_innen sowie vor allem jungen Wissenschaftler_innen eine ausgeruhte Plattform des interdisziplinären Austausches. Im Fokus standen dabei in diesen Jahr zunächst die „Musicpreneure“, also die ökonomisch tätigen Musikschaffenden und deren Innovationspotentiale, insbesondere innerhalb einer sehr dynamischen, unübersichtlichen Musikwirtschaft.

Dazu eröffnete der bis dato erste GMM-Vorsitzende Prof. Dr. Carsten Winter (Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover) das „Summer Institute“ mit einem einleitenden Vortrag zum Thema „Smart Music Cities für alle – Musicpreneure und ihre Netzwerke“, in dem er die Rolle der Musicpreneure und der Musiker_innennetzwerke im Kontext neuer technologischer, kultureller und ökonomischer Städteentwicklungen beleuchtete. Das dabei entstehende Diskussionspotential leitete hier bereits zu Dr. Holger Schwetter (Universität Dresden) und seinem Beitrag „Zur Kritik des Musicpreneurs“ über. Schwetters Beobachtungen von Musiker_innen und deren Haltungen und Kontexten erschien besonders zeitgemäß. Wird doch gesellschaftlich und feuilletonistisch viel über Lebenwelten, Bezahlungen und Herausforderungen Musizierender diskutiert. Inwiefern hier die ‚Illusio’ (sensu Pierre Bourdieu) der Aktiven, also deren Engagement vor dem Hintergrund eines ‚Glaubens’ an Erfolg welcher Art auch immer nun Fluch oder Segen bedeutet, bleibt weiter zu erforschen und vor allem mit der Kulturpolitik zu diskutieren. Verwendet wurde das Konzept jedenfalls im weiteren Verlauf des „Summer Institute“ immer wieder. Zum Abschluss des ersten Tages stellten schließlich Robin Hoffmann, Gründer der Agentur für Corporate Sound „HearDis!“ und Andreas Schönrock, Doktorand am Lehrstuhl Prof. Dr. Peter Wicke an der Humboldt-Universität zu Berlin, ihr von der Europäischen Union gefördertes Forschungsprojekt „ABC_DJ“ vor. Das im Rahmen des „European Union’s Horizon 2020 Research and Innovation Programme“ geförderte Vorhaben hat sich zum Ziel gesetzt, Musikzuschreibungen und -klassifizierungen algorithmisch auswertbar zu machen. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit  der TU Berlin, dem Institut de Recherche et Coordination Acoustique/Musique (IRCAM) und der italienischen IT-Firma Fincons. Das vorgestellte Projekt und insbesondere die vorgestellten Forschungsmethoden sorgten für einen reichlichen und produktiven Austausch mit den anwesenden Musikforscher_innen.

Im Sinne der eingangs bereits angesprochenen Förderung junger Musikwirtschafts- und -kulturforscher_innen wurde dann der zweite Tag des „Summer Institute“ dazu genutzt, laufende Dissertationsvorhaben im breiteren Spektrum der Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung vorzustellen und gemeinsam mit den jeweiligen Doktorandinnen und Doktoranden kritisch zu evaluieren. Gerahmt, moderiert und befeuert wurden diese von den neben Winter anwesenden Hochschullehrern Prof. Dr. Michael Ahlers (Leuphana-Universität Lüneburg), Prof. Dr. Christoph Jacke (Universität Paderborn), Prof. Dr. Matthias Welker und Prof. Dr. Ulrich Wünsch (beide Hochschule der populären Künste Berlin). Schon hier zeigt sich die gewünschte Multiperspektivität zwischen Journalistik, Musikmanagement, Kommunikations- und Medienforschung, Musikpädagogik, Popular Music Studies, VWL und Germanistik.

Den Auftakt der präsentierten Forschungsvorhaben machte Christopher Buschow (Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover) mit seinem sich in den letzten Zügen vor der Abgabe befindlichen Dissertationsvorhaben zu „Neue[n] Organisationsformen des Journalismus“, in welchem er untersucht, inwiefern mit neuen Formen des Journalismus neue Formen der Organisation innerhalb dieses Feldes einhergehen. Ebenso wie alle folgenden Dissertationsvorhaben wurde auch dieses im Plenum der anwesenden Wissenschaftler_innen diskutiert. Anschließend präsentierte der Medienwissenschaftler Christian Rhein (Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft Köln) seine Promotion zu „Fassaden-Medien“ und deren praktische Umsetzung im Werbeumfeld. Das Themenspektrum Werbung wurde auch im folgenden Beitrag von Lorenz Grünewald (Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover) im Rahmen seiner Dissertation unter dem Arbeitstitel „Die Musikkultur der Marken“ diskutiert. Grünewald erforscht, wie im Umfeld von Marken (neue) Formen von Musikkultur und Musikwirtschaft entstehen und dabei durch Musik bedeutsam werden. Hier standen vor allem die methodischen Herausforderungen, die sich bei der ethnografischen Erforschung von Musikkultur und Markenkultur ergeben, im Zentrum des Vortrages. Aljoscha Paulus (Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover) referierte danach zum Thema „Organisiert Euch!“ über neue Ansätze interessenpolitischer Organisationen in Kultur- und Kreativwirtschaft.

Anschließend folgten drei Vorträge von Promovierenden, die sich eher in den Anfangsstadien ihrer Promotionen befinden. Hier wurde über Themen wie „Die Auswirkungen von Medieninnovationen auf die Musikindustrie am Beispiel des Video-Netzwerks YouTube“  (Felicitas Cardenas, Popakademie Baden-Württemberg), Liveness in Techno-Musik (Josef Schaubruch, Leuphana-Universität Lüneburg) und Internationalisierungspotentiale innerhalb des Universitätswesens (Alexander Schories, Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover) gesprochen und diskutiert. Alle Beiträge bekamen Respondierende zur Seite gestellt, die somit automatisch zu adäquaten Feedbacks und einer sehr fruchtbaren laufenden Diskussion beitrugen.

Die verbleibende Zeit des „Summer Institute“ wurde für die individuelle Betreuung der anwesenden Masterstudierenden, verschiedene Workshops sowie für den allgemeinen, auch informellen, Austausch der anwesenden Forscher_innen, Branchenvertreter_innen und Studierenden genutzt. Die Workshops befassten sich dabei zum einen mit (neuen) Perspektiven und Möglichkeiten wissenschaftlicher Forschung. So stellte Gunda Schwaninger (Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover), angelehnt an ihr zuvor ebenfalls vorgestelltes Dissertationsthema „Sciencepreneure – oder die Zukunft des digitalen Publizierens“ Online-Plattformen wie Research Gate vor und diskutierte gemeinsam mit dem Plenum Potentiale, Gefahren und Zukunft ebenjener Plattformen und damit zusammenhängender Selbstdarstellungen. Zum anderen initiierten Dr. Holger Schwetter und Lorenz Grünewald eine Diskussionsrunde zum Thema des ethnographischen Forschens im Bereich von Popmusikkultur.

Foto Holger Schwetter
Foto Holger Schwetter

Wie auch bei den vorherigen Vorträgen und Vorstellungen der Dissertationsvorhaben war auch diese Diskussion äußerst produktiv und fruchtbar. Dies lässt sich sicherlich als eine besondere Stärke des Konzeptes „Summer Institute“ herausstellen, das es ermöglicht hat, allen Anwesenden reichlich Raum für gegenseitigen Wissenstransfer und Dialog zu bieten, der sicherlich grundlegend ist für dieses interdisziplinäre Forschungsterrain der Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung. Somit stellt das „Summer Institute“ einen wichtigen Baustein im Rahmen der sich auch im deutschsprachigen Raum immer intensiver entwickelnden, zwingend inter- bzw. transdisziplinären Popular Music Studies dar. Dass diese sogar Spaß machen können (eine unterschätzte, nicht unwesentliche Motivation des Forschens), zeigten Exkursionen etwa auf ein über die ganze Stadt Porto verteiltes Musik-Festival oder per Führung durch eine engagierte, sympathische Architektin mit profundem Insider-Wissen („The Worst Tour“) zu brachliegenden Plätzen und Orten dieser hoch interessanten (Musikkultur-)Stadt Porto, etwa zu einem von Musiker_innen genutzten großen ehemaligen Einkaufszentrum, in dem in den einstigen Läden nunmehr weit über 100 Proberäume eingerichtet wurden und man laut dröhnende Heavy-Metal-Klänge aus umgenutzten Boutiquen oder Blumenläden hörte und spürte. Insbesondere die flachen Hierarchien, die Themenoffenheit und Gesprächsbereitschaft zwischen allen Teilnehmer_innen hat zu manch legendärem Moment und einer schon bekundeten hohen Motivation geführt, beim kommenden „Summer Institute“ wieder dabei sein und mitreden zu wollen. Legendär ungleich war allerdings die Geschlechterquote bei Teilnehmenden und Referierenden, hier würde ein größerer Frauenanteil sicherlich nicht schaden, was man (sic!) den Veranstaltenden nicht vorwerfen kann. Schaut man da in andere florierende Netzwerke, lässt sich erfreulicherweise eine gleichmäßigere Verteilung erkennen. Letztlich bleibt neben der entspannen und produktiven Stimmung sowie – laut einiger Spiegelungen durch Teilnehmende des Voneinanderlernens – auch der verschärfte Eindruck, dass sich im deutschsprachigen Raum der Popmusikkulturforschungen immer mehr (junge) Menschen aufmachen und interdisziplinär vernetzen. Diese Beobachtung kann man nur unterstützen.

Jonas Gödde, Christoph Jacke, Dominik Nösner (Paderborn)

 

 

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Deadline verlängert – 02.11 – Call for Papers: GMM Best Paper Award

ACHTUNG: Die Deadline für den GMM Best Paper Award wurde bist zum 02.11.2016 verlängert. Nähere Infos auch unter: http://mwm-berlin.de/session/gmm-best-paper-award/

Für die Most Wanted Music (MW:M) am 10. November 2016 in Berlin suchen wir:

  • laufende studentische Forschungsprojekte
  • abgeschlossene Bachelorarbeiten und
  • abgeschlossene Masterarbeiten,

die sich mit musikwirtschaftlichen Themen auseinandersetzen.

Bewerbt Euch in den drei genannten Kategorien beim GMM Best Paper Award mit einem innovativen, die Musikwirtschaft betreffenden Ansatz.

Die besten Arbeiten werden wie folgt prämiert:

für die Kategorie Master: Eine Veröffentlichung im Jahrbuch der GMM, das bei Springer erscheint!
für die Kategorie Bachelor: Teilnahme am GMM Summer Institute 2017 in Porto, umfasst kostenlose Teilnahme, Unterkunft (Übernachtung und Frühstück) sowie Riesekostenpauschale von max. 150,-€

Sowohl die studentischen Forschungsprojekte als auch die Bachelor- oder Masterarbeiten dürfen nicht älter als 12 Monate ab Einsendung sein. Teilnehmen dürfen Studierende und Absolventen aller in Deutschland zugelassener Hochschulen und Universitäten.

Bewerbt Euch bis zum 30.10.2016 mit einer eMail an best-paper@musikwirtschaftsforschung.de. Schickt uns dazu eine Kurzzusammenfassung (max. 1,5 Seiten) Eures Forschungs- oder Abschlussprojekts. Wir wählen dann pro Kategorie drei Paper aus, die ihr am 10. November 2016 in Berlin auf der MW:M einer fachkundigen Jury und vor Publikum in einem 5-minütigen Pitch präsentieren könnt..

Ihr habt Fragen? Dann einfach eine Mail an:
best-paper@musikwirtschaftsforschung.de

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Studie zur Berliner Musikwirtschaft: beyond! before! bright!

Im Auftrag der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung/ Projekt Zukunft wurde von der Beratungsagentur Sound Diplomacy (Katja Hermes, Lucas Knoflach) in Kooperartion mit GMM Vorstand Prof. Dr. Carsten Winter (HMTMH), die Analyse „beyond! before! bright! in Berlin“ verfasst, die sich mit den Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung in der Musikwirtschaft in Berlin beschäftigt. Denn Branchenakteure spüren in Berlin auf rasante Weise die zunehmende lokale, nationale und globale digitale Vernetzung. Die deutsche Hauptstadt steht wie keine deutsche Stadt für dynamische Weiterentwicklung (beyond!), für Pioniertum (before!) und Innovation (bright!) in der Musikwirtschaft.

Die Analyse „beyond! before! bright! in Berlin“ kann hier heruntergeladen werden.

Die Analyse soll Orientierung über die derzeitige Situation geben und die Digitalisierungschancen der Musikwirtschaft verorten. Wie gut die Digitalisierung der Berliner Musikwirtschaft gelingt, hängt davon ab, wie gut die Akteure die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung verstehen. Daher wurden 20 repräsentative Teilnehmer, die mit der Digitalisierung von Musik in Berlin vertraut sind, in einem persönlichen Gespräch dazu befragt, was sie unter Digitalisierung verstehen, welche Strategien sie verfolgen, welche Technologien sie nutzen, welche Rolle der Standort Berlin spielt und welche Schritte und Handlungen sie für die Entwicklung der digitalen Wertschöpfung in Berlin für produktiv halten.

Die Analyse zeigt, dass alle Befragten die Notwendigkeit einer Auseinandersetzung mit der Digitalisierung verdeutlichen: Wichtig ist, sich auf neue Möglichkeiten, Herausforderungen und Innovationen einzustellen.

Immer mehr Berliner Akteure aus der Musikwirtschaft und digitalen Musikwirtschaft nutzen und gestalten Digitalisierungsprozesse mit. Sie sind besser vernetzt, als in anderen Städten im europäischen Vergleich. Das Profil Berlins als dynamische und unkonventionelle Stadt mit einem hohen kreativen Potential und günstigen Lebenshaltungskosten gilt als Auslöser für die Ansiedlung einer großen Anzahl von Musikunternehmen, der digitalen Musikwirtschaft und zahlreicher Startups.

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GMM Call for New Music Business Models

Im Rahmen der diesjährigen MOST WANTED: MUSIC Konferenz der BMC (Berlin Music Commission) richten wir die erste Auflage des Wettbewerb- und Mentoringprogramms ‘New Music Business Models’ aus. Bewerben können sich Interessierte aus Musikwirtschaft und Musikkultur, die innovative Geschäftsmodelle geplant, entworfen oder maximal in den letzten 24 Monaten ab Einsendung initiiert haben. Weitere Infos hier.

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Rückblick: Music meets Berlin Policy and Decision Makers

Am 18. Juni waren wir an der Veranstaltung „Backstage“ der Berlin Music Commission gleich doppelt beteiligt: Carsten Winter eröffnete die Veranstaltung mit einem Impulsvortrag über “Musik und zukunftsfähige Werteschöpfung in der Stadt”. Anschließend moderierte Martin Lücke ein Panel über Zukunftsstrategien, neue Herausforderungen an Unternehmen und Branchennetzwerke. Teilnehmer der Diskussion waren Matthias Rauch, Olaf Kretschmar, Katja Lucker, Nina Lütjens, Olaf Möller und Carsten Winter.

Eindrücke finden sich in den Fotos, in der Musikwoche und auf der Seite der Berlin Music Commission. 

Fotos: Stefan Wieland

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Rückschau: GMM-Symposium „THE MORE THE MERRIER“

Nachdem wir im Dezember 2014 mit dem Vortrag von Janina Klabes bei der ‘Most Wanted’ Convention der Berlin Music Commission in Berlin unseren ersten Auftritt als Gesellschaft hatten, freuen wir uns nun auf die erste, von uns als GMM präsentierte Veranstaltung zurück blicken zu können. Letzten Samstag fand in Kooperation mit dem Jetzt Musik Festival in der Alten Feuerwache Mannheim das Symposium ‘The More The Merrier’ statt, bei dem verschiedene Perspektiven auf internationale Kultur-Netzwerke diskutiert wurden. Den Aufschlag machte Prof. Dr. Carsten Winter (hfmtm) mit seinem Vortrag zu Musikwirtschaft in Mannheim & Region in Zahlen”. Vor dem Hintergrund aktueller Kennzahlen zur Mannheimer Musikwirtschaft skizzierte er Potenziale und Perspektiven für das Clustermanagement Musikwirtschaft Mannheim & Region sowie die Akteure des Mannheimer Musikwirtschaftclusters. Dabei verknüpfte er die Ergebnisse mit einer Strategie, die Prof. Winter im letzten Jahr mit Lorenz Grünewald M.A. und IJK-Studierenden der MA-Programme ‚Medienmanagement‘ und ‚Medien und Musik‘ mit dem Clustermanagement entwickelt hat.

Die anschließende Diskussion der Strategie und der Kennzahlen auf dem Panel zum Vortrag mit Prof. Dr. Michael Hölscher (Speyer), Olaf [Gemse] Kretschmar (CEO der BerlinMusicCommission) und Prof. Dr. Martin Zierold (Karlsruhe) bestätigt die vom IJK-Projekt entwickelte „4-Wertbeiträge-Strategie“: Sie bietet die Unterstützung, die neue Unternehmen und Selbständige, oft spezialisierte Kleinstunternehmen oder selbständige Musikschaffende, am dringendsten brauchen: Eine neue aktuelle offene Wissensdatenbank; Hilfe bei der Vernetzung ihrer Wertschöpfung durch neue Vernetzungsformate; Hilfe bei der Entfaltung der Produktivität durch individuelle Wertschöpfungscoachings und bei der Internationalisierung ihrer Aktivitäten durch entsprechende Kooperationsangebote. Die vorgestellte Strategie zeigt exemplarisch, wie Aktivitäten des Clustermanagements dazu beitragen, die Musikwirtschaft in Mannheim und Region im Sinne der EU-2020 Strategie intelligenter, inkludierender und nachhaltiger zu machen. Das Panel wurde moderiert von Janina Klabes (Mannheim).

Auch die beiden folgenden Panels setzten sich intensiv mit der Perspektive kultureller Netzwerke auseinander. Moderiert von Matthias Rauch diskutierten Gabriele Hartmann (SAP AG), Federica Patti (roBOt Festival Bologna), Dr. Regina Schober (Universität Mannheim) sowie Lorenz Grünewald (Hochschule für Medien Kommunikation und Wirtschaft Berlin) zum Thema ‘Managing Networks’. Sie stellten dar, wie sich Kultur durch digitale Vernetzung verändert, welche Potenziale sich global für Netzwerke von Kulturfestivals bieten und wie man die neuen Rollen von Künstlern und Kulturfans in diesem Zusammenhang verstehen kann.

Abschließend wurde Internationalisierung in den Mittelpunkt gerückt. Drei Delegierte des UNESCO Creative Cities Subnetzwerkes ‘Music’ sprachen – ebenfalls moderiert von Matthias Rauch – über die Kollaboration in und mit ihrem internationalen Netzwerk aus Musikstädten. Svend-Einar Brown (Glasgow), Alexandra Köhn-Ruder (Hannover) sowie Luigi Virgolin (Bologna) gingen darauf ein, wie durch das ‘Creative Cities Netzwerk’ und das Label einer ‘City of Music’ neue Wertschöpfungspotenziale in und zwischen den Städten geschaffen werden und wie die Unterschiedlichen Akteure in den Städten mit dem Label operieren, um neue Musikprojekte und -Formate zu entwickeln.